Leben

Beauty: Die Verwandlung

Gut, dass die kalte Jahreszeit endet. Haut und Haare sehnen sich nach Luft, Licht und Wärme. Und, weil die Energiereserven nach den letzten, in vieler Hinsicht herausfordernden Monaten leer sind, nach intensiver Regeneration.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. Vom Eise befreit sind auch Haut und Haar, aber anders als bei Goethe reicht "des Frühlings holder, belebender Blick" allein wohl nicht für einen Neustart, wie ihn die Natur gerade hinlegt. Der Winter ist nicht zimperlich mit Haut und Haar umgesprungen, weshalb ihre Pflege nun im Zeichen der Erholung stehen sollte.

Comeback für schönes Haar

Heizungsluft drinnen und kalte Luft draußen haben dem Haar wertvolle Feuchtigkeit entzogen, ebenso häufiges Föhnen. Wer längeres Haar gern im Winterwind flattern ließ, darf sich über Haarbruch (verursacht durch Reibung an der Kleidung) und kaputte Haarspitzen, gegen die allein die Schere des Friseurs hilft, nicht wundern. Trockene Luft macht aber nicht nur die Haare, sondern auch die Kopfhaut trocken. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kopfhaut nicht ganz fit ist, sind Juckreiz oder das plötzliche Auftreten von Schuppen. Das ist doppelt bitter, denn schönes Haar beginnt mit gesunder Kopfhaut. Sie steht bei moderner Haarpflege ebenso im Fokus wie das Haar selbst. Um die Kopfhaut zu beruhigen, empfiehlt sich eine Tiefenreinigung mit Haarpeelings, die alle Unreinheiten entfernen. Selbst angerührte Packungen mit Tonerde erfüllen diesen Zweck übrigens auch. Feuchtigkeitsspendende Shampoos, Spülungen und regelmäßig angewendete Haarmasken sind ein erster Schritt in Sachen Wiedergutmachung. Leave-in-Pflege oder Haaröle, die das Haar und vor allem die empfindlichen Spitzen stärken und schützen, ein weiterer. Um den fragilen Frieden auf der Kopfhaut nicht zu gefährden, gilt es Maß zu halten. Bei der Wassertemperatur (eher mild), bei der Föhntemperatur (auf keinen Fall heiß!) und bei der Anzahl der Haarwäschen. Tägliches Haarewaschen strapaziert die Kopfhaut. Und wozu gibt es schließlich Trockenshampoos?

Comeback für strahlende Haut

Prall, zart und ebenmäßig soll sie sein. Grau, müde und zerknittert ist sie, die Gesichtshaut nach der vergangenen Zeit, die in jeder Hinsicht herausfordernd war. Basis für gesunde und schöne Haut ist eine intakte Hautschutzbarriere. Die kann allerdings nach dem Winter durch Kälte und trockene Luft aus dem Gleichgewicht sein, weshalb sie nun tendenziell trockner und empfindlicher ist. Um den Teint wieder zum Strahlen zu bringen und die Feuchtigkeitsdepots der Haut wieder aufzufüllen, sollten nun nach einer möglichst milden Reinigung Pflegeprodukte (Seren, Lotionen, Cremes und Masken) mit hydratisierenden Inhaltsstoffen (Hyaluronsäure, Squalan etc.) verwendet werden. Sollen Hautzellen optimal arbeiten, brauchen sie nämlich einen Wasseranteil von gut
70 Prozent. Dann wird die Zellerneuerung gefördert und die Barrierefunktion gestärkt. Und die Haut ist für die Anforderungen des Alltags besser gerüstet.

Anforderungen, deren Zahl beständig größer wird. Stress, die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts und Luftverschmutzung setzen nicht nur der Barrierefunktion der Haut zu, durch diese Faktoren verlieren Hautzellen nach und nach auch an Vitalität. Das haben Forscher der französischen Kosmetikmarke Chanel in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Biotechnologie und Altern der Universität für Bodenkultur in Wien in zehnjähriger Forschung herausgefunden. Und einen zentralen Mechanismus der zellulären Vitalität, die sogenannte Seneszenz, identifiziert. Ein vielversprechendes Thema für die Forschung, das neue Perspektiven für die Bekämpfung von Anzeichen der Hautalterung bieten könnte. Seneszente Hautzellen hören auf sich zu teilen, sterben aber nicht ab, sondern stören das reibungslose Funktionieren anderer, aktiver Zellen. Das führt zu chronischen Entzündungsreaktionen und weiter zu vorzeitiger Hautalterung sowie typischen Alterserscheinungen der Haut. Chanels Waffe gegen die renitenten Seneszenzzellen ist ein Extrakt der roten Kamelie, der von Natur aus reich an Antioxidantien ist und die Haut vor den Folgen von Stress schützen kann. Antioxidantien wie die Vitamine C und E, Resveratrol, Ubiquinone (Q10) oder Niacinamid sollten also in keiner Hautpflege fehlen. Lichtschutz, um kurz daran zu erinnern, übrigens auch nicht.

Comeback für frische Farben

Fehlt noch ein wenig Farbe im Gesicht, um den Frühling nicht ganz so blass zu begrüßen. Die kommt einerseits von Foundations, die nicht nur mit feuchtigkeitsspendenden Aktivstoffen - bevorzugt mit Hyaluronsäure - ausgestattet sind, die dafür sorgen, dass die Haut gut befeuchtet ist, sondern auch mit Wirkstoffen aus Pflanzenextrakten (Iris, Kapuzinerkresse, Goethepflanze), die das Energielevel der Haut erhöhen. Die Texturen sind federleicht und so zart, dass sie kaum auf der Haut zu spüren sind. Das Ergebnis ist fast nicht als Make-up zu erkennen - man sieht nur natürlich schöne, strahlende Haut.

Farbe darf natürlich auch auf den Lippen nicht fehlen. Im Trend liegen getönte Lippenbalms mit viel Pflege und nicht ganz so viel Farbe. Und es kommt, nach der Ära der matten Farben, wieder jede Menge Glanz durch Hybridformeln, die die Deckkraft eines klassischen Lippenstifts mit der Transparenz eines Lipgloss verbinden, auf die Lippen, und das in einer Bandbreite von strahlend bis samtig. Allen gemeinsam ist, dass sie die zarte Haut der Lippen hervorragend mit Pflege (aus Ölen und pflanzlichen Wachsen) versorgen und sie frisch und (wieder) prall aussehen lassen. Und zwar durch raffinierte Pigmente, die die Farben intensivieren und die Lippen voller aussehen lassen. Etwa Schattenpigmente, die den Lippen Form und den Farben Tiefe verleihen.

Wie in der Pflege legen Hersteller auch bei dekorativer Kosmetik immer größeren Wert auf den Einsatz natürlicher Inhaltsstoffe, deren Anteil in den Produkten ständig steigt. Und weil auch Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen, werden immer mehr moderne Lippenstifte mit Refills angeboten.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 03:37 auf https://www.sn.at/leben/beauty-die-verwandlung-118630441

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