Gesundheit

Welt-Aids-Tag: Fortschritte im Kampf gegen Aids

Die Zahl der infizierten Kinder ist gesunken. Weniger Menschen sterben an den Folgen von Aids.

Zum heutigen Welt-Aids-Tag wurde in Köln ein rieisiges Kondom aufgestellt, es soll die Gefahren von HIV veranschaulichen. Das gut neun Meter hohe, durchsichtige Präservativ wurde von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) aufgeblasen. Die Entwicklungsorganisation nannte es das "größte Kondom Deutschlands". Sie wollte damit darauf aufmerksam machen, dass vor allem junge Menschen in Entwicklungsländern einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren. Vielfach mangele es dort an Kondomen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat aus Anlass des Welt-Aids-Tages die Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit gelobt. "35 Jahre nach dem Aufkommen von Aids kann die internationale Gemeinschaft mit Stolz zurückblicken", sagte er laut Mitteilung der UNO in Wien am Mittwoch. Es brauche aber auch Entschlossenheit und Engagement, "um unser Ziel zu erreichen, die Aids-Epidemie bis 2030 zu stoppen".

Seit 2010 ist die Zahl der durch Mutter-Kind-Übertragung infizierten Kinder um die Hälfte gesunken, erläuterte Ban. Weniger Menschen sterben an den Folgen von Aids und Menschen. Jene, die mit dem HI-Virus leben, leben länger. Die Zahl der Menschen mit Zugang zu lebensrettenden Medikamenten hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf 18 Millionen verdoppelt.

Trotz Erfolgen sind laut UNO beispielsweise junge Frauen in Ländern mit hoher HIV-Prävalenz - vor allem in Subsahara-Afrika - besonders anfällig für Ansteckungen. Neu-Infektionen seien unter Menschen, die Drogen injizieren sowie homosexuellen Männern im Vormarsch. In Osteuropa und Zentralasien wachse die Aids-Epidemie angeheizt durch Stigmatisierung, Diskriminierung und Strafgesetze. Mit den richtigen Investitionen könne die Weltgemeinschaft bis zum Jahr 2030 das Ziel erreichen, 30 Millionen Infizierte zu behandeln. "Lassen Sie uns gemeinsam die Verwirklichung unserer Vision einer Aids-freien Welt neu festlegen", sagte Ban.

Auch Papst Franziskus forderte bei seiner wöchentlichen Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz in Rom eine bessere medizinische Versorgung für Aidskranke in den "Ländern des Südens". "Millionen Menschen leben mit dieser Krankheit, aber nur die Hälfte von ihnen hat Zugang zu lebensrettenden Therapien", sagte er laut Kathpress. Auch die Ärmsten müssten bei einer Aids-Diagnose angemessene Behandlung erhalten.

Anlässlich des Welt-Aids-Tages prangt am Parlamentsgebäude in Wien wieder eine überdimensionale rote Schleife, das Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und Aidskranken. Die Schleife stehe "gegen Ausgrenzung und für Solidarität und die Notwendigkeit von Präventions- und Aufklärungsarbeit", erläuterte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ).

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 02:17 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/welt-aids-tag-fortschritte-im-kampf-gegen-aids-839317

Schlagzeilen