Lifestyle

Düfte: E wie Exklusiv

Rebellion im Flakon! Als Alternative zum Mainstream mit seinen immer gleichen Kreationen empfehlen sich Düfte, die ausschließlich ihren eigenen Regeln und nicht denen des Marktes folgen.

Duft = Big Business

Das weltweite Marktvolumen für Parfum wird für das Jahr 2019 auf 41 Milliarden US-Dollar geschätzt, ein kleiner Einbruch gegenüber dem Vorjahr mit 42 Milliarden US-Dollar. Ein Ausrutscher, der allerdings, so die Prognose des Marktforschungsinstituts Statista.de, bis zum Jahr 2025, wo 48,9 Milliarden US-Dollar erwartet werden, mehr als wieder wett gemacht wird.

Anders gesagt: Duft ist ein Mega-Business, ein verführerisch großer, saftiger Kuchen, an dem alle Hersteller mitnaschen wollen. Das ist wohl auch der Grund, warum seit einiger Zeit Jahr für Jahr hunderte neue Düfte den Markt regelrecht fluten. Die meisten dieser Lancierungen bewegen sich innerhalb eines strengen, aus Marktforschung und Marketingstrategien konstruierten Korsetts. Denn Düfte, die heute den Markt betreten, müssen einer möglichst breiten Käuferschicht gefallen. Und: Sie müssen sich rechnen, also die Kosten für Entwicklung und weltweite Vermarktung wieder hereinbringen. Das geht, bis auf wenige Ausnahmen, zumeist zu Lasten der Kreativität und Originalität. Weshalb die neuen Kreationen, wiewohl von großen Parfumeuren kreiert, oft ein wenig beliebig daherkommen und mit unweigerlich nachfolgenden zahllosen Interpretationen, den Flankern, garniert werden. Was folgt, ist ein gewisses Sättigungsgrad auf Seiten der zum Großteil weiblichen Kundschaft. Aber das nehmen Hersteller in Kauf, weil ja - mit Sicherheit! - schon das nächste Duftprojekt auf seine Markteinführung wartet. Big Business eben.

Duft = Tradition, Handwerk und Leidenschaft

Dass es auch ganz anders geht, beweisen exklusive Kreationen, die im Duftmarkt eine immer wichtigere Rolle spielen. Vor allem bei den Kunden, die von konventioneller Massenware allmählich die Nase voll haben. Bei diesen so genannten Nischendüften sind andere Parameter als Marktforschung, Zielgruppen und Marketing wichtig. Hier gibt es zwar auch Konzepte (und sie wollen sich auch - nur dass hier keine Missverständnisse entstehen! - verkaufen), aber sie folgen in der Kreation quasi einer inneren Notwendigkeit. Und sind bei weitem nicht nur ein Fall für Traditionshäuser, sondern vermehrt auch für junge Parfumeure interessant. Inspiration für einen neuen Duft kann alles sein: Städte, Gärten, Reisen, Jahreszahlen, Jahreszeiten, Geschichte und Geschichten. An kostbaren und entsprechend kostspieligen Ingredienzien wird nicht gespart, auch nicht an Leidenschaft für die Kunst der traditionellen Parfumherstellung. Gespart wird auch nicht an Zeit, eine der wichtigsten Zutaten überhaupt - und das betrifft sowohl die Dauer des kreativen Prozesses als auch den Zeitpunkt der Lancierung, der erfolgt, wenn das Produkt fertig ist und nicht, weil Frühling oder Herbst ist, oder Muttertag oder Weihnachten bevorsteht.

Unter diesen Voraussetzungen kann Außergewöhnliches entstehen. Das, weil es keiner Zielgruppe folgt und kein Ablaufdatum hat, jeden Trend überleben kann. Solche Düfte sind aufregend, weil sie - und das zieht sich wie ein roter Faden durch jede dieser Kompositionen - ohne Kompromisse kreiert werden und so der Nase völlig neue Duftwelten eröffnen. Sei es durch eine ungewöhnliche Kombination der Inhaltsstoffe, sei es deswegen, weil ein Duft um einen einzigen Inhaltsstoff kreist. Und noch etwas haben Nischendüfte gemeinsam: Man kann sie lieben oder hassen - aber sie lassen einen auf keinen Fall unberührt.

Aufgerufen am 16.09.2019 um 09:31 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/duefte-e-wie-exklusiv-75796789

Kommentare

Schlagzeilen