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Gesund und ohne Sorgen alt werden

Beim Thema Vorsorge sind sich die Österreicher einig: Gesund und frei von finanziellen Sorgen möchte man seine Pension genießen. Die Salzburger würden unter diesen Umständen gern 90 Jahre alt werden.

Gesund möglichst alt werden, das will wohl jeder, vor allem die Salzburger. Das zeigt eine IMAS-Studie im Auftrag der Salzburger Sparkasse einmal mehr. Demnach sind sich die Salzburgerinnen und Salzburger zu 77 Prozent im Klaren darüber, wie es mit der demografischen Entwicklung hierzulande weitergeht. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen immer älter werden, ist für 24 Prozent der hiesigen Bevölkerung auch klar, dass der Erhalt der staatlichen Pension in Zukunft wohl schwierig wird. In Österreich sind das im Vergleich nur 17 Prozent. "Was besonders auffällt, ist, dass nur fünf Prozent der Salzburger derzeit eine Pflegenotstand erwarten", sagt Studienautor Paul Eiselsberg.

Trotzdem: 49 Prozent der Salzburger und 53 Prozent der Österreicher beurteilen die künftige demografische Entwicklung als eher negativ. "Auch das ist erstaunlich", sagt Eiselsberg. "Die Angst vor finanziellen Nöten im Alter ist offenbar größer als die Freude, dass man auch selbst älter wird."

Beim Thema Lebenserwartung zeigen sich hier ohnehin interessante Einstellungen. So beschäftigen sich 72 Prozent der Salzburger gar nicht mit der eigenen Lebenserwartung, in Österreich sind das nur 63 Prozent. "Für die Altersgruppe 65 plus ist das naturgemäß aber mehr Thema als für 20-Jährige", erklärt Eiselsberg. Derzeit beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung der Salzburger (Männer und Frauen zusammengenommen) 84,8 Jahre und damit um zwei Jahre mehr als die der Österreicher. Fragt man die Salzburger, wie alt sie werden möchten, kommt man auf 90 Jahre. Eselsberg: "Die Männer wissen, dass sie kürzer als die Frauen leben, im Durchschnitt um zwei Jahre. Aber sie möchten am liebsten um zwei Jahre älter werden als die Frauen."

Blickt man auf das Thema Pension, dann sind die Erwartungen klar: 91 Prozent der Salzburger (87 der Österreicher) wünschen sich, keine größeren gesundheitlichen Probleme zu bekommen. 77 Prozent wollen sich keine finanziellen Sorgen machen müssen und 76 Prozent wollen regelmäßig Kontakt zu anderen Menschen haben. "Das ist auch ein wichtiger Aspekt. Denn zwei Drittel aller persönlichen Kontakte reißen mit dem Pensionsantritt ab", sagt der IMAS-Experte.

Was die staatliche Pension betrifft, sind die Salzburger skeptischer als der Rest des Landes. 37 Prozent erwarten, dass es eine solche Pension künftig einmal nicht mehr geben wird, 50 Prozent sind diesbezüglich zuversichtlich. Allerdings ist 75 Prozent der Salzburger klar, dass man den Lebensstandard allein mit der staatlichen Pension nicht wird halten können.

"Wichtig wäre deshalb eine Reform der privaten Pensionsvorsorge", fordert Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen Versicherung. "Die Steuerreform 2020 wäre dafür ein guter Anlass." Vor allem brauche es ein Fördermodell und die Absetzbarkeit der Prämien. Bartalszky macht sich aber auch für den Ausbau der betrieblichen Vorsorge stark: "Hier gehören die Anreize erhöht. Außerdem wäre das für die Firmen attraktiv, um wichtige Mitarbeiter zu halten."

Auch beim Thema Gesundheitssystem sieht er die Notwendigkeit, privat vorzusorgen. Zwar geben 55 Prozent der Salzburger (45 Prozent der Österreicher) an, dass sie medizinisch ausreichend gut behandelt werden. 88 Prozent erwarten aber auch, dass die Zeit des Arztes für den Patienten immer knapper wird, weshalb 82 Prozent glauben, dass sich eine private Zusatzversicherung lohnen wird.

Gesundheit steht deshalb für 68 Prozent auch an der Spitze der Vorsorgethemen, gefolgt von 66 Prozent zum Thema Pensionszahlung und 59 Prozent bezüglich der Familie. Auch hier zeigt sich, dass dem Thema Pflege mit nur 35 Prozent noch kein großes Augenmerk geschenkt wird. Bartalszky: "Das wird aber immer wichtiger, weil immer mehr Krankheiten auftreten, die es früher kaum gab, einfach weil die Menschen nicht so alt wurden, etwa Demenz."

Eine generelle finanzielle Vorsorge halten 91 Prozent der Salzburger für wichtig. Laut Bartalszky sollte man dafür 15 Prozent des Nettoeinkommens zur Seite legen, das wären im österreichischen Durchschnitt 200 bis 250 Euro. Allerdings: Jeder Vierte sorgt derzeit gar nicht vor. Jene, die es tun, kommen im Durchschnitt auf 136 Euro pro Monat, wobei Männer 174 Euro zur Seite legen, Frauen aber nur 93 Euro, was Christoph Paulweber, Generaldirektor der Salzburger Sparkasse, vor allem auf das niedrigere Einkommen von Frauen zurückführt.

Er rät, mit der Pensionsvorsorge möglichst früh zu beginnen, am besten schon beim Berufseinstieg. "Allerdings gehört dazu eine große Disziplin, 30 oder 40 Jahre lang Geld zur Seite zu legen, egal was in der Familie oder auf den Finanzmärkten passiert. Das bedeutet ganz klar: Konsumverzicht."

52 Prozent der Salzburger legen bei einer privaten Vorsorge Wert auf möglichst hohe Sicherheit. "Allerdings sind die Salzburger da ein bisschen risikobereiter als der Rest Österreich", sagt Paulweber. "Denn elf Prozent legen Wert auf eine höchstmögliche Rendite." Wichtig in jedem Fall sei es, einen verlässlichen Partner zu haben, der auch später noch die Leistung erbringen könne. Paulweber: "Die Sparkassengruppe ist heuer 200 Jahre alt und wir haben vor, auch noch weitere 200 Jahre da zu sein."

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