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Die Österreicher und das Zähneputzen - Frauen nehmen es genauer

Der September ist seit Jahren der "Monat der Mundgesundheit". Eine Umfrage hat nun die Zahnpflegegewohnheiten der Österreicher untersucht. Das Ergebnis: Frauen putzen ihre Zähne genauer, nutzen öfter Zahnseide und gehen regelmäßiger zum Zahnarzt als Männer. Und: Ältere sind in Sachen Zahnpflege gewissenhafter als Junge.

Zähne putzen ist wichtig – und zwar von Anfang an. SN/fotolia/84454093
Zähne putzen ist wichtig – und zwar von Anfang an.

Die gute Nachricht: Für fast jeden Österreicher (96 Prozent) gehört das Putzen mit Zahnbürste und Zahnpasta zum fixen Bestandteil der täglichen Zahnpflege. Weniger anfreunden können sich Herr und Frau Österreicher mit Mundspülung und Zahnseide. Nur für 36 Prozent gehört die Reinigung mit Hilfe einer Mundspülung und nur für 25 Prozent mit Zahnseide zur täglichen Putzroutine. Frauen (33 Prozent) nutzen deutlich häufiger Zahnseide als Männer (18 Prozent).

Zwei Mal täglich Zähne putzen

Egal ob Mann oder Frau, jung oder alt: Zwei Drittel (68 Prozent) der Österreicher putzen sich zwei Mal am Tag die Zähne. Jeder Vierte (25 Prozent) greift durchschnittlich ein Mal pro Tag zur Zahnbürste, öfter als zwei Mal putzen sich lediglich sechs Prozent der Befragten die Zähne.

Gar nicht Zähneputzen

Gar nicht Zähne putzen geht eigentlich gar nicht. Aber die Hälfte aller Österreicher (53 Prozent) gibt an, dass sie das Zähneputzen schon einmal haben ausfallen lassen, weil sie abends zu müde waren oder eingeschlafen sind. Im Vergleich zu Männern (50 Prozent) lassen Frauen (55 Prozent) wegen Müdigkeit das Zähneputzen etwas öfter ausfallen.

Ein Mal pro Jahr zum Zahnarzt

Die Mehrheit der Befragten (38 Prozent) geht ein Mal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Zahnarzt. Immerhin 30 Prozent geben an, dass sie - wie empfohlen - mindestens alle sechs Monate ihren Zahnarzt besuchen. Frauen sind hier pflichtbewusster als Männer. Alarmierend hingegen ist, dass jeder Fünfte (21 Prozent) angibt, seltener bzw. nur bei akuten Zahnproblemen zum Zahnarzt zu gehen.

Mehr Angsthasen in Österreich als in Deutschland

In Österreich geben fast ein Drittel (27 Prozent) der Befragten an, dass sie nur ein Mal im Jahr oder seltener zum Zahnarzt gehen, weil sie Angst vor dem Zahnarztbesuch haben. Das häufigste Motiv für den Nicht-Zahnarztbesuch ist allerdings, dass keine Zahnprobleme bestehen (37 Prozent). 29 Prozent gehen nur ein Mal pro Jahr zum Zahnarzt, weil sie es nicht für notwendig halten, häufiger zur Vorsorge zu gehen.

Ältere gewissenhafter als Junge

Dass sie das Zähneputzen schon einmal haben ausfallen lassen, weil sie müde waren, ihre Zahnbürste vergessen haben, es schlichtweg vergessen haben oder sie zu sehr unter Zeitdruck standen, geben die unter 30-jährigen deutlich häufiger an als ältere Befragte. Zudem ist die ältere Generation gewissenhafter bei der Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Befragte ab 30 Jahren gehen häufiger als jüngere Befragte mindestens alle sechs Monate zur zahnärztlichen Behandlung.

Im Fokus: Zahnpflege bei Kinder

Zwar zeigen die Ergebnisse der Länder-Zahnstatuserhebungen insgesamt eine stetige Verbesserung der Mundgesundheit der Sechs- und Zwölfjährigen in Österreich, das WHO-Ziel "Kariesfreiheit bei 80 Prozent der Sechsjährigen bis 2020" wird dennoch nicht erfüllt werden. Derzeit ist nur gut die Hälfte der Sechs- bis Siebenjährigen kariesfrei. International ist die frühkindliche Karies eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kleinkind- und Vorschulalter, die fünf Mal häufiger als Asthma und sieben Mal öfter als Heuschnupfen vorkommt, ergeben Daten eines Public Health Report (2010) über Zahngesundheit. Karies kann wegen des raschen Verlaufs zur völligen Zerstörung des Milchgebisses führen. Und das zu vermeiden sind in erster Linie die Eltern gefordert, die eine wichtige Rolle in der Pflege und Gesundheitserziehung spielen.

Hauptrisiko ist ein zu häufiger Konsum zuckerhaltiger Säfte und Tees. Die Bakterien in den Zahnbelägen ernähren sich von Zucker und produzieren Milchsäure, die die Zahnhartsubstanz zerstört - wodurch schließlich Karies entsteht. Die Pflege der Milchzähne ist deshalb sehr wichtig, weil der Zahnschmelz und das Dentin dünner und geringer mineralisiert als die Zahnsubstanz der bleibenden Zähne. "Manche Eltern unterliegen dem Irrtum, es sei einerlei, sich um das Milchgebiss ihrer Kinder zu kümmern, fallen diese Zähne ohnedies aus und neue kommen nach. Wir wissen jedoch, dass ein vorzeitiger Milchzahnverlust negative Folgen für die spätere Gebissentwicklung hat, da Milchzähne eine Platzhalterfunktion für bleibende Zähne haben. Ganz zu schweigen von den schmerzlichen und traumatisierenden Erlebnissen für die kleinen Kinder", sagt Wolfgang Kopp, Prophylaxereferent der Österreichischen Zahnärztekammer.

Über die Umfrage:

Die Befragung wurde vom deutschen Meinungsforschungsinstitut forsa (1.301 Männer und Frauen ab 18 Jahren) im Auftrag des weltweit agierenden Konsumgüterkonzerns Colgate Palmolive (Colgate, elmex, aronal und meridol) online durchgeführt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2018 um 12:29 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/die-oesterreicher-und-das-zaehneputzen-frauen-nehmen-es-genauer-39923851

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