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Brauchtümer aus Salzburg- Der Samsontanz und das Hundstoa-Ranggeln

Manche Salzburger Brauchtümer sind ein fester Bestandteil der Gesellschaft - so auch der Samsontanz im Lungau und das Hundstoa-Ranggeln im Pinzgau. Doch was hat es mit diesen zwei Traditionen auf sich und woher stammt dieser Brauch?

Österreich hat einiges an skurrilen aber auch beliebten Brauchtümern zu bieten. Das Sonnwendfeuer zum Sommerbeginn, der Almabtrieb im Herbst und die Perchten- und Krampusläufe im Winter sind nicht mehr wegzudenken - und das sind nur einige Beispiele aus zahlreichen Brauchtümern. Diese Feste erfreuen sich vor allem national großer Beliebtheit. Doch es gibt auch Brauchtümer, welche nur in bestimmten Regionen ausgeübt und gefeiert werden. Dazu zählen der Samsontanz im Lungau sowie das Hundstoa-Ranggeln im Pinzgau. Doch woher kommen diese Traditionen und was hat es damit auf sich?

Samsontanz in Lungau

Der Riese Samson, begleitet von seinen beiden großköpfigen Zwergen, war fixer Bestandteil einstiger großer Fronleichnam-Schauumzüge. Die Figuren wurden von den Kapuzinern im Barock prunkvoll gestaltet und dienten zur bildlichen Darstellung biblischer Ereignissen sowie Sagen- und Heldenfiguren. Doch Ende des 18. Jahrhunderts verbot die Kirche diese speziellen Umzüge. Was bis heute jedoch blieb, sind der Riese Samson mit seinen zwei Begleitern. Seit jeher wird der Riese am Abend vor und am Nachmittag an Fronleichnam, sowie zu besonderen Anlässen, würdig durch Ortschaften in Österreich getragen, denn dieser Brauch findet nach wie vor jährlich in Lungauer Gemeinden statt. Auch die benachbarten steirischen Orte Krakaudorf und Murau halten an dem Riesen Samson fest. Und Samson ist wahrhaftig ein Riese, denn die Figur ist 6,2 Meter groß und wiegt 105 Kilo. Das Tragen einer solchen Figur gestaltet sich demnach schwierig. Doch mittels eines Gerüstes im Inneren des hohlen Körpers, wird die Figur auf den Schultern eines Mannes balanciert. Doch dieser sollte auf jeden Fall geschickt und auch geübt dafür sein.

Der Riese Samson mit seinen zwei großköpfigen Zwergen. SN/friedrich vorderleitner
Der Riese Samson mit seinen zwei großköpfigen Zwergen.

Hundstoa-Ranggeln

Auch wenn vermutlich vielen das Hundstoa-Ranggeln nicht bekannt ist, zählt es doch zu den traditionsreichsten Sportveranstaltungen in Salzburg. Der erste Wettkampf dieser Art fand angeblich im Jahr 1518 statt. Doch auch wenn der Begriff "Ranggeln" oftmals negativ interpretiert wird, steht diese Sportart für ein friedliches Kräftemessen. Salzburger Senner stellten bei diesem Event ihre Muskelkraft zur Schau. Als Location für die Austragung wurde einst der Hundstein gewählt, da er sich inmitten der Pinzgauer Grasberge befindet und somit von überall (Maria Alm am Steinernen Meer, Zell am See, Bruck an der Großglocknerstraße und Hinterthal) gut zu Fuß erreichbar ist. Das Ranggeln wurde früher auch als Revierkampf verliebter Burschen angesehen, welcher nach strengen Regeln verlief. Nach einer mehrstündigen Wanderung auf den Hundstein, folgte die 10 Uhr Messe und anschließend das Ranggeln. Das Ziel dieses Kampfes ist es, alle Gegner auf den Rücken zu zwingen. Erst dann darf man sich als Sieger oder auch als Hågmoar küren lassen. Jährlich werden diese Kämpfe am Sonntag um Jakobi (25. Juli) am Hundstein ausgetragen und locken Tausende Besucher an.

Das Ranggeln am Hundstein lockt jährliche Tausende von Besuchern. SN/heinz bayer
Das Ranggeln am Hundstein lockt jährliche Tausende von Besuchern.

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