Gesundheit

Fußball-Felder aus Kunstgras auf Krebsgefahr untersucht

Niederländischer TV-Bericht warnt vor möglichen Gesundheitsschäden durch Gummi-Granulat. Manche Vereine sagten daraufhin ihre Spiele ab.

Fußball-Felder aus Kunstgras auf Krebsgefahr untersucht SN/gepa pictures
Im Kunstrasen auf Fußballplätzen könnten Gesundheitsgefahren stecken.

Die niederländischen Behörden lassen viele Fußballfelder aus Kunstrasen auf mögliche Gesundheitsgefahren untersuchen. Das teilte das nationale Institut für Umwelt und Gesundheit am Montagabend in Zeist bei Utrecht mit. Anlass waren Warnungen von Wissenschaftlern im niederländischen TV, dass das Kunststoffgranulat auf den Feldern möglicherweise krebseerregende Stoffe enthalte.

Dutzende von Amateur-Vereinen hatten daraufhin beschlossen, vorerst die Felder nicht zu benutzen.

Weichmacher-Öle als Gefahrenquelle?

Das sei nicht nötig, erklärte das Institut, empfiehlt aber, nach der Nutzung zu duschen. Die Wissenschaftler hatten in der TV-Sendung Zembla erklärt, dass die Folgen für die Gesundheit nur unzureichend untersucht worden seien.

Der niederländische Fußballverband KNVB erklärte, dass die Felder den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Verband will das Ergebnis der Untersuchung abwarten, ehe über Maßnahmen entschieden werde. Das Ergebnis soll in einigen Wochen vorliegen.

In den Niederlanden sorgte der TV-Bericht für Aufregung. Allein am vergangenen Wochenende sollen deshalb im Amateurbereich rund 30 Spiele abgesagt worden sein. Ein Journalist hatte nach siebenmonatigen Recherchen festgestellt, dass 90 Prozent der rund 3000 Kunstrasenplätze in den Niederlanden aus einem Granutat aus alten Autoreifen hergestellt sind, die Weichmacher-Öle enthalten. Diese Öle beinhalten so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige krebserregend sein sollen.

Alternative Kork ist deutlich teurer

Eine mögliche Alternative zu dem Granulat könnte Kork sein, wie es der holländische Verband verwendet. Doch das sei vergleichsweise teuer. Bereits 2006 sei eine Studie zu dem Thema erstellt worden. Diese sei zu dem Schluss gekommen, das Granulat sei unschädlich. Weil aktuelle Recherchen diesem Befund widersprechen, hätten die holländische Regierung und der nationale Fußball-Verband KNVB die Behörde für Öffentliche Gesundheit und Umweltschutz (RIVM) des Gesundheitsministeriums mit einer Untersuchung beauftragt.

Laut Bericht könnten die gefährlichen Stoffe über die Atemwege oder über die Haut durch kleinste Partikel aufgenommen werden - etwa durch eine Schürfwunde. In dem Bericht des Senders VARA Laut des "VARA"-Berichts sollen vor allem Torhüter gefährdet sein. Dazu hat die ehemalige US-Nationaltorhüterin Amy Griffin (50) eine Datenbank mit 200 erkrankten Fußballern angelegt, die regelmäßig auf Kunstrasen gespielt haben. Über 100 von ihnen sind Torhüter.

Das angeblich krebserregende Granulat wird auch auf Kunstrasenplätzen anderer Länder eingesetzt, soll dort aber unter den Maximalwerten liegen, die die Weltgesundheitsorganisation vorgibt.

Quelle: Dpa

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