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Spinalkanalstenose: Weniger Mobilität durch Abnutzungen

Mit dem Alter wird die Wirbelsäule mehr und mehr abgenutzt. Bandscheibenverschleiß und knöcherne Umbauprozesse können zu einer schmerzhaften Spinalkanalverengung führen.

Besonders ältere Menschen sind von der Spinalkanalstenose betroffen. Oft kann eine passende Therapie helfen. SN/shutterstock
Besonders ältere Menschen sind von der Spinalkanalstenose betroffen. Oft kann eine passende Therapie helfen.

Die Spinalkanalstenose ist bei Menschen ab 60 Jahren einer der häufigsten Gründe für eine eingeschränkte Gehleistung und eine damit verbundene verringerte Mobilität. Mit zunehmendem Alter wird die Wirbelsäule mehr und mehr abgenutzt. Durch Bandscheibenverschleiß und knöcherne Umbauprozesse kann es zu einer Spinalkanalverengung kommen.

Zu den allgemeinen Symptomen zählen vor allem Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine, Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule sowie Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich. Sie treten nicht plötzlich auf, sondern entwickeln sich langsam über Monate.

Symptome einer Spinalkanalverengung

Je nachdem, wo die Wirbelkanalverengung vorliegt, unterscheidet man eine zervikale Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule und eine lumbale Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule (häufigere Form). Die zervikale Spinalkanalstenose äußert sich u.a. durch eine eintretende Ungeschicklichkeit der Hände. Betroffene haben Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Sie tun sich immer schwerer, Dinge zu greifen, Knöpfe zu schließen oder einen Faden einzufädeln. Auch die Handschrift wird zunehmend unleserlich. Im fortgeschrittenen Stadium können Patienten Gegenstände nicht mehr richtig halten und lassen sie aus der Hand fallen. Weiters tritt ein unsicherer und breitbeiniger Gang auf, oft haben Patienten das Gefühl, als hätten sie Zement in den Beinen.

Liegt die Engstelle dagegen an der Lendenwirbelsäule, handelt es sich um die lumbale Spinalkanalstenose (LSS). Hier können Patienten keine längeren Gehstrecken ohne Pausen zurücklegen. Die Beine fühlen sich schwer an, schmerzen oder es stellen sich Taubheitsgefühle ein. Betroffene bücken sich beim Gehen intuitiv nach vorne oder stützen sich ab, weil sich der Spinalkanal dadurch weitet und der Druck auf das Rückenmark abnimmt. Auch Sitzen oder Liegen bessern die Schmerzen. Radfahren dagegen ist meist problemlos, weil der Rücken dabei leicht gebeugt ist.

Bei fortgeschrittener LSS können Gefühlsstörungen und Missempfindungen der Beine sowie Blasen- und/oder Mastdarmstörungen (Probleme beim Stuhlgang und Wasserlassen) oder eine gestörte Sexualfunktion auftreten.

Spinalkanalstenose: Therapie beim Facharzt

Ein Facharzt kann die Diagnose meist schon im Gespräch aufgrund der Symptome und Schilderungen des Patienten stellen. Ergänzt wird diese durch eine orthopädisch-neurologische Untersuchung verbunden mit einer Magnetresonanztomographie (MRT). Sofern keine Lähmungen oder andere neurologischen Ausfälle vorliegen, beginnt die Behandlung mit einer Bewegungstherapie mit Schwerpunkt auf Haltungsverbesserung, denn durch eine starke Krümmung der Lendenwirbelsäule wird die Einengung des Wirbelkanals verstärkt.

In manchen Fällen kann eine chirurgische Erweiterung des zugewachsenen Nervenkanals sinnvoller als eine nichtoperative Therapie sein.

Quelle: SN
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