Gesundheit

Darmkrebs: Biomarker sagen Therapiewirksamkeit voraus

Darmkrebs ist nicht gleich Darmkrebs: Kolorektale Karzinome treten in unterschiedlichen Subtypen auf. Daher spricht auch nur ein Teil der Patienten auf vorhandene Therapien gut an.

Symbolbild. SN/fotolia
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Wissenschafter eines europäischen Forschungskonsortiums, darunter auch Forscher der Med-Uni Graz, haben zwei Marker entdeckt, die auf tumorspezifische Wirksamkeit unterschiedlicher Chemotherapeutika schließen lassen.

Die therapeutischen Erfolge moderner Krebstherapieverfahren bleiben noch oft hinter den Erwartungen zurück: Auch die besten Medikamente helfen nicht jedem. Dickdarmkrebs beispielsweise umfasst eine ganze Palette von Tumorerkrankungen mit verschiedenen genetischen Ursachen. Lediglich ein Teil der Tumore reagiert auf die verfügbaren Therapien. "Das Kolonkarzinom ist ein sehr heterogener Tumor. Das wirkt sich auf den Erfolg der verfügbaren Therapien aus", erklärte Johannes Haybäck vom Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz gegenüber der APA.

In dem von der Europäischen Kommission geförderten Forschungskonsortium "OncoTrack" hat der Wissenschafter aus Graz gemeinsam mit seinen internationalen Kollegen in einer präklinischen Studie frische Tumorproben von 106 Darmkrebspatienten mit modernsten molekularbiologischen Methoden analysiert und auf individuelle molekulare Charakteristika hin untersucht. Das Konsortium hat dabei Strukturen entdeckt, die den Therapieerfolg von zwei Substanzen prognostizieren können.

"Diese Sensitivitätsprädiktoren könnten für die klinische Verwendung von Cetuximab und 5-Fluorouracil große Bedeutung haben", präzisierte Haybäck. Der erstgenannte Wirkstoff ist ein oftmals eingesetzter Hemmstoff des Rezeptors für den Wachstumsfaktor EGFR. Bei letzterem handelt es sich um das Zytostatikum 5FU. Die Ergebnisse der Studie wurden in der jüngsten Ausgabe des Journals "Nature Communications" veröffentlicht.

Um zu den Ergebnissen zu kommen, wurden aus den Proben aus dem Uniklinikum Graz und der Charite in Berlin rund 50 dreidimensionale Zellkulturen und rund 60 Mauskulturen erstellt. Dann beobachteten die Forscher wie die Zellkulturen auf molekularer Ebene auf unterschiedliche medikamentöse Behandlung reagierten. "Wir haben rund 20 verschiedene Substanzen getestet", schilderte Haybäck. In Tumorgruppen, die einen positiven Behandlungsfortschritt zeigten, haben die Forscher dann nach typischen Signaturen - den sogenannten Biomarkern - gesucht, und auch gefunden.

"Grundlage für die Anwendung der zur Verfügung stehenden Therapieoptionen ist ein tieferes Verständnis der Biologie und Genetik des Kolonkarzinoms", schilderte Haybäck. Er zeigte sich überzeugt, dass durch das Verbundforschungsprojekt noch weitere wertvolle Ergebnisse zu erwarten sind: Man habe nun eine Vielzahl an Omics-Informationen vorliegen, welche die molekularen Grundlagen dieser Gruppe von Tumoren beschreiben und entschlüsseln helfen. "Wir sitzen jetzt auf einem riesigen Datensatz, der sich in einer Publikation alleine gar nicht abbilden lässt. Wir werden an den Daten weiterarbeiten, um noch spezifischere Therapievorschläge machen zu können", kündigte Haybäck an. Die bereits identifizierten Biomarker will man mithilfe der Industriepartner "in den klinischen Alltag" bringen.

Quelle: APA

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