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Rückenschmerzen: Ein Fall für den Wirbelsäulenorthopäden?

Rückenschmerzen sind ein häufig auftretendes Krankheitsbild. Die Ursachen können vielfältig sein - von daher ist ein Besuch beim Facharzt empfehlenswert.

Rückenschmerzen sind oft gut behandelbar.  SN/shutterstock
Rückenschmerzen sind oft gut behandelbar.

Wenn es im Rücken zwickt und jede Bewegung schmerzhaft ist - viele Menschen kennen dieses Problem: Jeder zweite Patient, der einen Orthopäden aufsucht, kommt wegen Rückenschmerzen. Bei Allgemeinmedizinern ist es jeder vierte Patient. Besonders häufig treten Rückenschmerzen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Schmerzen im Rücken: Ursachen und Wirkung

Als klassische Rückenschmerzen bezeichnet man Schmerzen zwischen der unteren Brustwirbelsäule und dem Gesäß. Ausstrahlen können Rückenschmerzen unter anderem in den Bauch, in die Flanke, in die Leiste und in die Beine. Nicht immer ist die Wirbelsäule die alleinige Ursache. Auch andere Erkrankungen der Gelenke oder der Bauch- und harnableitenden Organe sowie psychosoziale Probleme können Schmerzen im Rücken verursachen. Darum ist eine orthopädische Untersuchung wichtig, um den ganzen Menschen beurteilen zu können.

Hauptverantwortlich für immer wiederkehrende Rückenschmerzen ist oft einseitige Haltung wie stundenlanges Sitzen, einseitige Bewegung im Alltag oder negativer Stress. Dies führt zu einer Muskelverkürzung und einem hohen Ruhetonus der Muskulatur, welcher zu einer hohen Belastung der Bandscheiben und Gelenke führt. Eine ständige Fehlhaltung und ein Mangel an Bewegung verursachen früher oder später Beschwerden, da der Ausgleich fehlt. Auch Faktoren wie Ernährung, Stress und Psyche spielen eine Rolle in der Entstehung und Entwicklung von Rückenschmerzen.

Rückenbeschwerden: Diagnose und Therapie

Wichtig ist, zwischen unspezifischen und spezifischen Rückenschmerzen zu unterscheiden. Unter unspezifischen Rückenschmerzen (bis zu 85 Prozent der Fälle) versteht man ohne spezielle Ursache auftretende Schmerzen an der Wirbelsäule mit und ohne Ausstrahlung, die sich durch eine Behandlung beim Hausarzt (kurzfristige Schmerztherapie sowie Übungsprogramm im Rahmen einer Physiotherapie) innerhalb weniger Wochen zurückbilden.

Besondere Beachtung sollte man den spezifischen Rückenschmerzen schenken, denn diese können eine ernste Ursache haben. Diese Beschwerden können nach Stürzen, Tumoren oder fieberhaften Erkrankungen auftreten oder durch eine Nervenkompression bei einem Bandscheibenvorfall oder eine knöcherne Einengung (z. B. Spinalkanalstenose) verursacht werden. Hier sollte umgehend ein Wirbelsäulenorthopäde aufgesucht werden. Dieser macht sich zunächst anhand einer umfangreichen Anamnese und einer klinischen Untersuchung ein ganzheitliches Bild des Patienten, um die Ursache der Beschwerden herauszufinden. Im Anschluss sollen spezielle Untersuchungen wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) den Verdacht bestätigen. Der Spezialist entscheidet, wie die individuelle Therapie aussehen wird oder ob - in seltenen Fällen - eine Operation nötig ist.

Quelle: SN
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