Lifestyle

Beauty: Weiblich, ledig, jung sucht ... und findet

Junge Frauen sind wählerisch, was ihre Erwartungen an Haut-, Haar- und Körperpflege betrifft. Das hat die Kosmetikindustrie nachhaltig verändert.

Junge Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, die so genannten Millennials, sind das, was man eine anspruchsvolle Kundschaft nennt. Sie sind gut ausgebildet und pflegen einen urbanen Lifestyle, auch wenn sie auf dem Land leben. Sie sind bestens vernetzt und bestens informiert. Und kritisch. Die Millennials werden auch "Generation Y" (= Why, also "warum"?) genannt. Sie sind mit moderner Informations- und Unterhaltungstechnologie aufgewachsen und verbringen viel Zeit vor dem Bildschirm. Ihr Leben ist eher hektisch, weshalb sie großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legen. Dazu gehört Essen, wo sie die regionale Küche schätzen, sich aber auch für internationale Ernährungstrends erwärmen können. Dazu gehört Sport - dass Yoga so boomt, kommt nicht von ungefähr.

Hohe Ansprüche auf allen Ebenen

Ebenfalls Teil dieses Kosmos sind Kosmetik und Pflege, denn Millennials müssen jederzeit gut aussehen, sind sie doch auf sozialen Kanälen hochaktiv. Auch hier wachsen die Ansprüche. Robert Kecskes vom Meinungsforschungsinstitut GfK beschreibt das in einer Analyse so: Millennials "achten beim Einkaufen ebenso auf funktionale wie auf soziale und nachhaltige Qualitätsmerkmale - erwarten Bio, natürliche Inhaltsstoffe, Fair Trade oder Tierwohl und sind bereit, hierfür überproportional viel Geld auszugeben." Das hört der Markt gern.

Pflege am Puls der Zeit

Ganzheitlich, verantwortungsvoll, nachhaltig und gleichzeitig zeitgeistig (wenn möglich mit Fun-Faktor) müssen Produkte, also auch Haut-, Körper- und Haarpflege, sein, damit sie interessant sind. Ein klarer Fall für Biokosmetik, das "Erbe" der Elterngeneration? Ja und nein. Biokosmetik finden die meisten natürlich gut, aber da ist noch Luft nach oben.

Millennials wollen mehr. Ihre Wünsche zu erfüllen ist nicht leicht, weil sie keine wirklich homogene Gruppe sind, dazu sind ihre Interessen zu vielfältig. Aber: Kosmetikhersteller geben sich Mühe, Lösungen für diese so begehrte Zielgruppe zu finden. So kommen immer mehr Pflegeprodukte auf den Mark, deren Formulierungen einen hohen Anteil an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs haben, die vegan sind und ohne die Verwendung von Farbstoffen, Silikonen und Parabenen auskommen. Multifunktionalität (etwa eine Pflegecreme, die für den Körper und das Gesicht verwendet werden kann, ein Make-up-Produkt, das Lippenstift und Rouge zugleich ist) kann nicht schaden - mit dem Mobiltelefon wird ja schließlich auch nicht nur telefoniert. Möglichst viel "bio" und sehr viel "Hightech" sind übrigens kein Widerspruch, sondern Mainstream. Und so fast eine Art Spiegel der Gruppe, für die sich der Markt so ins Zeug legt.

Anders als bisher müssen - eine logisch Konsequenz - auch Design und Verpackung sein. Das Design ist aufgeräumt, clean und witzig, darf auch ein wenig verspielt sein. Bei Verpackungen wird recyceltes Material bevorzugt. Es sollte zumindest recycelbar, oder - noch besser! - in hohem Maß biologische abbaubar sein.

Aufgerufen am 23.08.2019 um 03:35 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/beauty-weiblich-ledig-jung-sucht-und-findet-73634203

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