Kultur

"Welcome Back": imagetanz-Festival wagt den Blick zurück

Ein doppeldeutiges "Welcome Back" hat sich das diesjährige imagetanz-Festival im Wiener brut als Motto verpasst. "Das ist einerseits als Begrüßung an die Besucher gerichtet, andererseits auf die Vergangenheit bezogen", erläuterte Kurator Jacopo Lanteri bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag. Von 3. bis 25. März stehen damit vergangene Performances ebenso im Fokus wie Prähistorisches.

"Viele Choreografen blicken derzeit zurück", so Lanteri. Obwohl das Festival seit 1989 neue Positionen präsentiert, "die meist klare Brüche mit Traditionen oder dem Kanon darstellen", wolle man heuer andere Strategien erproben, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das geschieht etwa beim Auftakt am 3. März: Für "The Inheritance" wurden acht Künstler geladen, beim Festival präsentierte Arbeiten mit jungen Kollegen nochmals zu performen und neu zu deuten. Diesen Blick "ins Archiv" wagen u.a. Philipp Gehmacher, Doris Uhlich und Anne Juren.

Dem "kreativen Potenzial von scheinbar unlösbaren Situationen" spüren laut Stückbeschreibung Tiina Sööt und Dorothea Zeyringer in "We will figure it out" nach, das am 4. März uraufgeführt wird. Eine eigene Interpretation von Bühnen- und Publikumsraum ist bei Moritz Majce und Sandra Man zu erleben, die für "Narziss Echo" Choreografie nicht nur körperlich begreifen (16.3.). Als Doppel wird "S/M (Stage/Made)" von Claire Lefevre und Evandro Pedroni sowie "Blank Blank" von Andrea Gunnlaugsdottir gegeben (17.3.). Gastspiele kommen schließlich von Marten Spangberg mit "The Internet" (8.3.) und der italienischen Gruppe Dewey Dell, die sich für "Sleep Technique" (24.3.) auf die prähistorischen Malereien der französischen Chauvet-Höhle bezieht.

Ergänzt wird das Festival durch Studiobesuche sowie der Fortführung des Projekts "Huggy Bears" mit Superamas, bei dem Nachwuchskünstler Auszüge aus aktuellen Arbeiten zeigen. Weiters steht ein Salonabend mit brut-Leiterin Kira Kirsch, Tanzquartier-Chef Walter Heun sowie Lanteri und ein Netzwerktreffen für Künstler an. Wer sich in seiner passiven Zuschauerrolle nicht ausgelastet fühlt, kann sich bei "Almost Yoga"-Sessions für die Performances aufwärmen - Gelegenheit dazu gibt es an zwei Abenden.

Für Lanteri ist das imagetanz auch ein Abschied: Der Kurator und Dramaturg verlässt das brut im April, ihm folgt Flori Gugger nach. Der gebürtige Schweizer ist bereits seit Dezember im Haus und war davor u.a. beim steirischen herbst sowie am Schauspielhaus Graz tätig. Auch für das brut selbst, das heuer u.a. noch Performances von Fourdummies, Roland Rauschmeier und Bara Kolenc sowie ein Konzert von Christiane Rösinger im regulären Programm hat, steht Veränderung an: Aufgrund der Sanierung des Künstlerhauses wird man die kommende Saison örtlich auslagern und unterschiedliche Venues bespielen, darunter ab Jänner 2018 die derzeitige Probebühne in der Zieglergasse.

Quelle: APA

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