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E-Bike-Fahrer unterschätzen Tempo

Experte Klaus Robatsch verrät, wo man den richtigen Umgang mit E-Bikes lernen kann und warum vor allem ältere Personen im Straßenverkehr besonders gefährdet sind.

E-Bikes setzen hohes technisches Fahrkönnen voraus - das gilt vor allem im Gelände. SN/David Schultheiß
E-Bikes setzen hohes technisches Fahrkönnen voraus - das gilt vor allem im Gelände.

Im Jahr 2017 haben sich in Österreich rund 4700 Personen beim E-Biken so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus nachbehandelt werden mussten. Nach Angaben des Bundesministeriums für Inneres sind im ersten Halbjahr 2018 im österreichischen Straßenverkehr 14 Fahrradfahrer tödlich verunglückt, darunter waren acht E-Bike-Lenker. Das größere Eigengewicht und das höhere Tempo verlangen höheres technisches Können, zudem wird die Geschwindigkeit in den Kurven sowie beim Beschleunigen und Abbremsen oft unterschätzt. "Jüngere Radfahrer kommen ja ohne Tretunterstützung schnell auf 25 km/h. Ältere Personen sind die Geschwindigkeit aber oft nicht mehr gewohnt und das kann gefährlich werden", erklärt Klaus Robatsch, Bereichsleiter der Verkehrssicherheit beim Kuratorium für Verkehrssicherheit. Robatsch empfiehlt, sich gleich beim Kauf vom Händler auf das jeweilige E-Bike einschulen zu lassen. "Viele Händler helfen hier gern weiter." Auch ARBÖ oder ÖAMTC bieten verschiedene Trainings an.

Dabei bringen E-Bikes auch viele Vorteile mit sich: So sind sie prädestiniert dafür, um den stetig zunehmenden Verkehr zu entlasten. Und sie bringen Sportmuffel aufs Rad und unterstützen sie beim Kampf gegen den inneren Schweinehund. Auch die Preise sind heute erschwinglicher als noch vor ein paar Jahren:
E-Bikes sind schon unter 1000 Euro erhältlich. E-Mountainbikes sollten unbedingt mit hochwertigen Scheibenbremsen ausgestattet sein. Bei City-, Trekking- und Falt-E-Bikes genügen in der Regel herkömmliche Felgenbremsen.

Während E-Bikes mit einer Leistung von höchstens 600 Watt und Motorunterstützung bis maximal 25 km/h noch als normale Fahrräder gelten, erreichen S-Pedelecs bis zu 45 km/h. S-Pedelecs benötigen einen eigenen Versicherungsschutz und Kennzeichen, die Lenker außerdem Führerschein und Helm. Kommt es nämlich zu einem Unfall und besteht keine Kfz-Haftpflichtversicherung, kann es teuer werden.

Quellen: KFV, IDB Austria 2017. Verletzte mit Hauptwohnsitz in Österreich, deren Verletzung in der Unfallambulanz nachversorgt wurde. Hochrechnung; BM.I.

E-Bikes: Verkehrsregeln und Infos zur Ausrüstung

Ein E-Fahrrad muss auf Radfahranlagen benützt werden, außer es ist mehrspurig und bis 80 cm breit oder es zieht einen Anhänger bis zu 80 cm Breite. Dann darf man damit wahlweise auf der Fahrbahn fahren. Fahren auf dem Gehsteig ist - wie mit einem herkömmlichen Fahrrad - verboten. Über 120.000 E-Bikes wurden 2017 in Österreich verkauft.

Nebeneinanderfahren ist nur auf Radwegen oder in Wohnstraßen erlaubt. Auf Fahrradstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Mindestalter, ab dem man ohne Begleitung mit einem E-Bike unterwegs sein darf: zwölf Jahre, außer man hat einen Radfahrausweis erworben. Es gelten dieselben Ausrüstungsvorschriften wie für herkömmliche Fahrräder (Klingel, Scheinwerfer, Rücklicht, Rückstrahler und Reflektoren an Speichen und Pedalen) sowie die 0,8-Promille-Grenze.
Das Tragen eines Helms ist nicht verpflichtend (nur bis zwölf Jahre), wird aber unbedingt empfohlen.

Wie beim Autofahren ist auch beim Radfahren das Telefonieren verboten. Ausnahme: Telefonieren mit Freisprecheinrichtung.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.09.2020 um 07:03 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/e-bike-fahrer-unterschaetzen-tempo-68231710

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