Gesundheit

Vibration soll bei schmerzenden Sehnen helfen

Salzburger Wissenschafter testen eine neue Therapie bei Sehnenerkrankungen von Sportlern.

Überbelastungen oder Fehlbelastungen wirken sich auf die Sehnen aus.  SN/Makeev Petr - stock.adobe.com
Überbelastungen oder Fehlbelastungen wirken sich auf die Sehnen aus.

Damit unser starres Skelett bewegt werden kann, müssen Sehnen die Kraft der Muskeln auf die Knochen übertragen. Dafür sind sie an einem Ende im Muskel befestigt und am anderen Ende am Knochen angewachsen. Sie setzen sich aus stabilen Kollagenfasern zusammen. Was aber ist, wenn die Sehnen nicht mehr richtig funktionieren?

Damit beschäftigen sich an der Universität Salzburg die beiden Sportwissenschafter Hans-Peter Wiesinger und Florian Rieder. Die Forscher untersuchen die Auswirkungen degenerativer Sehnenerkrankungen, die veränderten mechanischen Eigenschaften der Sehne und deren Folgen. Darüber hinaus testen sie neue Therapien, die etwa Sportler im Training einsetzen können. "Sehnen beeinflussen maßgeblich die Bewegungseffektivität und das Verletzungsrisiko", sagt Hans-Peter Wiesinger. Läufer und Sprungsportler können damit an der Achillessehne und am Knie ein Problem haben. Bei Sportlern steht dann möglicherweise die Karriere auf dem Spiel.

Florian Rieder erklärt das näher: "Erste Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, dass das kranke Sehnengewebe zwar verdickt, aber dennoch eine reduzierte Steifigkeit besitzt. Das bedeutet, dass es sich unter gleicher Belastung mehr dehnt als gesundes Gewebe, mit negativen Folgen." Vor allem bei Sprüngen, bei denen der Sportler in kurzer Zeit viel Kraft aufwendet, braucht er eine hohe Sehnensteifigkeit zur schnellen Kraftübertragung. Zudem muss die Sehne der hohen Zugbelastung gerecht werden. Wer trotz Erkrankung trainiert, hat ein hohes Verletzungsrisiko bis hin zum Sehnenriss.

Für ihre Studie erproben die Forscher auch eine spezielle Therapie, das Vibrationstraining, wie Hans-Peter Wiesinger berichtet: "Die Patienten stellen sich auf die Vibrationsplatte und werden eine Minute lang belastet, dann wird eine Pause eingelegt. Zehn Wiederholungen drei Mal pro Woche sind vorgesehen." Diese Trainingsmethode wird mit einem gut etablierten Krafttraining verglichen. Erste Ergebnisse sind positiv.

Nun suchen die Wissenschafter noch weitere Probanden für eine drei Monate dauernde Therapie. Teilnehmer sollen zwischen 18 und 40 Jahre sein, die seit mindestens drei Monaten an einem Patellasehnenspitzensyndrom leiden. Sie erhalten eine kostenlose Diagnose und die Therapie.

Info:florian.rieder@sbg.ac.at und hans-peter.wiesinger@sbg.ac.at

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