Leben

Auf der Jagd nach Schätzen: Goldwaschen oder Smaragdschürfen

In Rauris und in Bramberg kann man sich auf eine abenteuerliche Schatzsuche begeben.

Jahrhundertelang bildete das Rauriser Tal das Zentrum des Goldbergbaus in Österreich. Es wird angenommen, dass schon zur Zeit der Kelten hier Gold abgebaut wurde. In der Blütezeit des Abbaus von 1460 bis 1560 wurden im Rauriser Tal und im Gasteiner Tal sogar rund zehn Prozent der Gold-Weltproduktion gefördert. Zahlreiche Spuren des historischen Bergbaus zeigen sich noch immer: Dutzende Stollen, verfallene Knappenhäuser und andere Reste der Bergmannszeit sind heute noch zu besichtigen. Abgebaut werden konnte aber längst nicht das gesamte Gold: Schätzungen zufolge sollen noch immer bis zu 120 Tonnen des Edelmetalls in der Goldberggruppe lagern. Bis heute führen die Bäche und Flüsse in den Tauern die freigelegten Goldteilchen mit sich. Grund genug, um in Rauris sein Glück an zwei ausgewiesenen Goldwaschplätzen (Bodenhaus und Heimalm) zu versuchen.

Das Gewicht des Golds

Das Waschen geschieht seit eh und je auf die gleiche Art und Weise. Wegen seines Gewichts setzt sich Gold sehr viel leichter ab als Sand und andere Mineralien. Dieses Prinzip wird beim Goldwaschen genutzt. Die Technik besteht darin, das leichtere Sand-Kies-Gemisch über den Seitenrand der Waschpfanne hinauszuspülen. Gleichzeitig lösen sich die staubigen Bestandteile vom Sand und die Goldflitter setzen sich auf dem Boden der Pfanne ab. Gehört man zu den Glücklichen, die dann ein kleines glitzerndes Goldkörnchen erspähen, sollte man es am besten gleich in ein mitgebrachtes Glasfläschchen oder durchsichtiges Kunststoffröhrchen geben. Ein bisschen Ausdauer und Geduld sind bei dieser Tätigkeit allerdings gefragt: Goldwaschen ist keine schnelle Angelegenheit, auf jeden Fall aber ein Vergnügen für Menschen jeden Alters.
Beim originalen Goldwaschplatz am Bodenhaus, zirka 20 Autominuten vom Rauriser Zentrum entfernt, werden alle Glücksritter gegen einen kleinen Beitrag mit Gummistiefeln, Spaten und Goldwaschpfanne ausgerüstet. Dem "Goldfieber" steht dann praktisch nichts mehr im Weg.

Professionelles Goldwaschen

Tatsächlich gibt es auch unter den Goldwäschern eine Liga der Professionisten. Auch unter diesen hat sich das Rauriser Tal bereits einen Namen als Austragungsort von Goldwaschmeisterschaften gemacht. Bereits seit den 80er- und 90er-Jahren finden hier Welt- und Europameisterschaften in dieser Disziplin statt.

Edelsteinsuche im Oberpinzgau

Etwa 55 Kilometer entfernt von Rauris liegt das "Tal der Smaragde", wie das Habachtal in Bramberg aufgrund seines einzigartigen Smaragdvorkommens auch genannt wird. Wer diesen Ort aufsucht, könnte ihn möglicherweise"steinreich" wieder verlassen. Geduld, Ausdauer und Glück vorausgesetzt, finden hier auch weniger geübte Bergwanderer eine gute und gefahrlose Möglichkeit, nach Smaragden zu schürfen, ohne in alpines Gelände vordringen zu müssen.

Mure transportierte Smaragde

Der Grund dafür ist eine Mure, die im Jahr 2002 smaragdführendes Gestein von der oberen Leckbachrinne bis hinunter zum Almgasthof Alpenrose in den Talbereich transportiert hat. Seither ist es auch für Hobbysammler gefahrlos möglich, nahe dem Gasthof Alpenrose nach Smaragden zu suchen. Der Gasthof kann zu Fuß vom Parkplatz in Habach in etwa 1,5 Stunden erreicht werden, noch bequemer geht es mit einem Taxi. Für die Suche selbst empfiehlt sich neben einer guten Ausrüstung und wasserdichtem Schuhwerk auch ein Metallsieb, das man sich beim Wirt des Gasthofs Alpenrose ausleihen kann. Der Grund für das Metallsieb: Die Smaragde liegen im sandigen Schutt des Bachs und müssen erst herausgewaschen werden. Um das Material zu lockern, empfiehlt sich zudem ein Pickel. Während der kommerzielle Smaragdabbau hier bereits 1939 eingestellt wurde, lockt das Habachtal heute zunehmend mehr Hobbymineraliensammler an, die im Schotterbereich des Leckbachs mit Pfannen bewaffnet ihr Glück versuchen. Vor allem für Kinder ist die Jagd nach den grünen Steinen ein Abenteuer.

Smaragdmadonna im Museum

Wer trotz aller Bemühungen nicht fündig wird, sollte auf jeden Fall noch das Museum im Ort Bramberg am Wildkogel besuchen. Hier findet sich eine der umfangreichsten Mineraliensammlungen Österreichs. Unter den 473 Exponaten kann zum Beispiel der größte geschliffene Phenakit Europas besichtigt werden. Und natürlich das berühmteste und wertvollste Smaragdgestein, das jemals im Habachtal gefunden wurde: die Smaragdmadonna.

Mehr Infos:
www.raurisertal.at/de/sommer/aktiv-im-sommer/goldwaschen
www.wildkogel-arena.at

Aufgerufen am 18.10.2021 um 11:59 auf https://www.sn.at/leben/auf-der-jagd-nach-schaetzen-goldwaschen-oder-smaragdschuerfen-110551501

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