Gesundheit

Laufgenuss ohne Verletzungen

Lange Freude am Laufsport haben. Wer nach jahrelanger Sportabstinenz von heute auf morgen zum Sprint ansetzt, riskiert Verletzungen. Mit der richtigen Vorbereitung kann man hingegen richtig durchstarten.

Laufen kann einfach herrlich sein. Körper und Geist kommen in Schwung, die Landschaft zieht an einem vorbei, die frische Luft belebt die Sinne. Wäre da nicht dieses schmerzende Knie, das bei jedem Laufschritt erneut alarmiert und Stresshormone aussendet. Da ist es bald vorbei mit der Lauffreude - stattdessen findet man sich im Warteraum des Orthopäden wieder. Das "Läuferknie" ist nur ein Beispiel für eine akute Fehlbelastung des Körpers - möglich sind vielfältige Probleme an Gelenken, Knorpel, Sehnen und Knochen. Sie alle finden ihre Ursache häufig in einem falschen Laufstil und mangelnder Vorbereitung. "Gerade das ,Läuferknie', übrigens eine Überlastung der Patellasehne am unteren Ansatz, ist ein Klassiker bei Menschen, die nach vielen Jahren ohne Sport plötzlich mit dem Laufen beginnen", erklärt Sporttherapeut Michael Müller, der das Ambulatorium für Physiotherapie Metagil gegründet hat. Ungefähr ab einem Zeitraum von fünf Jahren des kompletten Sportverzichts sei davon auszugehen, dass bestimmte Muskelgruppen atrophiert seien und der Körper nicht mehr auf sportliche Leistungen eingestellt sei.

Das Training vor dem Laufen

Wer also mit dem Laufen beginnen wolle, sei gut beraten, nicht einfach loszulaufen, sondern sich entsprechend darauf vorzubereiten. Ein bis zwei Monate lang solle diese Vorbereitungszeit dauern, erklärt Müller, "in diesem Zeitraum ist es insbesondere wichtig, die Muskeln zu stärken und auch die Beweglichkeit durch Übungen zu verbessern. Je stärker die Muskeln, desto weniger werden Gelenke und Co. in Mitleidenschaft gezogen." Das Zauberwort lautet Krafttraining: Nicht nur die Beinmuskulatur, sondern auch den Oberkörper und den Rumpf sollte man dabei berücksichtigen. "Das kann man anhand von Geräten oder auch mit Eigengewichtsübungen machen." Nicht nur solle der ganze Körper wieder in Schwung kommen, auch sei es wichtig, eine allgemeine Körperspannung aufzubauen. Immer wieder zu Problemen komme es beim Laufen durch Fehlstellungen und -haltungen, die sich mitunter nach Jahren der Sportabstinenz eingeschlichen haben könnten. "Das lässt man idealerweise beim Orthopäden untersuchen. Eine Fußfehlstellung lässt sich meist einfach über Einlagen korrigieren." Folge jedoch keine Korrektur, bestehe die Gefahr, dass der Körper durch die Fehlstellung Schaden davontrage.

Empfehlenswert: Der Gesundheits-Check

Auch ein allgemeiner Check der Gesundheit beim Allgemeinarzt sei empfehlenswert. Wer das Ganze professionell angehen wolle, sei bei der Sportmedizin am Salzburger Landesklinikum am besten aufgehoben. "Da wird alles untersucht, von den Gelenken über die Muskelfunktion bis hin - ganz wichtig - zur Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems." Ein persönlicher Trainingsplan werde im Anschluss an den umfassenden Check erstellt. "Mit dem kann man dann zuverlässig durchstarten."

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