Gesundheit

Immunschwäche kann zu erhöhtem Risiko für Arteriosklerose führen

Ein Mangel an IgM-Antikörpern (Immunglobulin M) kann zu einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose führen.

Symbolbild. SN/APA (Fohringer)/HELMUT FOHRINGER
Symbolbild.

In der Folge sind damit auch schwere Herzkreislauferkrankungen möglich, berichtete die MedUni Wien am Montag in einer Aussendung. IgM-Antikörper werden als erste Antikörper nach Infektionen im Blut gebildet. Manchen Menschen fehlt dieses Immunglobulin M oder sie haben einen Antikörper-Mangel.

IgM-Antikörper sind quasi die "Vorhut" der Immunantwort, bevor weitere Zellen zur Infektionsbekämpfung aktiviert werden, erläuterte die MedUni. Ein totales Fehlen ist sehr selten, verminderte Spiegel an IgM-Antikörpern treten jedoch bei bis zu zweieinhalb Prozent der Gesamtbevölkerung auf. Dadurch kommt es zu einer angeborenen Immunschwäche.

Immunglobulin M kontrolliert auch die physiologische Entwicklung von B-Zellen, die für die Produktion und die Entsorgung von Antikörpern verantwortlich sind. Dadurch regulieren sie die Blutspiegel von IgE-Antikörpern (Immunglobuline E) und wachen darüber, dass diese in Schach gehalten und ausreichend immer wieder abgebaut werden, um das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten.

Geht diese Balance durch einen Mangel an IgM-Antikörpern verloren, sorgen die außer Kontrolle geratenen IgE-Antikörper für vermehrte Bildung von Plaques, Aktivierung von Mastzellen und Entzündungsvorgängen. Das verengt und schädigt die Gefäße, stellten Forscher der klinischen Abteilung für Medizinisch-chemische Labordiagnostik der MedUni in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Akademie der Wissenschaften (CeMM) fest.

"Wir konnten erstmals zeigen, dass IgE-Antikörper selbst Entzündungsreaktionen in Gefäßen hervorrufen können und dass die Hemmung dieser IgE-Antikörper die Schädigung der Gefäße verhindert", sagte Christoph Binder von der MedUni. Nun könnten neue Therapie-Optionen entwickelt werden. Die bisher unbekannte Funktion für IgM-Antikörper habe "möglicherweise auch eine wesentliche Rolle in der Ausprägung von Allergien", erläuterte Studienerstautor Dimitrios Tsiantoulas.

Quelle: APA

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