Kultur

Sammlung Dubuffet aus Lausanne im Museum Gugging zu Gast

"Die echte Kunst ist stets dort, wo man sie nicht erwartet." Dieses Credo von Jean Dubuffet steht gleichsam als Motto über der Ausstellung "jean dubuffets art brut.! die anfänge seiner sammlung", die ab Donnerstag im Museum Gugging (Klosterneuburg) zu sehen ist. Sarah Lombardi (Collection de l'Art Brut, Lausanne) hat die Schau kuratiert. 

Exemplarisch und repräsentativ werden die Wurzeln jener Kunstrichtung sichtbar, die der französische Künstler Jean Dubuffet (1901-1985) nach 1945 als Kontrapunkt gegen den konventionellen Kunstbegriff postuliert hatte. Frei, unbeeinflusst, antiintellektuell, "roh" - also "brut" - sollte sie sein. Fündig wurde Dubuffet etwa in Gefängnissen und psychiatrischen Kliniken in der Schweiz, in Frankreich und Belgien. Volkskunst, Naive Kunst und Kinderzeichnungen - anfangs noch subsumiert - zählten bald nicht mehr zur "Art Brut" im engeren Sinn. 

Das Museum Gugging zeigt nun 169 Arbeiten aus Dubuffets legendärer Sammlung, darunter Werke von Adolf Wölfli, Aloise Corbaz und Auguste Forestier. Die Sammlung wurde 1949 erstmals in einer Pariser Galerie unter dem Titel "Art Brut" vorgestellt und bildet heute den Kern der Collection de l'Art Brut in Lausanne, die diese Schau anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens zusammenstellte.

Die Begegnung mit den klassischen Arbeiten der Art Brut in ihren vielfältigen persönlichen Formen- und Bildersprachen wirkt noch immer intensiv auf den Betrachter. Opulente Gemälde und originelle Objekte, Kurioses und Fantastisches, Rätselhaftes und Entschlüsselbares - die ursprüngliche Kraft, die von dieser Kunst der gesellschaftlich meist als Außenseiter gesehenen Kreativen ausgeht, vermag nach wie vor zu faszinieren.

Quelle: APA

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