Gesundheit

Eisen ist für den Körper wichtig

Blasse Haut, ständig müde, schlechter Schlaf und rissige Haut - wenn man diese Symptome schon länger beobachtet, könnte ein Eisenmangel der Grund sein.

Frauen und Kinder sind häufig von Eisenmangel betroffen.  SN/APA/dpa/Felix KŠstle
Frauen und Kinder sind häufig von Eisenmangel betroffen.

Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet an Eisenmangel. Am meisten betroffen sind Frauen vor der Menopause, Schwangere und bei Kinder unter fünf Jahren. Senioren, Patienten mit chronischen Erkrankungen und Patienten nach Operationen, die mit hohem Blutverlust einhergegangen sind, kann es genauso treffen. Ebenso Menschen, die regelmäßig Blut spenden sowie Vegetarier und Veganer.

In der Schwangerschaft etwa nimmt das Blutvolumen um mehrere Liter zu. Dafür wird täglich das Doppelte an Eisen benötigt (Tagesbedarf 30 mg täglich statt 15 mg). Man geht davon aus, dass für diesen starken Bedarf des Körpers auch die Eisenresorption im Darm gesteigert werden kann, auf maximal 40 Prozent des Eisens im Essen. Durch eine angepasste Ernährung können viele Frauen ihren Eisenbedarf in der Schwangerschaft decken - aber leider nicht alle. Vor allem wenn die Eisenspeicher bereits zu Beginn der Schwangerschaft im sehr niedrigen Bereich waren. Die meisten Frauenärzte prüfen die Eisenwerte im Blut und empfehlen den Eisenmangel mit entsprechenden Eisentabletten auszugleichen.
Nach der Schwangerschaft sind die Eisenspeicher erst einmal ziemlich ausgereizt. Dementsprechend brauchen Frauen auch nach der Geburt weiterhin mehr Eisen als sonst. Das hat weniger mit dem Stillen an sich zu tun, als mit der Erholung des Körpers, die einfach Zeit braucht.

Eisenmangel hat schwerwiegende Folgen

Eisen wird im gesamten Körper gebraucht. Es regt die Bildung roter Blutkörperchen an und sorgt dafür, dass Herz und Skelettmuskulatur wirksam funktionieren. Es spielt eine entscheidende Rolle in der Immunabwehr, für den Erhalt der Leistungsfähigkeit und für eine normale Hirnfunktion. Sind die verfügbaren Eisenspeicher des Körpers gering (Eisenmangel), kann sich dies auf fast alle Lebensbereiche auswirken, wie den Stoffwechsel, die geistige und körperliche Gesundheit, die Arbeitsproduktivität und selbst die Sexualfunktion. Laut Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation führt Eisenmangel zu einer um bis zu 30 Prozent geringeren physischen Arbeitsleistung.

Die Aufnahme von Eisen erfolgt über die Verdauung, weshalb eine falsche Ernährung und Probleme mit dem Darm auch zu verringerter Eisenaufnahme führen.

Eisenmangel kann etwa ein wichtiges Symptom für Zöliakie sein. Diese lebenslange Gluten-Unverträglichkeit führt zu Entzündungen der Darmschleimhaut, die sich zurückbildet und Nährstoffe nicht mehr richtig aufnimmt. So entsteht u.a. ein chronischer Eisenmangel. Auch bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kommt es sehr häufig zu Eisenmangel. Wahrscheinlich haben mehr als zwei Drittel der Betroffenen einen Eisenmangel, davon ein Drittel sogar eine Eisenmangelanämie (Blutarmut). Mehrere Faktoren spielen dabei zusammen:
Durch den entzündeten und gestörten Darm kann weniger Eisen aufgenommen werden. Gleichzeitig blockiert die Entzündung im Körper die Eisenspeicher in der Leber - so kann vorhandenes Eisen nicht genutzt werden (funktioneller Eisenmangel). Außerdem reagiert die Entzündung im Darm gereizt auf das oxidierte Eisen, weshalb eisenhaltige Lebensmittel gemieden und starke Eisen-Medikamente nicht eingenommen werden.

Ein Bluttest zeigt an, ob Eisen fehlt

Eisenmangel kann durch einen Bluttest einfach und schnell festgestellt werden. Für die Therapie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
Die Einnahme von oralen Eisenpräparaten - in Form von Tabletten, Kapseln oder Säften.
Eiseninfusionen. Dabei wird das Eisen-Präparat direkt in die Vene eingebracht. Nur ein bis zwei Behandlungen sind nötig, um die leeren Eisenspeicher wieder aufzufüllen. Der wesentliche Vorteil dieser Therapieform ist, dass auf diesem Weg die gesamte Eisendosis dem Körper unmittelbar und ohne Verluste zur Verfügung steht. In der Regel stellen Patienten bereits kurze Zeit nach einer Eiseninfusion eine deutliche Besserung ihrer Lebensqualität fest.

Eisenhaltige Lebensmittel können unterstützend wirken

Wie hoch der Eisenbedarf des Menschen ist, hängt von vielen Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht und Lebensphase ab. Bei gesunden Erwachsenen bis 50 Jahre wird empfohlen täglich 10 mg (Männer) bzw. 15 mg (Frauen) zuzuführen.

Eisenhaltige Lebensmittel unterstützen den Körper. Eisen ist enthalten in Schweineleber, Rinderschinken, Kalbsleber, Leberwurst, Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Schinken, Huhn, Weizenkleie, Hirseflocken , Weizenkeime , Haferflocken, Grünkern, Buchweizen, Roggenmehl, Vollreis, Roggenbrot und Weizenmehl. Ebenso in: Kürbiskernen, Pinienkernen und Nüssen, in Austern, Ölsardinen und Eiern sowie in Hülsenfrüchten und Spinat. Eisen aus Fleisch wird etwa drei Mal besser verwertet als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Vitamin C fördert die Resorption von Eisen. Aber nur fünf Prozent bis maximal 15 Prozent des zugeführten Eisens wird auch wirklich resorbiert, der Rest wird ungebraucht wieder ausgeschieden. Kaffee, schwarzer Tee, Milchprodukte und Weißmehlprodukte können die Aufnahme von Eisen im Darm hemmen und sollten nicht gleichzeitig oder eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit getrunken bzw. gegessen werden.

Aufgerufen am 24.10.2021 um 08:20 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/eisen-ist-fuer-den-koerper-wichtig-63363097

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