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Beauty: Sich Gutes tun

Wir geben uns Mühe, das viel zitierte "neue Normal" als Norm zu akzeptieren. Aber es kostet Kraft, viel Kraft. Und das bereitet Stress, der unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Auch Pflege kann hier einen Ausgleich schaffen.

Ganz ehrlich? Die meisten von uns haben sich mit dem "neuen Normal", das das Leben, wie wir es vor der Pandemie kannten, doch deutlich einschränkt, noch nicht so richtig arrangiert. Schalten - Augen zu und durch! - auf Autopilot und hoffen das Beste. Das ist in einer Situation, wie wir sie gerade erleben, vernünftig. Verursacht auf Dauer aber Stress. Ein wenig Stress zu haben ist nicht schlecht, es schärft die Sinne und erhöht die Aufmerksamkeit. Schuld daran ist Cortisol, ein Hormon wie Adrenalin, das für schnell verfügbare Energie sorgt, die wir im Ausnahmezustand brauchen. Dauerstress aber ist nicht gut - er bringt schlechten Schlaf, lässt Kopf und Rücken schmerzen. Und: Er geht unter die Haut.

Was Stress mit der Haut macht

Ständige Anspannung kann man jemandem im Gesicht ansehen, da die Haut auf Stresshormone extrem empfindlich reagiert. Es verengen sich die Blutgefäße, das Gewebe wird schlechter versorgt. Der schützenden Hydrolipidfilm wird durchlässiger, Feuchtigkeit verdunstet, die Haut wird trockener und verliert an Widerstandskraft. Die Regenerationsfähigkeit nimmt ab. Unter Dauerstrom braucht sie drei Mal so lang wie sonst, um ihre Barriere zu reparieren. Dann schüttet der Körper auch große Mengen Testosteron aus. Das Männlichkeitshormon steigert die Produktion von Talg und kann Pickel bescheren. Stresshormone befeuern zudem stille Entzündungen, die Haut wird anfälliger für Juckreiz und Ausschläge. Werden die Entzündungen chronisch, können sie, weil sich vermehrt sogenannte freie Radikale bilden, die Hautalterung beschleunigen. Und: Stress beeinflusst den Fettstoffwechsel. Und zwar - erraten! - negativ. Schuld daran ist wieder Cortisol, das Energie in Bereitschaft hält, anstatt sie zu verbrennen. Hilfe!

Auf sich achtgeben

Um Stress in Schach zu halten, kann man einiges tun. Zum Beispiel, nicht unbedingt Fast Food - geht zwar schnell, ist aber zu fett und zu salzig - zu essen, sondern Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Fisch. Und viel trinken, aber nicht Softdrinks - zu süß - oder Kaffee in rauen Mengen, sondern Wasser oder Kräutertee. Ausdauertraining und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft - Gehen ist das neue Laufen - stärken das Immunsystem und helfen auch, Stress besser bewältigen zu können. Was sicher auch nützlich ist, ist, Prioritäten zu setzen. Und die Sichtweise ändern und viel Arbeit als Herausforderung betrachten und nicht als Last, unter der man fast zusammenbricht. Ein Versuch kann nicht schaden. Denn das Glas ist nicht immer nur halb leer, es ist auch immer halb voll.

Me Time? Sehr gern!

Die Zeit, die wir nur für uns haben, wird gefühlt immer knapper. Umso wichtiger ist es, sie gut zu nutzen. Zum Beispiel mit Haut- und Körperpflege. Man kann Haut-, Haar- und Körperpflege natürlich auch als weiteren Punkt auf einer langen Liste betrachten, der abgearbeitet werden muss. Sollte man aber nicht. Denn sich zu pflegen bedeutet nicht (mehr) zwangsläufig, nur in Aktion gegen Hautalterung und Co. zu treten. Es bedeutet, sich wohlverdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Mit feinen Aromen und luxuriösen Texturen, die wie dafür gemacht sind, einen Moment mit allen Sinnen zu genießen. Me Time eben.

Sauber auf ganz sanfte Tour

In der Hautpflege ist Reinigung der erste und wichtigste Schritt. Nicht grundlos erfreuen sich derzeit ebenso sanfte wie effiziente Reinigungsprodukte wie Mizellenwasser, Öle, zart schäumende Gele und Balsamtexturen großer Beliebtheit. Die Haut wird mit ihnen nämlich so schonend wie möglich sauber. Selbst Peelings geben sich durch Mikrokügelchen oder Enzyme derzeit ganz sanft. Das ist wichtig, denn unsere Sensibilität nimmt allgemein zu.

Pflege - möglichst natürlich, bitte!

Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Biokosmetik und Pflege, die auf natürliche Inhaltsstoffe setzt, nach wie vor boomen. Hier wird viel geforscht und viel entwickelt. Ein paar Beispiele. Die Vitamin-A-Säure Retinol gilt als Goldstandard in Sachen Anti-Aging. Aber sie kann die Haut röten, trockener und sonnenempfindlich machen. Eine natürliche Alternative ist das Bakuchiol-Öl (aus dem Samen der Babchi-Pflanze), das wie Retinol wirkt, nur ohne Nebenwirkungen. Oder Kollagen. Das Faserprotein, das die Haut prall aussehen lässt, war bisher tierischen oder synthetischen Ursprungs. Nun gibt es eine pflanzliche, biotechnologisch gewonnene Alternative. Ebenfalls Forschungsthema sind Probiotika, meist Milchsäurebakterien, die das Mikrobiom der Haut verbessern und damit auch die Barrierefunktion stärken können. Das gilt auch für pflanzliche Öle, deren Zusammensetzung den Bestandteilen des Hautfetts ähnelt.

Keep it simple!

Das Leben ist anstrengend genug. Pflegekonzepte mit einer überschaubaren Anzahl von Produkten werden immer wichtiger. Das von der Österreicherin Natalie Herzlieb entwickelte "Clean Beauty Concept" etwa kommt mit genau drei Produkten aus: einer Essenz aus Kräuterauszügen, einem Öl aus Biohagebuttensamen und einem Gua Sha aus Bian-Stein (einem Massagetool aus der traditionellen chinesischen Medizin), der 40 Mineralien und Spurenelemente enthält. Gleitet der Stein über die Haut, setzt er negative Ionen frei, was einen Anti-Aging-Effekt auf Zellen haben soll. Richtig angewendet werden die Drainage von Toxinen und die Durchblutung gefördert. Die Haut wird praller und glatter. Ganz einfach.

Aufgerufen am 24.11.2020 um 06:19 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/beauty-sich-gutes-tun-95533234

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