Gesundheit

Zika-Virus beeinträchtigt Kinder

Seit 2015 hat sich das von Mücken übertragene Zika-Virus in 65 Ländern der Welt ausgebreitet. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann folgenschwer für das Ungeborene sein. Das ergab eine neue Untersuchung.

Frankreich bekämpft in seinen Überseegebieten Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Mayotte und La Réunion die Larven der Mücke, die das Zika-Virus überträgt. Schwangere sollten nicht in betroffene Gebiete reisen.  SN/APA (AFP)/JODY AMIET
Frankreich bekämpft in seinen Überseegebieten Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Mayotte und La Réunion die Larven der Mücke, die das Zika-Virus überträgt. Schwangere sollten nicht in betroffene Gebiete reisen.

Auch ein milder Verlauf einer Zika-Virus-Infektion von Schwangeren kann erhebliche Spätfolgen für das Kind haben. Wissenschafter der Med-Uni Graz haben in einem internationalen Team die Babys von infizierten Frauen in Rio de Janeiro kurz nach der Geburt und nach zwei Jahren wieder untersucht. 2015 wurde die erste Zika-Virus-Infektion in Brasilien gemeldet, seitdem hat sich das Virus in mehr als 65 Ländern weltweit ausgebreitet. Betroffen sind tropische und subtropische Gebiete, darunter Mittel- und Südamerika, die Karibik, Teile der USA sowie Südostasien.

Bei Erwachsenen verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus oft unauffällig oder kann mit einer herkömmlichen Infektion verwechselt werden: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut, Hautrötungen und Erbrechen sind typische Symptome, die nach einigen Tagen abklingen. Bei 80 Prozent verläuft sie laut Informationen des österreichischen Gesundheitsministeriums symptomlos. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann jedoch folgenschwer für das Ungeborene infizierter Frauen sein: Seit 2015 wurden vor allem in Brasilien vermehrt Schädelmissbildungen bei Neugeborenen gemeldet, deren Mütter infiziert wurden.

"Die Mikrozephalie ist nicht der einzig mögliche Verlauf", sagt Christa Einspieler. Die Physiologin und Neurologin hat den Gesundheitszustand der Babys infizierter Frauen untersucht. Nach einer Folgeerhebung hat sie die Ergebnisse in einer Publikation im Fachblatt "Nature Medicine" zusammengefasst. Demnach hatte nach rund zwei Jahren etwa ein Drittel der Kinder gesundheitliche Probleme, vor allem Sprachfunktionsstörungen und Hörfunktionsstörungen. "Die Entwicklungsergebnisse dürften mit dem Zeitpunkt der Schwangerschaft während der Infektion zusammenhängen", sagt Einspieler. "Je früher in der Schwangerschaft die Infektion auftritt, umso schlechter." Die Kinder sollen weiterhin untersucht werden.

Quelle: SN, Apa

Aufgerufen am 19.10.2019 um 10:47 auf https://www.sn.at/leben/gesundheit/zika-virus-beeintraechtigt-kinder-73236535

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