Gesundheit

Vitamin D kann Depression und Demenz vorbeugen

Studien legen einen Zusammenhang von Vitamin D mit psychischen Erkrankungen nahe.

Vitamin D ist notwendig, aber kein Wundermittel.  SN/stock.adobe.com
Vitamin D ist notwendig, aber kein Wundermittel.

Ein Mangel an Vitamin D wird in jüngeren Forschungsergebnissen auch mit psychischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Der Nuklearmediziner Jörg Spitz von der Universitätsklinik Mainz verweist dazu u. a. auf eine Studie an Erwachsenen im Alter von 72 bis 73 Jahren aus dem Jahr 2014. Demnach habe sich bei Vitamin-D-Mangel (unter 10 Nanogramm pro Milliliter) das Risiko für die Entwicklung einer Demenzerkrankung um den Faktor 2,2 erhöht. Dies habe sich über einen Nachfolgezeitraum von 5,6 Jahren bestätigt. Auch mehrere andere Studien legen nahe, dass das Risiko einer Depression ab einem Vitamin-D-Spiegel von 30 ng/ml deutlich abnehme.

"Aus heutiger Sicht ist die Wiederherstellung eines guten Vitamin-D-Spiegels (größer 40 ng/ml) bei älteren Menschen aller Wahrscheinlichkeit nach ein wichtiger Faktor bei der Prävention aller Formen der Demenz", schreibt Spitz in seinem Buch "Vitamin-D-Mangel. Die unterschätzte Gefahr". Da Depressionen gehäuft im Winter auftreten, liege es nahe, an eine Beteiligung des "Sonnenhormons" daran zu denken. Den physiologischen Hintergrund sieht Spitz in einer gestörten Funktion von Gehirnzellen, die auf Stoffwechselstörungen zurückzuführen seien. Es gebe daher "Grund genug, bei Patienten mit depressiven Symptomen auf einen guten Vitamin-D-Spiegel zu achten".

Schutzfunktion für Nervenzellen des Gehirns

Auch der Apotheker und führende deutsche Mikronährstoffexperte Uwe Gröber spricht von einer "guten Datenlage" für den Zusammenhang von Vitamin D und Demenz, Parkinson, ADHS und Schizophrenie. "Neben vielen anderen Wirkungsbereichen hat Vitamin D eine ausgesprochene Schutzfunktion für die Nervenzellen des Gehirns. Daher befinden sich besonders in Schlüsselbereichen des Gehirns wie dem Hippocampus zahlreiche Vitamin-D-Rezeptoren, die zu dessen Gesunderhaltung beitragen", sagt der Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin in Essen.

Schon beim Embryo könne man einen Zusammenhang feststellen zwischen Hirnregionen, von denen psychische Erkrankungen ausgingen, und der Entwicklung von Vitamin-D-Rezeptoren in diesen Regionen. "Es ist daher angeraten, besonders auch in der Schwangerschaft auf einen guten Vitamin-D-Spiegel von 40 bi 60 Nanogramm pro Milliliter zu achten."

Wirkung ist prophylaktisch, nicht therapeutisch

Gröber sieht die Wirkung von Vitamin D allerdings mehr prophylaktisch als therapeutisch. "Wenn die ersten Anzeichen von Demenz oder Parkinson schon da sind, kann eine Vitamin-D-Gabe zwar noch die Symptome lindern, aber sie hat keine heilende Wirkung." Entscheidend sei daher, in jeder Lebensphase für einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu sorgen.

Jörg Spitz: Vitamin-D-Mangel. Die unterschätzte Gefahr". 160 S., 17,90 Euro, Verlagshaus der Ärzte, 2018
Uwe Gröber: "Gesund mit Vitamin D. Wie das Sonnenhormon hilft und schützt", 191 S., 13,40 €, Südwest 2017.

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