Gesundheit

China plant komplettes Rauchverbot an öffentlichen Plätzen

Eine von drei Zigaretten weltweit wird in China geraucht. Jährlich sterben eine Million Chinesen am Tabakkonsum. Deswegen will Chinas Regierung im Kampf gegen das Rauchen hart durchgreifen.

China plant komplettes Rauchverbot an öffentlichen Plätzen SN/AP
Symbolbild.

China will landesweit das Rauchen an öffentlichen Plätzen verbieten. Bis Ende des Jahres solle das Verbot umgesetzt werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. In öffentlichen Gebäuden, Einkaufszentren, Restaurants oder auch in U-Bahnen müssen die Glimmstängel dann ausbleiben. Fast ein Drittel aller Raucher weltweit lebt nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China - aber nur rund ein Fünftel der Weltbevölkerung. Bisher gibt es nur in einigen chinesischen Großstädten offizielle Rauchverbote.

Den Tabakkonsum in der Öffentlichkeit rechtlich zu verbieten, sei ein entscheidender Schritt, sagte Mao Qun'an von der Kommission für Nationale Gesundheit und Familienplanung am Rande der Globalen Konferenz zur Gesundheitsförderung in Shanghai, die noch bis Donnerstag tagt. Rauchfreie Zonen müssten zudem besser geschützt werden, so die Kommissionsvertreterin.

Auch Preis- und Steuererhöhungen für Tabakprodukte und mehr öffentliche Aufklärung sollen die Menschen in der Volksrepublik vom Rauchen abhalten. Die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan lobte die Verschärfung der Richtlinien. China müsse aber noch mehr unternehmen, um den Tabakkonsum einzuschränken.

In China gibt es nach Angaben der WHO mehr als 300 Millionen Raucher. Jährlich sterben demnach eine Million Chinesen an den Folgen des Tabakkonsums. Hinzu kommen schätzungsweise 100 000 durch Passiv-Rauchen. Bis 2020 könnte die Zahl der Rauchertoten auf zwei Millionen im Jahr steigen, wenn nichts getan werde, warnte die WHO.

In China rauchen weit mehr Männer als Frauen. Nach einer Studie in der Fachzeitschrift "The Lancet" von 2015 ist bei rund 20 Prozent der männlichen Toten zwischen den Jahren 2010 und 2020 Rauchen die Todesursache.

Rauchverbote haben es in China allerdings schwer. Oft werden Verbotsschilder ignoriert. Bisher gelten laut Xinhua landesweit in nur 20 Städten Beschränkungen für das Rauchen. In der Hauptstadt Peking gilt schon ein Verbot unter anderem in öffentlichen Gebäuden, Restaurants oder Transportwegen. In Shanghai tritt die strengere Umsetzung des Rauchverbots Anfang kommenden Jahres in Kraft. Bei Missachtung drohen Rauchern Geldstrafen zwischen 50 und 200 Yuan, umgerechnet etwa zwischen 6 und 27 Euro.

Quelle: Dpa

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