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Diese Sache mit der Sonne ...

Gute Sonne? Böse Sonne? Schwer zu sagen. Gerade hat sie gezeigt, dass sie auch ganz anders kann als freundlich, nämlich erbarmungslos. Was anstrengend war. Auch und erst recht für die Haut, die dann vor allem eines braucht: Schutz.

Die Sonnenseiten

Sonnenanbeter haben nun Hochsaison. Auf die eine oder andere Weise - aber meist ohne zu übertreiben - sind wir ja alle Sonnenanbeter. Denn ohne Sonne gäbe es vermutlich kein Leben auf der Erde. Scheint die Sonne, steigt die Stimmung. Das Sonnenlicht lässt uns aufblühen, weil es die Bildung des Gute-Laune-Hormons Serotonin fördert. Es kurbelt auch den Kreislauf an und fördert die Bildung von Vitamin D (das eigentlich kein Vitamin, sondern die Vorstufe eines Hormons ist und sich auch bei bedecktem Himmel bildet), das wiederum für gesunde Knochen und Zähne wichtig ist. Im warmen Licht der Sonne fühlen wir uns nicht nur wohl, wir fühlen uns fitter und vitaler, was auch damit zu tun haben kann, dass die Sonne die Haut bräunt und braune Haut nach wie vor als begehrtes Sommeraccessoire und Urlaubssouvenir gilt. Wir halten uns öfter und länger im Freien auf. Herrlich!

Die Schattenseiten

Die Sonne tut uns also gut, zu viel Sonne aber leider nicht. Zu viel Sonne bedeutet Stress. Auch und gerade für die Haut. Zu viel Sonne lässt die Haut auf längere Sicht vorzeitig altern, denn sie verursacht chronische Schäden an den Bindegewebsfasern, die für ein pralles und festes Aussehen wichtig sind. Falten entstehen. Zu viel Sonne beschert auch Pigmentstörungen. In jungen Jahren Sommersprossen, die ja schon sehr niedlich aussehen. Daraus werden dann Jahre später Altersflecken, die bevorzugt an Stellen, die lange und oft der Sonne ausgesetzt waren - das Gesicht, die Hände, die Unterarme, das Dekolleté - auftreten. Altersflecken, die an sich harmlos sind, aber optisch oft als störend empfunden werden, sehen dann nicht mehr niedlich aus und, anders als Sommersprossen, bleiben sie, wenn der Sommer schon lange vorbei ist.

Ein weiteres heißes Eisen ist Sonnenbrand. Sonnenbrand ist eine Verbrennung ersten, manchmal auch zweiten Grades und alles andere als harmlos. Zwar verschwindet die schmerzhafte Rötung nach einiger Zeit, die Haut vergisst sie allerdings nicht. Jeder Sonnenbrand (insbesondere in der Jugend) erhöht das Risiko, später einmal an Hautkrebs zu erkranken. Ursache all dieser Veränderungen an und in der Haut ist UV-Strahlung, das ultraviolette Licht der Sonne. UVA-Strahlung dringt tief in die Haut ein und ist unter anderem verantwortlich für Falten und Pigmentstörungen. UVB-Strahlung dringt meist nur bis in die Oberhaut ein - sie beschert Sonnenbrand. Infrarotstrahlung und sichtbares Licht, erst seit kurzem im Fokus der Dermatologen und der Kosmetikindustrie, sind auch nicht ohne: Sie fördern die Bildung so genannter Freier Radikaler, die unter anderem die vorzeitige Hautalterung beschleunigen und den oxidativen Stress der Hautzellen erhöhen.

Die Sonnentypen

Ja, es ist ungerecht: Die einen werden schnell braun, die anderen schnell rot. Der Grund liegt in der individuellen Sonnenempfindlichkeit und dem damit verbundenen Hauttyp, von dem es in unseren Breiten vier gibt. Hauttyp I ist rothaarig oder blond, hat sehr helle Haut, helle Augen und viele Sommersprossen. Er wird so gut wie nie braun, sondern immer rot. Seine Eigenschutzzeit liegt nämlich nur bei fünf bis zehn Minuten. Eigenschutzzeit nennt man die Zeitspanne, in der man ungeschützt in der Sonne bleiben kann, ehe es zu Hautrötungen kommt. Hauttyp II hat helle Haut, blaue Augen und blondes bis hellbraunes Haar. Er bräunt langsam und bekommt rasch einen Sonnenbrand. Seine Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten. Hauttyp III zeichnet sich durch brünettes, dunkelblondes bis braunes Haar, getönte Haut und braune oder graue Augen und schnelles Braunwerden aus. Er bekommt selten einen Sonnenbrand und hat eine Eigenschutzzeit von 20 bis 30 Minuten. Hauttyp IV mit dunklem Haar, dunklen Augen und oliv- bis dunkelbrauner Haut verträgt Sonne sehr gut. Die Eigenschutzzeit: 30 bis 40 Minuten. Babys und Kinder sind eine eigene Kategorie. Ihre Haut ist dünner als die von Erwachsenen, die körpereigenen Schutzmechanismen sind noch nicht voll ausgereift. Kinder bis zum dritten Lebensjahr sollten direktem Sonnenlicht überhaupt nicht ausgesetzt werden.

Sonnenschutz: Muss einfach sein

Scheint die Sonne, muss die Haut geschützt werden. Das betrifft alle Hauttypen. Zwar kann sich die Haut vor Sonnenlicht selbst schützen, aber das dauert eine Weile. Um sich vor UV-Strahlung (und daraus möglichen Schäden am Erbgut der Zellen) zu schützen, fährt die Haut zweigleisig. Sie produziert zum einen Melanin, ein Pigment, das auch für die Haut-, Haar- und Augenfarbe verantwortlich ist, verteilt es in die umliegenden Zellen, wo es sich wie ein Schirm über den Zellkern legt. Die mit Melanin versorgten Zellen wandern an die Hautoberfläche, was einige Tage dauert, und geben der Haut ihre Bräune. Zugleich sorgt die Haut dafür, dass ihre Hornschicht dicker und zur so genannten Lichtschwiele wird, um UVB-Strahlung zu absorbieren.

Sonnenschutz bedeutet einerseits, vernünftig mit Sonne umzugehen: Wenn die Sonne am intensivsten scheint, in den Schatten gehen. Die durch den Lichtschutzfaktor errechnete, "erlaubte" Zeit nicht überschreiten. Kleidung, Kopfbedeckung etc. Und Sonnenschutz bedeutet: Sonnenschutzprodukte, an denen wahrlich kein Mangel herrscht. Die Texturen - Cremen, Lotionen, Fluids, Gele, hauchzarte Öle, Sprays (nicht nur) für Sportler und praktische Sticks - werden immer leichter und feiner, ohne bei der Wirksamkeit Abstriche zu machen. Produkte, die die Haut schützen und gleichzeitig die Bräunung intensivieren, stehen heute ebenso zur Auswahl wie Formulierungen, die schon während des Sonnenbadens Pigmentstörungen im Zaum halten. Immer zahlreicher werden Sonnenschutzprodukte, die statt synthetisch-chemischer natürliche Sonnenschutzfilter (wie Zinkoxid und Titandioxid) beinhalten, was vor allem für Menschen mit sensibler Haut immer wichtiger wird.

Wichtig ist auch, den Sonnenschutz in ausreichender Menge auf die Haut zu bringen. Die EU empfiehlt zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter. Für einen Erwachsenen bedeutet das die Menge von sechs Teelöffeln: einer für das Gesicht, einer für die Arme, einer für den Oberkörper, einer für den Rücken sowie je einer für jedes Bein.

Smart Solutions für die Haut: My Skin Track UV

Eine ausgezeichnete Idee haben die Dermokosmetikmarke La Roche-Posay und Apple realisiert. Mit "My Skin Track UV" kommt nun der erste, batteriefreie elektronische Wearable-Sensor und eine dazu gehörende App auf den Markt, die gemeinsam messen, wie stark man UV-Exposition, Schadstoffbelastung, Luftfeuchtigkeit und Pollenflug ausgesetzt ist. Der Sensor ist 12 Millimeter breit und 6 Millimeter hoch, er ist wasserfest und wird mit einer Drahtklemme an der Kleidung oder Accessoires befestigt. Er misst sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung und ermöglicht Statusaktualisierungen in Echtzeit. Der Sensor wird durch Sonnenlicht aktiviert und überträgt die ermittelten Daten an die App. Zusätzlich ermöglicht die App Zugang zu Informationen über Luftfeuchtigkeit, Pollenwerte sowie den Level der Schadstoffbelastung. Das Gerät wurde im November 2018 in den USA lanciert und ist nun über apple.com/at, sowie in ausgewählten Apple Stores erhältlich.

Sonnenschutz nicht nur im Sommer

Immer zahlreicher werden auch Sonnenschutzmittel, die ganzjahrestauglich sind, denn die Sonne scheint ja nicht nur im Sommer. UV-Strahlung und ihrer Haut schädigenden Wirkung - Stichwort: vorzeitige Hautalterung - ist man das ganze Jahr über ausgesetzt. Anders als klassische Sonnenschutzprodukte ist diese Art Lichtschutz von der Textur (zarte Fluids, transparente Puder, getönte Cremen) leichter. Moderne Formulierungen halten nicht nur UV-Strahlung, sondern auch Umweltbelastungen wie Feinstaub, Smog oder die Auswirkungen von trockener Luft oder blauem Licht (Smartphones, Bildschirme) von der Haut fern.

Interessant: Herr und Frau Österreicher unter der Sonne

Das Marktforschungsinstitut Integral hat im Rahmen einer Online-Befragung im Mai 2019 507 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren zum Thema Sonne und Sonnenschutz befragt und kommt zu folgenden Ergebnissen. Die Österreicher sind sich der heißen Gefahr von oben bewusst. So versucht sich mit 79 Prozent eine deutliche Mehrheit vor zu hoher Sonneneinstrahlung zu schützen. Aus gutem Grund: Knapp jeder Dritte (30 Prozent) gibt an, im Sommer regelmäßig Sonnenbrand zu bekommen. Knapp jeder Dritte (29 Prozent) hat Angst, an Hautkrebs zu erkranken. Von dieser Angst sind eher Frauen (32 Prozent) als Männer (26 Prozent) betroffen. Die deutliche Mehrheit (71%) fühlt sich ausreichend über das Hautkrebsrisiko durch zu hohe Sonneneinstrahlung informiert. Zur Vorbeugung gehen jedoch nur 31 Prozent mindestens alle zwei Jahre zur Hautkrebskontrolle. Hautkrebs ist allerdings nicht das Einzige, was man durch die hohe Sonneneinstrahlung fürchtet: 19 Prozent haben Angst, durch die UV-Strahlung vorzeitig Falten zu bekommen. Herr und Frau Österreicher schützen nicht nur sich selbst vor der Sonneneinstrahlung, jeder Zweite versucht auch andere vor der UV-Strahlung zu schützen. Allerdings nutzt jeder Fünfte (21 Prozent) überhaupt keinen Sonnenschutz. Die meist genannten Gründe sind: Vergessen (45 Prozent), das Ausbleiben von Sonnenbrand (37 Prozent) und 35 Prozent derjenigen, die angeben, sich nicht vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, finden es zu aufwändig, sich einzucremen.

Über das Thema Sonnenschutz wissen die meisten Österreicher gut Bescheid. Über die Hälfte (54 Prozent) weiß, dass Vorbräunen im Solarium die Haut nicht vor der Sommersonne schützt. Jeder Fünfte hängt jedoch diesem Irrglauben an, der Rest hat dazu keine Meinung. Des Weiteren liegen knapp zwei Drittel der Befragten richtig, dass wasserfeste Sonnencreme das erneute Eincremen nach dem Schwimmen nicht erspart. Fast jeder Vierte (23 Prozent) denkt allerdings, dass diese Legende wahr ist.

In der Sonne schützen sich 83 Prozent jener, die Sonnenschutz verwenden, am liebsten mit Sonnencreme oder Sonnenmilch. Dahinter folgen Sonnenschutzsprays, nur eine kleine Minderheit nutzt ein Öl. Mehr als jeder zweite Sonnencreme-Nutzer (54 Prozent) benutzt einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) zwischen 30 und 50. Ein Viertel schützt sich mit einem mittleren LSF (15-20) und 14 Prozent greifen zu einem sehr hohen (50+) LSF. Nur 4 Prozent begnügen sich mit einem LSF unter 15. Doch fast genauso wichtig wie die Sonnencreme ist der Aufenthalt im Schatten (78 Prozent).

Aufgerufen am 14.10.2019 um 06:09 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/diese-sache-mit-der-sonne-73012279

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