Leben

Einradfahren: Gut fürs Hirn

Einradfahren wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Über eine Sportart, die ihren Weg vom Zirkus in den Freizeitsport gemacht hat.

Seit den 80er-Jahren erobern die Einradfahrer auf sogenannten Municycle-Einrädern die Berge. SN/SchwarzfischerMiriam - stock.ado
Seit den 80er-Jahren erobern die Einradfahrer auf sogenannten Municycle-Einrädern die Berge.

Grazer Wissenschafter machten vor ein paar Jahren eine erstaunliche Entdeckung. Bernhard Weber und Karl Koschutnig hatten zuvor untersucht, welche Veränderungen sich am Gehirn im Zuge einer herausfordernden Gleichgewichtsaufgabe feststellen lassen. Dafür ließen sie 23 Erwachsene, die noch niemals auf Einrädern gesessen waren, drei Wochen lang mit diesen Sportgeräten trainieren. Das Ergebnis war eindeutig: Alle Probanden zeigten deutliche Veränderungen in Gehirnarealen und Netzwerken der motorischen Kontrolle, der räumlich-visuellen Aufmerksamkeit und der sensorischen Informationsverarbeitung. In den Gehirnen der Studienteilnehmer hatte das Einradfahren sozusagen eine neue "Verdrahtung" bewirkt. Damit wurde der eindeutige Beweis geliefert: Einrad fahren macht schlau(er)! Wie aber funktioniert das "Unicycling"?

Balance auf dem Rad

Beim Einradfahren sitzt der Fahrer freihändig auf einem Bananensattel senkrecht über der Radnabe und tritt, ähnlich wie beim Fahrrad, in die Pedale, um sich fortzubewegen und das Gleichgewicht zu halten. Durch das sogenannte Pendeln kann das Einrad auf der Stelle gehalten werden. Dabei bewegt der Fahrer das Rad eine halbe Umdrehung vor und wieder zurück. Echten Profis gelingt es auch ohne eine Pendelbewegung, auf dem Rad zu balancieren. Anders als beim Fahrrad gibt es keinen Freilauf. Gebremst wird durch Muskelkrafteinwirkung auf das Pedal gegen die Drehrichtung der Kurbel. Während das Einradfahren früher hauptsächlich von Zirkusartisten betrieben wurde, reiht es sich heute bereits in die Liga der populären Trendsportarten ein. Etwa 30 verschiedene Disziplinen gibt es schon, die mit Einrädern praktiziert werden können. Nur eine ist zum Beispiel das Municycling (mountain unicycling), quasi das Monoäquivalent zum Mountainbiken. Daneben gibt es unter anderen auch das Genre Freestyle, wo ähnlich wie beim Eiskunstlauf zu Musik Kunststücke in einer einstudierten Abfolge gezeigt werden.

Größen und Vorlieben

Einräder gibt es in verschiedenen Größen und Preisklassen zu kaufen. Besonders wichtig ist, die richtige Größe für sich zu finden und zu prüfen, ob das Rad zu den eigenen Vorlieben passt. Die Radgröße hängt übrigens nicht unbedingt allein von der Fahrergröße ab. Je größer das Rad ist, desto schneller kann damit gefahren werden, kleine Räder sind dafür wendiger. Im Munisport werden daher größere Räder bevorzugt, im Freizeitbereich ist die Radgröße eine Geschmackssache.

Aufgerufen am 20.10.2021 um 12:00 auf https://www.sn.at/leben/einradfahren-gut-fuers-hirn-110597815

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