Theater

Schubert Theater widmet sich der digitalen Zukunft

Das Wiener Schubert Theater baut seinen Digitalschwerpunkt aus und will im Februar die Diskussion um die digitalen Möglichkeiten der Zukunft im Rahmen eines "Future Labs" erkunden. Im Fokus steht dabei die Erweiterung des analogen Theaterraums mithilfe neuer Technologien, wie Theaterdirektor Simon Meusburger am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte. Im Fokus steht dabei vor allem Virtual Reality, aber auch künstliche Intelligenz.

Puppen werden zu Pixeln SN/APA/Schubert Theater
Puppen werden zu Pixeln

"Im Figurentheater manipulieren wir Objekte", so Meusburger. "Wir erwecken tote Gegenstände zum Leben. Und in der virtuellen Realität nehmen wir statt den Puppen Pixel und hauchen ihnen Leben ein", zeigte er sich begeistert von den (nicht ganz so) neuen Möglichkeiten. Denn das Schubert Theater hat schon vor Beginn der Pandemie und den damit einhergehenden Digitalisierungsversuchen der Theaterhäuser erste Schritte gewagt. Im Rahmen des "Future Lab"-Monats zeigt man, was man hat: So wurde der Text für das Stück "Projekt Pinocchio", das 2019 Premiere feierte, in weiten Teilen von der künstlichen Intelligenz GPT-2 verfasst, auch die dazugehörige Musik stammt vom künstlichen Kompositionsprogramm AIVA. Ein Wiedersehen gibt es im Februar auch mit dem Onlinetheaterexperiment "MAY.be.2.0", das im virtuell nachgebauten (und ausgebauten) Schubert Theater stattfindet, während die Zuschauer (idealerweise) via VR-Brille mit dabei sind. Neu ist hingegen "Ein Würstelstand auf Weltreise" (ab 3. Februar), in dem die Zuschauer die Urwienerin Resi Resch in fünf Episoden rund um den Globus begleiten können.

"Wir wollen diese spannende Zeit des Umbruchs, des Neuen, der digitalen Revolution aktiv miterleben und mitgestalten", erläuterte Co-Direktorin Lisa Zingerle. Auch Ulrike Kuner, Chefin der IG Freie Theaterarbeit, freute sich über "spannende und neue Arbeitsweisen für Künstlerinnen und Künstler", die jedoch auch gefördert und mithilfe von gezielt eingesetzten Fördermitteln aufgebaut werden müsse. Als Beispiel, wie gut Onlinetheater funktioniert, war Cosmea Spelleken bei der Pressekonferenz zu Gast und berichtete von der viel beachteten deutschen Inszenierung "werther.live". Das Ensemble punktlive setzte zuletzt mit "möve.live" nach.

Um sich theoretisch zu vertiefen, finden am 17. und 28. Februar zwei "Future Talks" statt, bei denen Expertinnen und Experten wie der Informatikerin Johanna Pirker von der TU Graz, der Experimentalphysiker Lukas Mairhofer oder der VR-Pionier Olivier Schaffer zu Gast sind.

(S E R V I C E - https://schuberttheater.at/)

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