Gesundheit

Neuer Schnellnachweis für Lebensmittel-Toxin Cereulid

In den vergangenen Jahren nahmen durch das Bakterium Bacillus cereus hervorgerufene Lebensmittelvergiftungen zu. Das Bodenbakterium kommt in nahezu allen Lebensmitteln vor und bildet dort das Toxin Cereulid. Wiener und Münchner Forscher haben nun einen kostengünstigen Schnellnachweis für das Gift entwickelt und wurden dafür in Deutschland mit dem Otto-von-Guericke-Preis ausgezeichnet.

Symbolbild.  SN/robert ratzer
Symbolbild.

Bacillus cereus ist einer Aussendung der Veterinärmedizinischen Universität Wien von Freitag zufolge von Natur aus auch in vielen Lebensmitteln vorhanden. Bei einer Vergiftung reichen die Symptome von Erbrechen bis zu schwerwiegenden Erkrankungen, die in seltenen Fällen sogar tödlich verlaufen können. Selbst bei sehr hohen Hygienestandards sei es oft unmöglich, eine Kontamination mit dem Bakterium komplett zu vermeiden. Zudem sind die Sporen des Keims und das Toxin Cereulid sehr hitzestabil. Alleine in Deutschland entstehen laut Vetmeduni durch entsprechend verunreinigte Lebensmittel jährliche Schäden im zweistelligen Millionenbereich.

Eine direkte und exakte Messung des Toxingehalts in Lebensmitteln war bisher nicht möglich. Monika Ehling-Schulz vom Institut für Mikrobiologie der Vetmeduni hat gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität München eine Methode entwickelt, mit der sich exakt feststellen lässt, ob ein Produkt kontaminiert ist und welches Risiko von ihm ausgeht. Statt bisher 60 Stunden dauert die präzise, quantitative Bestimmung von Cereulid in Lebensmitteln nun lediglich 45 Minuten, so Ehling-Schulz.

Dafür wurde das Forscherteam am Donnerstag in Berlin mit dem mit 10.000 Euro dotierten Otto von Guericke-Preis der deutschen Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen ausgezeichnet.

Quelle: APA

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