Gesundheit

Österreichischer Impfplan: Impfungen bei Allergien zumeist möglich

Der Österreichische Impfplan umfasst auch in diesem Jahr neue Themen: zum Beispiel Impfungen bei Allergien und die Immunisierung spezieller Personengruppen.

Symbolbild. SN/APA/AFP/DOUGLAS MAGNO
Symbolbild.

Insgesamt stellen die Autoren unter Federführung des Gesundheitsministeriums fest, dass die Positiva bis auf extrem selten potenziell auftretende Probleme überwiegen.

"Die wissenschaftliche Evidenz ist groß, dass Impfungen trotz Allergien im Allgemeinen bedenkenlos durchgeführt werden können (Ausnahme: Anaphylaxie nach Impfung)", heißt es im Impfplan 2017. Auch entgegen den Fachinformationen stelle eine bekannte Hühnereiweißallergie gemäß internationalen Leitlinien keine absolute Kontraindikation mehr zur Verabreichung von hühnereiweißhaltigen Impfstoffen dar. Die Fachinformationen werden von den Erzeugern der Vakzine vor allem aus juristischen Gründen (Haftungsfragen) oft extrem restriktiv formuliert. Jedenfalls könnten FSME- sowie Tollwutvakzine (Reiseimpfung) unter besonderen Schutzmaßnahmen und Beobachtung nach der Impfung, aber auch Masern-Mumps-Röteln-Impfungen und Influenza-Impfstoffe auch bei bekannter Eiweißallergie verabreicht werden. Allergische Reaktionen nach Impfungen mit einem gesichertem Kausalzusammenhang träten im Allgemeinen selten auf (geschätzt ein Fall von 500.000 bis eine Million Dosen). Die Häufigkeit der schwersten Reaktionen (Anaphylaxien) lässt sich überhaupt nur noch schätzen, so gering ist sie.

Laut den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen stellen Impfungen keine Belastung für das Immunsystem dar. "Mathematische Modelle haben errechnet, dass selbst zehn Impfungen gleichzeitig appliziert das Immunsystem zu weniger als 0,1 Prozent auslasten würden", heißt es im Österreichischen Impfplan.

Auch die Impfung spezieller Personengruppen wird im neuen Impfplan behandelt. So sollte bei Kinderwunsch speziell der notwendige Impfschutz gegen Masern-Mumps-Röteln (allfällige Nachimpfung im Mindestabstand von einem Monat zur Konzeption), gegen Varizellen (Feuchtblattern; Impfung im Mindestabstand von einem Monat zur Konzeption), gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis (Impfung auch während der Schwangerschaft möglich) überprüft bzw. sichergestellt werden. Generell können bei Schwangeren Impfungen mit Totimpfstoffen (z.B. Influenza) immer durchgeführt werden, als Vorsichtsmaßnahme wird aber eine Verschiebung auf das zweite oder dritte Schwangerschaftsdrittel empfohlen.

Bei Frühgeborenen sollten die Impfungen bei stabilem Zustand gemäß ihrem Alter (nicht dem Schwangerschaftsalter) verabreicht werden. Oft sei es hilfreich, bei diesen Kindern die erste Immunisierung noch im Spital durchzuführen. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten geimpft werden. Immunisierungen mit Totimpfstoffen sind immer möglich, allerdings kann es notwendig sein, den Impfeffekt später zu kontrollieren (Titeruntersuchungen). Für Lebendimpfstoffe gelten besondere Regeln. Solche Impfungen sollten bei Menschen mit schwerer Immundeffizienz nicht angewendet werden.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 08:24 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/oesterreichischer-impfplan-impfungen-bei-allergien-zumeist-moeglich-528526

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