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Moderne Wirbelsäulenchirurgie durch minimal-invasive Eingriffe

Mikroskopische, minimal-invasive und endoskopische Operationen sind heute längst "state of the art" und stehen auch in der Wirbelsäulenchirurgie auf der Tagesordnung. Operationen an der Bandscheibe, dem Spinalkanal, aber auch Stabilisationen von Brüchen werden durch kleine Hautschnitte behandelt.

Aufgrund verbesserter Techniken und Implantate können immer mehr Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden. SN/Teeradej - stock.adobe.com
Aufgrund verbesserter Techniken und Implantate können immer mehr Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden.

Ein Endoskop (griechisch: end(o) = innen, darinnen; scopein = betrachten, untersuchen) ist ein Gerät, mit dem das Innere des Menschen durch Bildgebung untersucht werden kann. Dafür sind nur Hautschnitte von weniger als einem Zentimeter Länge notwendig. Man bezeichnet die endoskopische Chirurgie deshalb auch als "Schlüssellochtechnik".

Moderne Endoskope bieten die Möglichkeit, durch sie hindurch Operationen durchzuführen. Minimal-invasive Chirurgie bezeichnet als Oberbegriff operative Eingriffe mit kleinstem Trauma (mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen). Im Allgemeinen werden darunter Hautschnitte von weniger als fünf Zentimetern Länge verstanden.

Minimal-invasive Operationsverfahren: Die zahlreichen Vorteile

Minimal-invasive Operationsverfahren gehören heute zum Standard der Wirbelsäulenchirurgie. Die Vorteile von minimalinvasiven Operationstechniken, sei es durch Verwendung des Operationsmikroskops oder des Endoskops, sind für Patienten schon am Operationstag fühlbar. Die kleinen Schnitte schmerzen deutlich weniger, die Narben sind kleiner und die Patienten können schneller aus dem Bett mobilisiert werden, oft sogar noch am selben Tag. Der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich somit ebenfalls.

Die Durchführung minimalinvasiver Operationen, vor allem aber endoskopischer Operationen, erfordert einen erhöhten technischen Aufwand, besondere Implantate und spezielle Fertigkeiten vom Operateur. Für die Patienten bedeutet dies aber keinen Nachteil.

Aufgrund verbesserter Techniken und Implantate können immer mehr Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden. Dazu gehören Operationen an der Bandscheibe, dem Spinalkanal, aber auch Stabilisationen von Brüchen und Instabilitäten. Bei höhergradigen verschleißbedingten Erkrankungen an der Wirbelsäule ist die Versteifungsoperation nach wie vor der Goldstandard in der Therapie. Für die traditionelle Schraubenposition jedoch ist häufig ein relativ großer Hautschnitt nötig.

Bandscheibenvorfall: Neue Technik der Schraubenverankerung

Eine neue Technik der Schraubenverankerung (cortical bone trajectory - CBT ) ermöglicht eine Stabilisierung über einen minimalinvasiven Zugang mit einem Hautschnitt von zirka fünf Zentimetern. Für die Endoskopie eignen sich besonders die Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Der behandelnde Wirbelsäulenchirurg beurteilt anhand der vorliegenden klinischen und radiologischen Befunde die jeweilige Erkrankung und wird die verschiedenen Therapiemöglichkeiten erläutern.

Abhängig von dem individuellen Problem kommt dann eines oder mehrere der genannten Verfahren infrage. Die Entscheidung über das jeweils passende Operationsverfahren wird schlussendlich im Gespräch mit dem Patienten getroffen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.11.2020 um 11:05 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/sn-spezial-moderne-wirbelsaeulenchirurgie-durch-minimal-invasive-eingriffe-62449666

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