Gesundheit

So schützt man sich vor der Grippe

Die Impfung gegen Influenza, die "echte" Grippe, deckt heuer den kursierenden Virentyp gut ab. Aber darüber hinaus gibt es einfache Möglichkeiten, das Ansteckungsrisiko zu senken.

Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 bis 30 Sekunden und senkt die Anzahl der Keime an den Händen deutlich. SN/stockadobe
Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 bis 30 Sekunden und senkt die Anzahl der Keime an den Händen deutlich.

In Österreich hat die Aktivität der Grippeviren zugenommen, von einer Epidemie ist aber noch nicht zu sprechen. In Salzburg gibt es nur vereinzelt Fälle von Influenza, der "echten" Grippe. Derzeit zirkulieren dominant Influenzaviren des Typs A(H1N1)pdm09, die durch alle erhältlichen Impfstoffe abgedeckt werden.

Im besten Fall ist man also geimpft, doch es gibt auch sonst noch ein paar vernünftige Tipps, wie man das Ansteckungsrisiko senken kann. Die wichtigste Regel lautet: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen - gründlich, mit Seife, nach der Arbeit, nach der Schule, nach dem Einkaufen, vor dem Essen. Außerdem sollte man so wenig wie möglich Augen, Mund oder die Nase mit den eigenen Händen berühren, da die Schleimhäute Einfallstore für Viren sind.

Ärzte geben den Rat, Taschentücher, Zahnbürsten, Handtücher oder Schnupfensprays nicht gemeinsam zu benutzen und einen Abstand von bis zu 70 Zentimetern von hustenden und von bis zu zwei Metern von niesenden Menschen zu halten, denn die Viren verteilen sich in der Luft. Zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen gehört es auch, während der akuten Grippezeit Menschenansammlungen zu meiden und auf Händeschütteln und Umarmungen zu verzichten. Benutzte Taschentücher müssen sofort entsorgt werden.

Hilfreich ist es, ausreichend zu schlafen, denn das stärkt das Immunsystem. Räume gehören drei bis vier Mal täglich für rund fünf Minuten gelüftet - und vor allem nachts sollte die Luft befeuchtet werden, damit die Schleimhäute nicht durch die Heizungsluft austrocknen.

Die vorbeugende Einnahme von hochdosiertem Vitamin C über lange Zeit verhindert das Auftreten von Erkältungen übrigens nicht. Sie kann jedoch die Krankheitsdauer von einer Woche um einen halben bis einen Tag verringern. Eine bereits eingetretene Erkältung kann Vitamin C wahrscheinlich nicht bessern. Das besagen Studien, die es dazu gibt. Auch die mögliche antibakterielle und antivirale Wirkung des Honigs ist nicht hinreichend belegt.

Ingwer ist gut gegen Erkältung, denn er enthält ätherische Öle. Er regt die Durchblutung an und sorgt für warme Hände und Füße.

Sport ist bei Fieber verboten, wer sich aber mit einem Schnupfen nicht allzu schlecht fühlt, kann sich weiter an der frischen Luft bewegen. Sie ist gut für die Schleimhäute.

Einen Nasenspray sollte man nur wenige Tage lang benutzen. Er kann abhängig machen. Schneller gesund wird man mit ihm auch nicht, aber er hilft, dass man in der Nacht besser schlafen kann.

Gerade anfangs kann man die Grippe leicht mit einer Erkältung verwechseln. Der Unterschied zwischen Influenza und Erkältung zeigt sich im Verlauf und in der Schwere der Erkrankung.

Bei einer Grippe oder Influenza quälen den Patienten aus heiterem Himmel Kopfweh, Rücken-, Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Reizhusten und hohes Fieber (mehr als 38,5 Grad Celsius). Kommen die körpereigenen Abwehrkräfte mit den Viren klar, ist eine Influenza nach etwa fünf bis sieben Tagen überstanden. Grippekranke sind jedoch oft noch länger erschöpft und husten. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Komplikationen auftreten: Gefürchtet sind Lungenentzündungen und bei Kindern Mittelohrentzündungen.

Ein grippaler Infekt setzt meist langsam mit Halskratzen ein, leicht erhöhte Temperatur ist möglich. Typisch für den grippalen Infekt ist Schnupfen. Nach etwa einer Woche sollten die Symptome abklingen.

Sowohl bei der Grippe als auch beim grippalen Infekt sind beim normalen Verlauf Bettruhe und viel Trinken die beste Medizin. Nutzen kann man Hausmittel wie Essigwickel bei Kindern, um das Fieber zu senken. Bei der "echten" Grippe sind bei Risikopatienten frühzeitig antivirale Medikamente sinnvoll.

Aufgerufen am 27.10.2020 um 08:27 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/so-schuetzt-man-sich-vor-der-grippe-64622242

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