Gesundheit

Die E-Card wird ab sofort nur mehr mit Foto ausgeliefert

Mit der neuen Generation soll die Identität eines Patienten leichter überprüfbar werden. Und die Karte gilt als fälschungssicherer. Derzeit verschwinden jährlich rund 200.000 E-Cards.

Ein Muster der neuen Generation an E-Cards mit Foto. SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Ein Muster der neuen Generation an E-Cards mit Foto.

Ab sofort startet der Versand der neuen Generation von E-Cards mit Foto. Die erste Karte überreichte am Mittwoch Alexander Biach, Vorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl bei einer Pressekonferenz. Bis Ende 2023 müssen alle alten E-Cards gegen 8,8 Millionen neue Karten ausgetauscht sein. Ausgenommen sind ausdrücklich Kinder unter 14 Jahren, Senioren ab dem 70. Lebensjahr und Pflegegeldbezieher der Stufen 4, 5, 6 und 7.

Die überwiegende Mehrheit der Versicherten (85 Prozent) haben mit der Ausstellung keinerlei Aufwand. Die E-Card wird gratis zugestellt und landet automatisch im Briefkasten kurz vor Ablauf der Gültigkeit der europäischen Krankenversicherung (die Gültigkeitsdauer ist auf der Rückseite der Karte ersichtlich). Für das Foto kann der Hauptverband auf die behördlichen Register zurückgreifen. Liegt bereits ein Foto aus Reisepass, Personalausweis, Scheckkartenführerschein oder ein Dokument des Fremdenregisters vor, so wird dieses automatisch auf die E-Card übernommen.

Liegen mehrere Fotos vor, entscheidet der Versicherungsverband, welches Foto verwendet wird. Die Versicherten haben kein Recht, ein Foto zu wählen, auf dem sie sich selbst besser gefallen. Um Datenschutzkritikern vorzubeugen, betonte Volker Schörghofer, stv. Generaldirektor im Hauptverband: "Die Fotos werden verschlüsselt an den Kartenproduzenten übertragen und sofort nach der Herstellung wieder gelöscht. Auf dem Chip werden auch keine Gesundheitsdaten der Versicherten gespeichert."

Biach betonte, dass die Ausfolgung der Karten mit Fotos drei Monate früher erfolge als vom Gesetzgeber gefordert. Bis Ende 2021 seien schon mehr als die Hälfte aller Karten ausgetauscht. Ein wesentliches Anliegen hinter dem Foto auf der E-Card sei die vereinfachte Identitätsprüfung bei den Anbietern von Gesundheitsdiensten, vor allem in den Arztordinationen. "Die Prüfung der Identität ist natürlich mit einem Foto auf der Karte deutlich rascher und einfacher möglich."

Gesundheitsministerin Zarfl verwies auch darauf, dass die E-Card als Schlüssel zur elektronischen Gesundheitsakte ELGA diene. Mit dem neuen System könne etwa verhindert werden, dass im Zuge der E-Medikation Arzneimittel und Befunde einer falschen Person zugeordnet würden.

Zahlen darüber, wie oft eine E-Card derzeit verbotenerweise weitergegeben und damit Sozialbetrug begangen wird, liegen dem Hauptverband nicht vor. Dort geht man von einigen wenigen Einzelfällen aus, die Schadenssumme sei vernachlässigbar. Warum jährlich rund 200.000 Karten verschwinden, ist eine andere Frage.

Laut Hauptverband werden jedes Jahr 170.000 E-Cards als verloren gemeldet, 25.000 bis 30.000 als gestohlen. Die neue Karte ist mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen wie Irisdruck, Lasergravur sowie UV- und Infrarot-Farben ausgestattet, sie nachzumachen oder zu kopieren sei fast unmöglich, sagen die Experten.

Jene 15 Prozent, für die kein Foto in einem Register vorhanden ist, müssen ab 1. Jänner 2020 ein Foto beibringen. Empfohlen wird dies drei bis vier Monate vor Ablauf der alten Karte. Österreichische Staatsbürger müssen sich an eine der 195 Registrierungsstellen bei Einrichtungen der Sozialversicherung wenden. Für Nicht-Staatsbürger sind die Landespolizeidirektionen zuständig. Für die Beibringung des Fotos gibt es eine Frist von 90 Tagen. Verstreicht diese Frist ungenutzt, erfolgt eine Sperre der E-Card.

Aufgerufen am 08.12.2021 um 11:52 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/die-e-card-wird-ab-sofort-nur-mehr-mit-foto-ausgeliefert-77100226

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