Gesundheit

Der Hund ist ein guter Fitnesspartner

Mensch und Hund sind seit Jahrtausenden miteinander ein gutes Team. Das gilt auch heute noch, wie etliche Studien zeigen. Der Vierbeiner animiert zudem zu mehr Bewegung.

Der Vierbeiner animiert zu mehr Bewegung.  SN/inkevalentin - stock.adobe.com
Der Vierbeiner animiert zu mehr Bewegung.

Hunde gelten nicht nur als beste Freunde des Menschen. Sie könnten auch ein entscheidender Faktor für die Fitness und damit Gesundheit ihrer Halter sein. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der Universität von Liverpool. Den britischen Wissenschaftern zufolge gelingt es Hundebesitzern eher, das empfohlene Pensum für körperliche Aktivität zu schaffen.

Wer sich regelmäßig bewegt, lebt gesünder und hat ein geringeres Risiko für chronische Erkrankungen. Deswegen sollten sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsene beispielsweise mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bis intensiv bewegen. Doch längst nicht alle Menschen erreichen jene zweieinhalb Stunden.

Bewegungsmuffel sollten deshalb über die Anschaffung eines Hundes nachdenken. Denn dass die Tiere zu mehr Bewegung im Alltag animieren und gesünder machen können, haben bereits mehrere Studien nahegelegt. So ergab etwa 2017 eine schwedische Untersuchung, dass Hundebesitzer länger leben und seltener an Herz-Kreislauf-Leiden erkranken.

Laut einer britischen Untersuchung aus dem gleichen Jahr bewegten sich Menschen mit Vierbeinern selbst bei äußerst schlechtem Wetter mehr als Nichthundebesitzer bei schönem Wetter. Unklar war bislang allerdings, ob das Gassigehen andere Formen sportlicher Aktivitäten ersetzt.

Ein Team um Carri Westgarth vom Institut für Epidemiologie und Bevölkerungsgesundheit an der Universität Liverpool sah sich nun das Verhalten von 191 Erwachsenen mit einem Hund im Haushalt, 455 Erwachsenen aus Haushalten ohne Hund und 46 Kindern an. Mithilfe eines Fragebogens und persönlicher Interviews wurde die Aktivität der Studienteilnehmer aus der britischen Region Cheshire West erfasst und die Daten dann verglichen.

Das Resultat: Bei Hundehaltern war es vier Mal wahrscheinlicher, dass sie sich die empfohlenen 150 Minuten pro Woche bewegten. Auch Kinder in Haushalten mit Hund waren körperlich aktiver, wie die Wissenschafter im Fachblatt "Scientific Reports" berichten.

Zudem legte die Untersuchung nahe, dass das Gassigehen zusätzlich und nicht anstelle von anderen sportlichen Aktivitäten wie Joggen erfolgte. Insgesamt gingen die Hundebesitzer zudem öfter mit ihren Tieren vor die Tür, anstatt weniger längere Spaziergänge zu unternehmen - was den Studienautoren zufolge zur Empfehlung passt, sich regelmäßig zu bewegen und vor allem längere Sitzphasen zu vermeiden. Unter den Teilnehmern gab es allerdings auch einen kleinen Anteil, der zwar einen Hund besaß, diesen aber nicht ausführte, weil das Tier etwa draußen lebte. Diese Hundehalter bewegten sich den Forschern zufolge noch weniger als Nichthundebesitzer.

Unklar bleibe allerdings, ob ein Hund seine Halter zu mehr Bewegung motiviere oder ob sich eher Menschen einen vierbeinigen Freund zulegten, die ohnehin schon aktiver seien, schränken die Autoren ein. Zudem basiere die Untersuchung auf der Selbsteinschätzung ihrer Teilnehmer, was eine mögliche Fehlerquelle sei.

Die Forscher plädieren auch dafür, bei der Anschaffung eines Hundes an dessen Wohl zu denken und ihn nicht nur als Mittel zum Zweck zu sehen.

Quelle: SN, Dpa

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