Theater

Landestheater Linz bringt 2019/20 "Bekenntnisse"

Die Spielzeit 2019/20 des Landestheaters Linz steht unter dem Titel "Bekenntnisse" und bringt zehn Uraufführungen sowie eine europäische Erstaufführung nach Linz. Unter anderem sind das Ingmar Bergmans berühmte Familiengeschichte "Fanny und Alexander" als Musical, Michael Obsts neue Oper "Unter dem Gletscher" und ein neues Musiktheater von Peter Androsch.

Intendant Hermann Schneider setzt auf Werke mit Bekenntnischarakter SN/APA (Archiv)/RUBRA
Intendant Hermann Schneider setzt auf Werke mit Bekenntnischarakter

Intendant Hermann Schneider - es ist seine vierte Spielzeit - setzt Werke mit Bekenntnischarakter auf den Spielplan, in bewährter Mischung aus Bekanntem und Neuem. Zitate des Bekenntnishaften zu jedem Stücken finden sich im Almanach zum Spielplan, erklärte er in einer Pressekonferenz mit LH Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag. Schneider will Themen politischer und gesellschaftlicher Relevanz aufgreifen und ergründen, "wie sich Epochen vor uns diesen Fragen gestellt haben".

Die Oper eröffnet mit "The Rape of Lucretia" von Benjamin Britten, es folgen "Der Prophet" von Giacomo Meyerbeer, die Operette "Der Bettelstudent" von Carl Millöcker, aus dem Mozart-Zyklus "Die Entführung aus dem Serail" und Verdis "Troubadour". Peter Androsch verknüpft mit seiner Uraufführung "Die Schule oder das Alphabet der Welt" Oper und Schauspiel in der Blackbox, wie die Lucretia eine Produktion des Opernstudio, der Kooperation mit der Bruckneruni. In der dritten Zusammenarbeit spielt bei "Die heimliche Ehe" von Domenico Cimarosa ein Orchester aus Studierenden.

Der "Parsifal" bringt das Debüt von Schauspielchef Stephan Suschke als Opernregisseur im Musiktheater. "CrossOpera Otherness: Fear and discovery" ist eine EU-geförderte Zusammenarbeit von Opernhäusern aus Modena, Novi Sad und Linz. Schneider selbst inszeniert die Uraufführung der Oper "Unter dem Gletscher" von Michael Obst. Die Kinderaufführungen "Die Katze, die ihre eigenen Wege ging" (UA) und "Gold!" komplettieren das Programm.

Schauspielchef Suschke sagte, er habe mittlerweile das inhomogene Linzer Publikum kennengelernt und könne besser einschätzen, was wichtig ist. Froh sei er um die Zusammenarbeit mit der Bruckneruni. "Wir können uns deshalb einen pralleren Spielplan leisten, für die Studenten ist es toll, Erfahrung zu sammeln." Kommende Saison gibt es die erste Kooperation mit Martin Grubers aktionstheater ensemble. Die Uraufführung trägt den Arbeitstitel "Wann beginnt das Leben". Weitere Uraufführungen sind "Prometheus Unbound", ein Projekt der Cyberräuber Berlin, und "Die Totenwacht" nach der gleichnamigen Erzählung von Marie Ebner-Eschenbach in der Regie von Schäxpir-Leiterin Sara Ostertag.

Suschke selbst wird erstmals Thomas Bernhard mit "Ritter, Dene, Voss" inszenieren und die Komödie "Oscar" von Claude Magnier. Raimunds "Der Verschwender" bringt mit Georg Schmiedleitner ein Oberösterreicher auf die Bühne, den "Liliom" inszeniert Peter Wittenberg. Suschke strich heraus, dass kommende Saison mehr Regisseurinnen als Regisseure zum Einsatz kommen werden wie Susanne Lietzow mit "Maria Stuart", Stefanie Mohr mit "Immer noch Sturm", Kathrin Plötner mit "Nathan der Weise", Katka Schroth mit "Jedermann (stirbt)" und Charlotte Sprenger mit "Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft" von Elfriede Jelinek.

Als Musical gibt es die Neuinszenierung von "Sister Act", die europäische Erstaufführung von "Mary und Max oder wie funktioniert die Welt" nach dem gleichnamigen Animationsfilm und einen Ausflug ins Alte Rom mit "Die spinnen, die Römer!" von Stephen Sondheim. Als Uraufführung kommt "Fanny und Alexander" ins Schauspielhaus. "Wir haben als einzige von den Ingmar-Bergman-Erben die Rechte bekommen, ein Musical daraus zu machen", freute sich Spartenleiter Matthias Davids. Das Highlight-Konzert "Wir sind Musical!" soll den sechs neuen Darstellern Gelegenheit geben, sich zu präsentieren. Das sind Celine dos Santos, Sanne Mieloo und Daniela Dett - wieder fix im Ensemble - sowie der junge Lukas Sandmann, Sohn des Dirigenten Georg Christoph Sandmann, Karsten Kenzel und David Arnsperger. Linz verlassen werden Anna Schirarsi-Fard, Anais Lueken, Myrthes Monteiro, Riccardo Greco, Carsten Lepper und Cristof Messner.

Tanz-Chefin Mei Hong Lin bringt mit "Le Sacre du Printemps" von Igor Strawinsky "ein Stück, von dem jeder Choreograf träumt", sie habe sich damit Zeit gelassen, sagte sie. Ihre zweite Choreografie wird "Cinderella" nach Sergej Prokofjew. Urs Dietrich wird mit "Credo" ein neues Stück für die Blackbox in Linz kreieren.

Auch das Ensemble des Jungen Theaters wird sich verändern, teilte Spartenleiterin Nele Neitzke mit, Sofie Pint, Alexander Köfner, Friedrich Eidenberger und Julia Carina Wachsmann sind die neuen Namen, auf die Bühne kommen unter anderem die Uraufführung "Es war einmal...", die zehn bis fünfzehn Grimm-Märchen in einem Chaos auf die Bühne bringen wird.

Das Bruckner Orchester freue sich auf die Herausforderungen der Spielzeit, sagte dessen Künstlerischer Direktor Norbert Trawöger in Vertretung von Chefdirigent Markus Poschner, besonders auf Obsts "Unter dem Gletscher", da es ein unmittelbar in unserer Zeit geschaffenes Stück sei. Geschäftsführer Thomas Königstorfer erklärte, dass man die Eintrittspreise von Schauspielhaus und Kammerspiele vereinheitlicht habe. Die teuerste Karte koste nun 49 Euro. Die Preise im Musiktheater werden um maximal einen Euro erhöht.

(S E R V I C E - Details zum Spielplan unter www.landestheater-linz.at Der Kartenvorverkauf für die neue Saison startet am 23. April.)

Quelle: APA

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