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Die Haut atmet auf

Ein Hauch von Abschied. Da und dort kann man es schon sehen, manchmal auch fühlen: Der Sommer geht langsam seinem Ende entgegen. Das freut die Haut, die dringend eine Verschnaufpause braucht. Ihre Pflege sollte nun, auch weil es immer schneller Herbst wird, als man glaubt, im Zeichen umfassender Regeneration stehen.

Wer ist nach dem Sommer urlaubsreif? Die Haut. Vor allem die Haut im Gesicht. Auch wenn sie ausreichend ge- und beschützt wurde, viele Sonnenstunden hinterlassen Spuren.

Braune Haut ist so eine Spur. Gebräunte Haut ist ein begehrtes Urlaubssouvenir, denn mit ein bisschen Farbe sieht man gleich erholt und gesund aus. Dabei wird gern vergessen, dass sich die Haut bräunt, um sich vor UV-Strahlung zu schützen. Dieser Selbstschutz führt auch zu einer Verdickung der Hornhaut, der sogenannten Lichtschwiele.

Und die ist der Grund, warum die Haut am Ende des Sommers rauer, schuppiger und trockener ist als zu Beginn. Um wieder schön und geschmeidig zu werden, braucht sie nun viel Feuchtigkeit. Allerdings wird die Aufnahme von Feuchtigkeit durch die stärkere Verhornung behindert, Pflegeprodukte können diese Barriere oft nur schwer überwinden und ihre Wirkung nicht ausreichend entfalten.

Dem Abbau der Lichtschwiele kann man mit Peelings nachhelfen. Mechanische Peelings oder vor allem für empfindliche Haut besser geeignete Peelings auf Enzymbasis entfernen abgestorbene Hautschüppchen und regen die Durchblutung an, was den Teint rosiger erscheinen lässt. Die Wirkung ist rein oberflächlich, eine echte Tiefenreinigung der Haut ist etwa mit Microdermabrasion, wie sie Kosmetikinstitute und Dermatologen durchführen, möglich. Angenehmer Nebeneffekt dieser Behandlung, bei der die oberste Hautschicht kontrolliert und sanft mithilfe feinster Kristalle abgetragen wird: Auch Alters- und Sonnenflecken und kleine Fältchen lassen sich so reduzieren.

Als SOS-Pflegemaßnahme sind Seren und Masken ideal. Sie gleichen Feuchtigkeitsdefizite durch höher als in Cremen konzentrierte Wirkstoffe aus und versöhnen sonnenstrapazierte, ausgelaugte Haut. Ansonsten mag die Haut nach dem Sommer alles, was sie beruhigt und sie wieder in Balance bringt. Das sind vor allem Wirkstoffe, die der Haut Feuchtigkeit zuführen und sie in der Haut binden wie Aloe Vera, Hyaluronsäure und Harnsäure (Urea).

Ist die Haut in ausreichendem Maß mit Feuchtigkeit versorgt, arbeiten alle ihre Funktionen, vor allem ihr Erneuerungsprozess, deutlich besser. After-Sun-Produkte sind übrigens kein Ersatz für normale Pflege. Sie enthalten zwar viel Feuchtigkeit, sind aber zur Erfrischung der Haut unmittelbar nach dem Sonnenbaden gedacht.

Ist die normale Feuchtigkeitspflege nicht genug, reichhaltige Pflege wäre aber zu viel des Guten, können Sprays, angereichert mit Feuchtigkeit spendenden und beruhigenden Wirkstoffen, aushelfen. Das ist auch die Aufgabe der bei uns allmählich sich etablierenden Lotionen und Essenzen, die zwischen Serum und Pflege die Haut noch einmal mit Feuchtigkeit fluten. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch Formulierungen, die vereinen, was bis dato allein agierte. Etwa Serum und Lotion oder Öl und Creme, die sich zu einem Produkt verbinden - das Beste aus zwei Welten in meist angenehm leichter Konsistenz.

Was auch zu Ende des Sommers sein muss, ist Sonnenschutz. Vor UV-Strahlung muss die Haut das ganze Jahr über beschützt werden. Wer seine Bräune mag und sie auf gesunde Weise erhalten will, sollte Selbstbräuner verwenden und sich nicht im Solarium erneut hohen Dosen UV-Strahlung aussetzen. Man kann aber auch der Natur ihren Lauf lassen: Spätestens im Herbst trägt die Haut wieder nobles Blass.

Warum Feuchtigkeit für die Haut so wichtig ist

Wie eine Pflanze besteht auch die Haut zu einem hohen Anteil aus Wasser. Rund ein Drittel der 70 Prozent des Wassers, aus dem ein Mensch besteht, ist in der Haut gespeichert. Für eine schöne, pralle Haut ist der Zustand der äußersten Hautschicht der Epidermis, der Hornschicht (Stratum corneum), ausschlaggebend. Die Stabilität dieses Bereichs ist wichtig, weil er - gemeinsam mit dem Säureschutzmantel der Haut, einem dünnen, im leicht sauren pH-Milieu angesiedelten Wasser-Fett-Film, der ideale Bedingungen für Hautbakterien schafft und die Haut geschmeidig hält - die eigentliche Barriere gegen die Umwelt bildet und die Haut vor Austrocknung schützt. Aufgebaut ist die Hornschicht wie eine Mauer, bei der die geschichteten Zellen durch Hornfette zusammengehalten werden. Je dichter diese Mauer ist, umso widerstandsfähiger ist die Haut. Auch Spannkraft, Geschmeidigkeit und Elastizität der Haut hängen davon ab, wie viel und wie gut hier Feuchtigkeit gebunden ist. Voraussetzung für eine gesunde Haut ist eine intakte Feuchtigkeitsbarriere. Feuchtigkeit erhält die Haut durch Wasser aus tieferen Schichten (transepidermales Wasser), aus der normalen Schweißsekretion, aus der Atemluft und aus dem, was wir essen und trinken. Um die Hautfeuchtigkeit zu erhalten, besitzt die Haut sogenannte Feuchthaltefaktoren (Natural Moisturizing Factors = NMF), die Wasser in der Hornschicht festhalten können. Die Produktion dieser Feuchthaltefaktoren nimmt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab. Auch der Anteil anderer Feuchtigkeit bindenden Stoffe wie Hyaluronsäure und Kollagen sinkt. Die Haut erneuert sich langsamer und sie wird auch dünner. Dadurch geht mehr Feuchtigkeit als normal verloren, weil auch darunter liegende Zellschichten zu wenig Feuchtigkeit bekommen. Was der Haut das Schönsein ebenfalls schwer macht, sind negative Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, klimatische Veränderungen, Schlafmangel, mangelhafte Ernährung und trockene Luft, die sie viel Substanz, also vor allem Feuchtigkeit, kosten.

Ist die Feuchtigkeitsbarriere gestört, kann die Haut nicht genügend Feuchtigkeit aufnehmen und sie kann sie auch nicht mehr gut speichern. Die Haut beginnt zu spannen, ist rau und sichtbar gestresst. Es zeigen sich Linien und Fältchen, die Neigung zu Irritationen und Unreinheiten nimmt zu. Und: Alle ihre natürlichen Schutz- und Reparaturfunktionen, die Elastin- und Kollagenbildung sind beeinträchtigt. Denn die Haut muss zu viel Zeit und Energie aufwenden, um den Feuchtigkeitslevel aufzufüllen und zu stabilisieren.

Was kann man dagegen tun? Zum einen: genug trinken, das löscht auch den Durst der Haut. Der zweite Schritt zu einer besser durchfeuchteten Haut besteht darin, Feuchtigkeit in die Hornschicht zu bringen und dort zu binden. Das ist die Aufgabe von Feuchtigkeitspflege.

Streicheleinheiten für das Haar

Anders als die Haut, die sich zum Schutz bräunt, kann sich das Haar nicht aktiv auf UV-Strahlung einstellen. Das führt dazu, dass die Sonne die Haare ausbleicht, dass die natürliche Schutzbarriere porös und die Schuppenschicht rau wird. Die Haare werden trocken und verlieren ihren Glanz, die Haarspitzen spalten sich. Gegen Spliss hilft nur die Schere des Friseurs, gegen alles andere hilft schonende Pflege mit regenerierenden, Feuchtigkeit spendenden Shampoos und Spülungen, die auch der (manchmal trockenen und irritierten) Kopfhaut gut tun. Eine Wohltat für sonnenmüdes Haar sind Masken. Dazu kann man gebrauchsfertige Masken, aber auch Haaröle verwenden.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 01:00 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/die-haut-atmet-auf-1144471

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