Leben

Geocaching: die moderne Schatzsuche

Auf eine Schnitzeljagd begeben sich Geocacher und entdecken dabei nicht nur die Schätze an sich, sondern auch neue Gegenden.

Was einst nur mit entsprechendem GPS-Gerät ausgeübt werden konnte, ist heute für alle Besitzer eines Smartphones möglich: Geocaching. Dabei begibt man sich auf die Suche nach dem sogenannten Geocache, einem Schatz, den ein anderer versteckt hat. Statt einer Schatzkarte bedient man sich dabei der Koordinaten, die der Verstecker auf einer der Onlinedatenbanken eingetragen hat. Zwar kennt der Suchende nun den exakten Ort, an dem sich der Schatz befindet - um jedoch tatsächlich erfolgreich zu sein, ist zumeist ein größerer Aufwand nötig. Genau das mache das Geocaching so reizvoll, sagt Daniel Sailer, der selbst seit 15 Jahren Geocaching betreibt und dafür gemeinsam mit Kollegen eine eigene Website ins Leben gerufen hat: www.geocache.at

Finder tragen sich ins Logbuch ein

"Es ist häufig sehr herausfordernd, das Versteck des Geocaches zu finden. Die entsprechenden Geocacher haben sich da oft viel Mühe gegeben, damit man einiges an Rätselspaß hat", erzählt der Steirer. Wiesen, Höhlen, Ruinen, öffentliche Gebäude - im Grunde könne sich ein Geocache überall verstecken. Ein tatsächlicher Schatz befindet sich im Geocache nicht - vielmehr handelt es sich um einen verschließbaren Behälter, in dem hauptsächlich ein Logbuch und ein Stift eingepackt sind. In dieses Buch kann sich der Finder eintragen und damit seinen Erfolg mit weiteren Geocachern teilen. Selten und insbesondere in kinderfreundlichen Geocaches seien mitunter auch kleine Gegenstände wie beispielsweise Murmeln oder ein kleines Spielzeug enthalten, die der Finder mitnehmen und durch etwas Mitgebrachtes austauschen kann.

Die Basis des Spiels ist online

Die Koordinaten für die Tausenden Geocaches, die auf der gesamten Welt und auch in ganz Österreich verteilt sind, lassen sich über das Internet herausfinden. Dafür gibt es eigene Plattformen, die bekannteste darunter ist die offizielle, www.geocaching.com, über die man auch die dazugehörige App für das Smartphone oder Tablet herunterladen kann. Hinter diesem Programm steht das US-Unternehmen Groundspeak, das das Spiel kostenfrei zur Verfügung stellt. Eine weitere unabhängige Plattform für Geocacher ist www.opencaching.de.

"Diese Plattformen dienen einerseits dazu, überhaupt erst die Koordinaten zu erhalten. Andererseits tauschen sich hier die Geocacher auch aus und bewerten die jeweiligen Caches, insbesondere den Ort, an dem er versteckt war", beschreibt Sailer. Auf diese Weise und auch über öffentliche Geocacher-Treffen habe er viele Kontakte geknüpft und Neues dazugelernt. "Beispielsweise habe ich Geologen kennengelernt, die mich darüber informiert haben, wie man sich in einer Höhle verhält, ohne die darin lebenden Fledermäuse zu gefährden."

Neue Umgebungen kennenlernen

Ein entscheidender Clou für die meisten Geocacher sei die Möglichkeit, neue Gegenden zu erforschen. "Im Idealfall versteckt ein Geocacher den Cache an einem Ort, dessen Besuch sich für den Suchenden lohnt." Einerseits sei das eine tolle Gelegenheit, auf Reisen das jeweilige Land noch besser kennenzulernen, andererseits auch, die eigene Heimat näher zu erforschen. "Es ist ein moderner Weg, um neue Plätze kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln. Ich selbst habe viele neue Plätze, auch in meiner Umgebung, durch Geocaching gefunden."

Entscheidend für die Verstecker sei ein Bewusstsein für die Natur, für den Schutz von Gebäuden und Einrichtungen sowie für Sicherheit. "Ein Cache, der an einem Ort versteckt wurde, an dem mit der Zeit etwas beschädigt wird, ist nicht zulässig und wird deaktiviert." So wandere jeder Cache vor seiner Veröffentlichung in die Hände eines Reviewers, der diesen überprüft und freigibt.

Nicht unbedingt ein Grund zur Deaktivierung sei eine gewisse Gefahr, die mit dem Suchen und Finden eines Caches einhergehe. "Es gibt Unterwasser-Caches und solche in Hängen der Berge, da sind der Kreativität ja keine Grenzen gesetzt. Überall, wohin man auf irgendeine Weise gelangen kann, lässt sich auch ein Geocache verstecken, der sich womöglich an eine bestimmte Zielgruppe richtet, beispielsweise eben Taucher oder Kletterer." Sailer appelliert an die Vernunft der Verstecker und der Finder. "Man sollte die Risiken überdenken und nichts tun, bei dem man sich nicht sicher fühlt."

Aufgerufen am 16.10.2021 um 11:12 auf https://www.sn.at/leben/geocaching-die-moderne-schatzsuche-110544898

Kommentare

Schlagzeilen