Lifestyle

Frühjahrsputz ohne Chemie: Reinigungsmittel selber machen

Aus gegebenem Anlass verbringen viele Österreicher und Österreicherinnen viel Zeit in ihrem eigenen Heim. Daher ist es nun besonders wichtig, sich eine Wohlfühloase zu schaffen und Ordnung zu machen. Wer nun das alte Reinigungsmittel aus der Ecke kramt und von den chemischen Dämpfen ganz benommen wird, der kann beruhigt sein. Putzmittel kann man ganz einfach und ohne Chemie selbst herstellen.

Zeit für den Frühjahrsputz: Statt Putzmittel mit einer Litanei von Inhaltsstoffen zu verwenden, können Reinigungsmittel ganz einfach zu Hause hergestellt werden. SN/unsplash
Zeit für den Frühjahrsputz: Statt Putzmittel mit einer Litanei von Inhaltsstoffen zu verwenden, können Reinigungsmittel ganz einfach zu Hause hergestellt werden.

Wir ziehen nun schon am frühen Morgen die Vorhänge auf, um die Räume mit Licht zu durchfluten und unsere Stimmung zu heben. So schön die Helligkeit auch ist, sie bringt den Dreck der letzten Wochen und Monate ans Licht. Egal ob Fingerabdrücke und Spuren des Regens auf den Fenstern und Balkontüren oder die unzähligen Haare von Mensch und Tier, die sich bis in die kleinsten Spalten verirrt haben.
Voller Enthusiasmus geht es dann zum Abstellraum, wo das nötige Werkzeug für die Aktion 'Frühjahrsputz' oder auch 'Generalsanierung' seit langer Zeit unberührt ruht. Besen, Putzfetzen und Eimer sind schnell gefunden, doch das Reinigungsmittel fehlt. Jetzt könnte man sich natürlich ärgern, oder man ist froh darüber, denn in vielen Reinigungsmitteln steckt eine Menge Chemie, die sich auf Gesundheit und Umwelt negativ auswirkt.

Welche Inhaltsstoffe findet man in üblichen Putzmitteln?

  • Duftstoffe
    Damit das Waschbecken oder der Boden duftet wie ein Blumenbukett, enthalten viele Reinigungsmittel Duftstoffe. Diese gelten als potenzielle Allergieauslöser und sind auch für die Umwelt besonders schädlich, da sie nur schwer abbaubar sind. Kläranlagen sind nicht immer im Stande alle Chemikalien aus dem Abwasser zu filtern und so gelangen diese auch ins Trinkwasser.
    Auf den Verpackungen müssen laut EU-Verordnung nur jene 26 Duftstoffe explizit angeführt werden, die ein besonders hohes Allergiepotenzial aufweisen. Andere Düfte werden in der Liste der Inhaltsstoffe mit 'Duftstoff' oder 'Parfum' zusammengefasst.
  • Konservierungsmittel
    Um die Haltbarkeit zu verlängern und den Wachstum von Bakterien im Putzmittel zu verhindern, werden Reiniger mit Konservierungsmittel versehen. Konservierungsstoffe können u.a. Schleimhautreizungen und Allergien auslösen. Besonders bedenklich ist dabei Formaldehyd, wobei hier von der EU ein Grenzwert eingeführt wurde. Ab einer Konzentration von 0,1%, muss auf der Verpackung ein Warnhinweis angebracht werden. Für andere Konservierungsmittel gibt es keine Reglementierung.
    Da synthetische Konservierungsstoffe nur schwer biologisch abbaubar sind, setzen nun einige Produzenten von Reinigungsmittel auf Alternativen wie Alkohol, Zitronen- oder Milchsäure.
  • Bleichmittel auf Chlorbasis
    Ein Blick auf einen älteren Rohreiniger zeigt häufig, dass Bleichmittel auf Chlorbasis enthalten ist. Heute wird diese Verbindung nur noch selten verwendet. In Verbindung mit anderen Chemikalien, kann Bleichmittel auf Chlorbasis sogar hochgiftig werden. Besondere Vorsicht ist dann gegeben, wenn Bleichmittel mit anderen Reinigern, Alkohol oder Essig vermischt wird. Die daraus entstehenden Dämpfe können zu Atemnot, Husten und sogar Ohnmacht führen.


Die Liste der Inhaltsstoffe kann noch lange weitergeführt werden. Erdöl-Tenside, Palmöl-Tenside, Aluminium, Biozide, Tenside und Co. belasten massiv die Raumluft und/oder die Umwelt.

Worauf ist besonders zu achten, wenn mit handelsüblichen Reinigungsmittel geputzt wird:

  • So wenig Reinigungsmittel wie möglich verwenden, da diese miteinander reagieren können und eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
  • Mit offenem Fenster putzen, damit so wenig Dämpfe wie möglich eingeatmet werden.
  • Beim Putzen Gummihandschuhe verwenden.
  • Gelangt Putzmittel auf die Haut oder in das Auge, sofort mit Wasser ab- bzw. ausspülen. Sollte es zu Hautirritationen kommen oder zu einem anhaltenden Brennen im Auge, dann den Arzt kontaktieren.
  • Beim nächsten Einkauf auf die Inhaltsstoffe achten oder ökologische Reinigungsmittel kaufen. Alternativ auf Hausmittel zurückgreifen und Putzmittel selbst zu Hause herstellen.

So einfach geht's: Putzmittel selber machen

Auf schädliche Putzmittel sollte man unbedingt verzichten. Statt mit der chemischen Keule auszurücken und schmierigen Fenstern und Spiegeln sowie Kalk und Herdplatte mit gesundheits- und umweltschädlichen Stoffen den Kampf anzusagen, empfiehlt es sich, gesunde Alternativen in Erwägung zu ziehen. Schon mit wenigen Zutaten lässt sich ein effektiver Reiniger herstellen. Putzmittel aus Eigenproduktion sparen Geld und sind gut für die Gesundheit und die Umwelt.

Rezepte für Allzweckreiniger

Zu den wahren Gewinnern beim Frühjahrsputz zählt neben Ihnen noch Natron, Essig und Zitronensäure.

Essig: Riecht zwar etwas streng, doch ein Allzweckreiniger mit Essig ist lange haltbar und entfernt auch hartnäckigen Schmutz und Fett mühelos und ohne Zusatz von Chemie. Essig hat noch dazu eine desinfizierende Wirkung und wird daher gerne im Badezimmer und zur Reinigung der Toilette eingesetzt. Auch als Kalklöser oder beim Bodenwischen erweist der Essig gute Dienste. Was ist zu tun?
Je nachdem wie viel Reiniger benötigt wird, ca. 2 Tassen weißen Essig mit 1 Tasse Wasser mischen. Für einen angenehmen Geruch können ein paar Tropfen ätherische Öle, wie Teebaumöl oder Lavendel, beigefügt werden. Alles gemeinsam in eine Sprühflasche geben und los geht's!

Effektiver Allzweckreiniger der auch noch gut duftet -Zitronenschalen statt Duftstoffe. SN/unsplash
Effektiver Allzweckreiniger der auch noch gut duftet -Zitronenschalen statt Duftstoffe.


Alternativ kann weißer Essig mit Zitronen- oder Orangenschalen für ein paar Wochen in einem geschlossenen Gefäß (Einmachglas) gelagert werden. Die Schalen müssen dabei vollständig mit Essig bedeckt werden. Nach 2 Wochen die Schalen entfernen und den Reiniger in eine Sprühflasche füllen. Durch den natürlichen Duft macht das Putzen zwar nicht mehr Freude, doch er schadet weder der Gesundheit noch der Umwelt.

Zitronensäure: 2-3 EL Zitronensäure mit ca. ¼ Liter Wasser mischen und in eine Sprühflasche füllen. Das Gemisch wirkt bei der Reinigung des Ceranfeld sowie Backblech und Armaturen wahre Wunder. Besonders wirksam ist die Mischung auch bei Kalkablagerungen. Kurz einwirken lassen und danach gut mit Wasser abspülen. Bei besonders starken Verkalkungen kann z.B. der Duschkopf über Nacht in die Mischung eingelegt werden.

Natron: Mit Natron können vor allem hartnäckige Verschmutzungen beseitigt werden. So zum Beispiel eingebrannte Verkrustungen im Backofen oder auf dem Grillrost. Natron mit ein bisschen Wasser vermischen, auf der Verschmutzung verteilen und einwirken lassen. Das Backrohr lässt sich mit dem Hausmittel besonders gut reinigen, wenn Natron und Wasser erst auf der verschmutzen Fläche verteilt und dann max. 10 Minuten bei 50-60 Grad erhitzt werden. Danach einfach wegwischen und fertig!

Rezept für Glasreiniger/ Fensterputzmittel

Eine 1:1 Mischung von Essig und Wasser eignet sich besonders gut als Glasreiniger. Wer den Geruch nicht mag, kann ein ätherisches Öl beigeben. Apropos Öl: Damit die Fenster wieder glänzen, können diese mit Leinöl eingerieben werden. Kurz einwirken lassen und die Fenster danach mit Wasser abspülen.

Rezepte für Rohreiniger

Ein verstopftes Rohr ist besonders lästig. Ob Haare in der Dusche oder Essensreste in der Spühle, eine Verstopfung kann besonders hartnäckig sein. Statt mit chemischen Substanzen zu arbeiten, kann schon ein einfaches Hausmittel Abhilfe schaffen.

Waschsoda: Zuerst 10-15 EL Waschsoda in den Abfluss geben und danach eine Tasse Essig nachkippen. Das Gemisch ein paar Minuten einwirken lassen und danach gründlich mit heißem Wasser nachspülen. Keine Sorge wenn es schäumt und blubbert, das gehört dazu.


Backpulver: Statt Waschsoda kann auch Backpulver zur Lösung von Verstopfungen verwendet werden. Dafür einfach eine halbe Tasse Backpulver und eine halbe Tasse Salz vermischen und in den Abfluss schütten. Eine Tasse warmen Essig hinterher und abwarten. Nach ein paar Minuten heißes Wasser nachspülen.

Nach dem Frühjahrsputz: Creme für strapazierte Hände selber machen

Nach dem Schrubben und Wischen haben die strapazierten Hände ein bisschen Luxus verdient. Damit auch hier keine Chemie zum Einsatz kommt, liefern wir ein paar einfache Rezepte um Handcremes ohne viel Aufwand zu Hause herzustellen.

Handcreme für strapazierte Hände
Zutaten: 50g Kakaobutter, 40g Kokosöl, 1EL Olivenöl oder Mandelöl, optional ätherisches Öl
Alle Zutaten langsam über Wasserdampf schmelzen und abkühlen lassen. Ein paar Tropfen ätherisches Öl beifügen, in ein Gefäß füllen und aushärten lassen.

Handpflege gegen trockene Hände
Zutaten: 1EL Honig, 2EL Öl (Olivenöl, Kokosöl, etc.)
Öl und Honig leicht erwärmen und gut verrühren. Danach auf die Hände auftragen und einwirken lassen. Die Handpflege eignet sich ideal nach dem Putzen, wenn die Hände etwas trocken sind.

Aufgerufen am 29.11.2021 um 12:04 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/fruehjahrsputz-ohne-chemie-reinigungsmittel-selber-machen-85038721

Schlagzeilen