Leben

Duft: Ein Hauch Sommer

Ein Sommer wie damals - vor der Pandemie - wird es wohl auch heuer nicht ganz werden. Aber: Für ein Feeling "wie damals" sorgen Düfte.

Wiedersehen macht Freude. Das trifft auf Menschen zu und erst recht auf Jahreszeiten. Von allen Jahreszeiten ist uns der Sommer wohl die liebste, denn er verspricht Leichtigkeit und Lebenslust. Leichtigkeit und Lebenslust sind auch Merkmale der aktuellen Damendüfte, die sich zu einem Großteil als Klassiker in sommerlichem Gewand präsentieren. Und auf diese Weise die Sehnsucht nach Vertrautem, nach "wie früher" stillen.

Sommerduft 2021: Die üblichen Verdächtigen

Blumen und Blüten spielen in der Herstellung eines Duftes immer eine tragende Rolle. Blumendüfte, die größte Duftfamilie überhaupt, erfreuen sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Auch dieser Sommer ist da keine Ausnahme, denn mit einem Duft, geboren aus einem Meer von Blüten, assoziiert man Femininität, Eleganz, Romantik und Zeitlosigkeit.

Und so werden für die aktuellen Düfte alle nur denkbaren Arten von Rosen, aber auch Jasmin, Lavendel, Mimosen, Orchideen usw. verarbeitet. Früchte dürfen - allen voran Zitrusfrüchte, aber auch Bergamotte, Birnen, Äpfel und Beeren - auch nicht fehlen. Ihre Aufgabe ist es, für Leichtigkeit und Frische zu sorgen. Gewürze wie Ingwer oder Vanille setzen Zeichen, sind also für Spritzigkeit oder Behaglichkeit verantwortlich. Hölzer (Zeder, Sandelholz) geben einem Duft Wärme, Eleganz und Ausgewogenheit.

Mit diesen Komponenten spielen Parfümeure auch bei den aktuellen Düften und verwandeln ein Eau de Toilette in ein Eau de Parfum und umgekehrt. Sie spielen aber auch mit Verhältnismäßigkeiten, heben einen Inhaltsstoff besonders hervor oder bringen einen völlig neuen ins Spiel und bitten so neue Facetten eines bekannten Duftes vor den Vorhang. Hermès präsentiert von Twilly ein "Eau Ginger", Chanel hat für Coco Mademoiselle eine "Collection Été" kreiert. Dolce&Gabbana haben ihren Sommerklassiker Light Blue in ein Eau de Parfum verwandelt. Idôle von Lancôme ist als "Idôle Aura" noch strahlender, My Way von Giorgio Armani in der Intense-Variante noch sinnlicher, "Libre" von YSL als Eau de Toilette noch intimer. Romantischer zeigt sich "Flowerbomb Mariage Eau de Parfum" von Viktor&Rolf, blumiger als gewohnt "Gucci Flora Gorgeous Gardenia" und "Omnia by Mary Kateamtzou" von Bulgari. Und mit "Terra di Gioia" ist das Gioia-Quartett von Giorgio Armani komplett.

Klingt nach Fingerübung. Ist aber keine, denn auch wenn das Ergebnis weitgehend angenehm vertraut ist, jede Komposition beginnt weitgehend bei null und funktioniert eigentlich nur, wenn ein Duft tatsächlich Potenzial für mehr besitzt.

Sommerduft 2021: Die unüblichen Verdächtigen

Es geht natürlich auch anders. Ganz anders. Große, berühmte Dufthäuser und kleine Manufakturen können (und/oder wollen) es sich leisten, Neuland zu betreten. Unbeirrt und unbeeindruckt von Trends, präsentieren sie Kompositionen, die tatsächlich überraschen. So entführt etwa Chanel mit "Paris Édimbourg" (mit Wacholderbeere, Zypresse, Zedernholz und Vetiver) in die ursprüngliche Wildnis Schottlands. Giorgio Armani lädt mit "Cyprès Pantelleria" (Zitrusessenzen, Neroli, Zypresse und Hölzer) aus der Armani-Privé-Les-Eaux-Linie ein auf die Vulkaninsel Pantelleria. Tom Ford huldigt mit "Soleil Brûlant" (Früchte, Gewürze, Harze, Hölzer, schwarzer Honignektar, Bernstein, Kaffee und Tonkabohne) dem Zauber brennender Sonne. Maison Lancôme erweitert mit "Jasmin d'Eau" und "Rose Peonia", Guerlain mit "Nettare Di Sole" und "Flora Salvaggia" das Spektrum kostbarer Blumendüfte.

"Autumn Vibes" (Zedernholz, Moos, rosa Pfeffer, Kardamom) aus der Replica-Linie von Maison Margiela nimmt ein wenig schon den kommenden Herbst vorweg, ebenso das sinnlich-pure "Lethe" (Bergamotte, Lavendel, Seerose, Kaschmirholz, Moschus, Amber und Vanille) von Ulrich Lang New York.

Aufgerufen am 17.09.2021 um 05:42 auf https://www.sn.at/leben/duft-ein-hauch-sommer-107962681

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