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Beauty: Science trifft Fiction

Auf der Wunschliste der Konsumenten stehen bei Hautpflege Wohlbefinden und Jugendlichkeit, vor allem aber sichtbare Ergebnisse, ganz oben. Auf der Suche nach Lösungen beschreiten Wissenschaft und Industrie neue Wege.

Frage: Wie wäre das, wenn die Forschung ihr Wissen darüber, wie die Haut funktioniert, tatsächlich so weit vertiefen könnte, dass sie die biologischen Mechanismen identifiziert, die erklären, warum die Haut tut, was sie eben tut - älter werden zum Beispiel? Das wäre herrlich. Bis es aber so weit ist, das ist sicher, wird noch viel Zeit vergehen. Die Uhr tickt. Die Zeit läuft. Wir werden immer älter, wollen aber möglichst lang möglichst jung aussehen und setzen große Hoffnungen in Hautpflege. Die Zeit läuft folglich auch für die Wissenschaft, die den Geheimnissen der Natur auf die Spur kommen, sie nachahmen, neue Wirkstoffe entwickeln muss, um neue Produkte zu entwickeln. Die Uhr tickt für sie sogar noch schneller, denn abgesehen von der internationalen Konkurrenz, die auch nicht untätig ist, ist die Haut ja kein leicht zu fassendes Medium. Ganz im Gegenteil. Ihr Zustand verändert sich ständig, denn sie reagiert mit kurzfristigen, mitunter auch mit langfristigen Folgen auf alles, was sie umgibt. Stress, UV-Licht, Smog, Hormone, Schlafmangel und Ernährung: Auch unser Lifestyle hinterlässt Spuren. Es wird vermutet, dass die Epigenetik einen weit größeren Einfluss auf Hautalterung hat als die genetisch determinierte. Und - Überraschung! - auch darauf soll Hautpflege Antworten finden. Wo dabei die Natur der Wissenschaft stets mindestens einen Schritt voraus ist! Und das bedeutet: immer größere Hürden, immer neue Herausforderungen. Um sie zu meistern, werden bei der Suche nach Lösungen auch gern unkonventionelle Ansätze verfolgt. Zwei Beispiele.

Licht aus! Den Schönheitsschlaf optimieren

Den japanischen Kosmetikkonzern Sensai hat die Frage beschäftigt, ob Hautpflege ihr ganzes Potenzial auch wirklich entfalten kann. Oft sieht ein Gesicht trotz guter Pflege abends morgens nicht erholt aus. Das kann viele Gründe haben, liegt aber meist am transepidermalen Wasserverlust - die Haut speichert über Nacht zu wenig Feuchtigkeit. Allerdings sieht sie nur frisch aus, wenn sie gut durchfeuchtet und ihre Barriere intakt ist. Die Defizite ausgleichen gelingt am besten in der Nacht, wenn die Haut Zeit für Reparatur und Regeneration hat. Sensai hat dafür ein neues Pflegekonzept namens "Biomimesis Veil" entwickelt. Dabei wird auf der Haut nach der gewohnten Nachtpflege eine Lamellenessenz aufgetragen. Danach folgt eine Polymerlösung, die aufgesprüht wird. Diese Polymerlösung bildet einen transparenten, hauchdünnen, elastischen Mikrofaserfilm (die Fasern sind im Durchmesser einen Nanometer dick, das ist ein Millionstelmillimeter), der Feuchtigkeit in der Haut einschließt. Fiber Technology wird das genannt, inspiriert von Seidenfäden. Am Morgen wird der Film abgezogen.

Licht an! Fältchen und Unreinheiten ins Visier nehmen

Einen anderen Ansatz der Hautverjüngung verfolgt die amerikanische Marke Dr. Dennis Gross. Sie hat mit der Hightech-Gesichtsmaske namens "DRx SpectraLite FaceWare Pro" eine LED-Maske für die Anwendung zu Hause entwickelt. LED-Licht wird sonst eigentlich nur in Kosmetikstudios und bei Dermatologen verwendet. Eine Kombination aus 100 LED-Leuchten mit rotem und 62 LED-Leuchten mit blauem Licht soll bei täglicher Anwendung (drei Minuten) Falten verringern, die Haut straffen, Hyperpigmentierung reduzieren und Akne mildern. Rotes Licht ist hierbei für eine Verbesserung der Durchblutung, des Zellstoffwechsels und der Kollagensynthese verantwortlich, blaues Licht soll Bakterien zerstören und neue Akneausbrüche im Zaum halten.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 06:18 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/beauty-science-trifft-fiction-95534365

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