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Gartenfreuden im Herbst

Planung. Mit ein bisschen Geschick bleibt der Garten auch im Herbst eine Wohlfühloase.

Wer seinen Garten liebt, der plant voraus. SN/s.2009fotofriennds/shutterstoch
Wer seinen Garten liebt, der plant voraus.

Schneiden, Stutzen, Einwintern: Kommt mit dem Herbst auch das Ende der Gartensaison? "Nicht unbedingt", meint Gartenexpertin Eveline Vögerl: "Wenn man es geschickt anlegt, kann jeder Garten im Herbst noch einmal zur Hochform auflaufen. Die Bedingung dafür ist allerdings eine vorausschauende Planung, die möglichst schon im Winter erfolgen sollte." Mit ein paar Kunstgriffen hole man sich nämlich ganz leicht das Flair des Indian Summer auch in den eigenen Garten, weiß die Gärtnerin: "Viele Ahorntypen färben sich von Gelb bis Rotorange, auch Sträucher wie die Felsenbirne entwickeln in der späten Jahreszeit eine fantastische Tönung." Aber nicht nur für große, sondern auch für kleinere Gärten gibt es farbenfrohe Lösungen: "Herbstblumen wie Astern oder Herbstanemonen setzen besonders kräftige Akzente in der trüberen Jahreszeit, und das in jedem noch so kleinen Garten."

Zu bedenken gibt die Expertin, dass der Herbstgarten neben einer frühen Planung allerdings auch ein Mehr an Konzept verlange: "Anders als im Frühjahr, wo die Natur sowieso explodiert, ist im Herbst eine durchdachte Gestaltung das A und O." Es sei dann einfach noch wichtiger , Pflanzen richtig zu arrangieren und gut in Szene zu setzen, erklärt sie. "Je mehr die Pflanzen im Laufe des Herbstes an Blättern verlieren, desto bedeutsamer wird ihre Wuchsform - Form und Struktur treten in den Vordergrund." So eigne sich etwa die Korkenzieherhaselnuss hervorragend als Blickfang im herbstlichen Garten. Eine andere Variante, das Gartenarrangement zu beleben, bietet sich durch sogenannte immergrüne Pflanzen(wie etwa die Blauzeder), die ihre Farbe ganzjährig behalten. Ebenso im Bereich der Möglichkeiten: Pflanzen, die im Winter blühen, wie etwa die Zaubernuss oder der Schneeball. Das erklärte Credo der Gartenplanerin: "Wenn es kühler wird und man sich viel im Haus aufhält, sollte man aus jedem Fenster einen schönen Blick auf den Garten werfen können - wie auf ein sich veränderndes Gemälde." Aber nicht nur eine lang anhaltende Farben- und Formenpracht macht den Herbstgarten zu einem attraktiven Ort. Auch durch Grill- und Feuerstellen bleibt der Garten weit über den Sommer hinaus für ein gemütliches Zusammensein nutzbar. Ebenso bieten Pavillons und Gartenhäuser eine behagliche Möglichkeit, den Garten auch im Herbst noch länger zu bewohnen. In jedem Fall wichtig für die Nutzung sei aber Licht, sagt Eveline Vögerl: "In dunkleren Zeiten ist der Einsatz von Lichtelementen im Garten besonders dekorativ und auch sinnvoll." Schön und zugleich praktisch sei es zum Beispiel, Kieswege zu erhellen oder aber verschiedene Szenerien durch gezielte Beleuchtung zu schaffen, erklärt die Planerin, "eine Art Schattenspiel zu inszenieren". Das gelinge vor allem mit lichten Pflanzen, durch deren Beleuchtung schöne Effekte erzielt werden könnten. Natürlich bleibt der Herbst trotz allem für jeden Gärtner eine Zeit der Vorbereitung auf den Winter. Viele Pflanzen brauchen jetzt einen guten Wärmeschutz, einige müssen ins Winterquartier umgesiedelt werden. "Wer sich unsicher ist, sollte auf keinen Fall draufloslegen, sondern unbedingt fachliche Hilfe einholen", rät Vögerl, was vor allem für das Düngen und Schneiden der Pflanzen gelte. Ganz entscheidend sei, im Herbst jede Wachstumsdüngung mit Stickstoff einzustellen. "Die Pflanzen müssen sich auf den Winter vorbereiten und brauchen eine kalibetonte Düngung, die sie dabei unterstützt, ihre Zellwände zu verstärken." Auch beim Schneiden könnten viele grobe Fehler passieren, warnt sie: "Frühblüher wie der Rhododendron dürfen im Herbst auf gar keinen Fall geschnitten werden, damit bringt man sich möglicherweise selbst um die Blütenpracht im Frühling."

Wer seinen Garten insekten- und tierfreundlich gestalten will, sollte auf den Gebrauch von Pestiziden und anderen giftigen Pflanzenschutzmitteln jedenfalls verzichten. "Eine standortgemäße Bepflanzung und eine gute Versorgung der Blumen und Sträucher bietet hier die bessere Vorsorge gegen Schädlinge und Unkraut als der Einsatz von chemischen Mitteln", ist die Gärtnerin überzeugt. Es gelte die Regel: "Wenn der Garten sich in einem ökologischen Gleichgewicht befindet, ist er grundsätzlich auch weniger anfällig. Es lohnt sich nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Man muss nicht jeder Blattlaus mit einer chemischen Keule den Krieg erklären - das ist auf jeden Fall kontraproduktiv."

Eine große Pflanzenvielfalt sei hier immer hilfreich, "sie zieht Insekten und Nützlinge an." Um vor allem Igel anzulocken, empfiehlt die Gartenexpertin, Laubhäufchen zu bilden, in denen sich die Tiere verkriechen können. Dichte Gartenzäune sollte man vermeiden, weil die Tiere dadurch an ihren nächtlichen Wanderungen gehindert werden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.11.2020 um 11:09 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/gartenfreuden-im-herbst-92850298

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