Lifestyle

Hüttenzauber 2.0: Lässig & relaxt

Chilliger Sound, cooler Spirit: Sie merken es schon an der Wortwahl, wie sehr sich bei der Beschreibung der "Skihütten" die Klischees verändert haben. Heute erweisen sich die einst von Kasnock'n und Glühwein geprägten Pausenfüller als wahre Genuss- und Erlebnistempel.

Die Steinbockalm im Hinterthal am Hochkönig - ein Genusstempel erster Güte. SN/steinbockalm
Die Steinbockalm im Hinterthal am Hochkönig - ein Genusstempel erster Güte.

WLAN? Eh klar. Jahrgangs-Champagner? Aber gern! Haubenküche? Ehrensache! Aus der Fülle an empfehlenswerten Adressen, die wir Ihnen im Anschluss an Ihren gekonnten Einkehrschwung ans Herz legen möchten, hat die "Schneepulver"-Redaktion einige bemerkenswerte Beispiele herausgepickt.

Beginnen wir die Hüttenroas 2.0 mit der Steinbockalm der Familie Heigenhauser in Maria Alm. Die Lage: perfekt, weil direkt an der Bergstation der Hochmaisbahn in Hinterthal, auf Augenhöhe mit dem unvergleichlichen Hochkönigmassiv. Traditionell und modern sind hier kein Gegensatz: Zwei gemütliche, urige Hütten sind durch einen chilligen Bar- und Loungebereich miteinander verbunden. Darüber thront die große Panoramaterrasse, die den Gästen herrliche Bergblicke gewährt - so geht Freiluftkino für den ganz großen Horizont! Und als Draufgabe gibt's für den Gaumen Hochgenuss. Unsere klare Empfehlung: das Zweierlei vom Pinzgauer Hirsch mit Erdäpfelnidei und Apfel-Birnen-Chutney, entworfen vom Starkoch Mario Lohninger (gebürtig aus Maria Alm, er werkte bislang in Deutschland, den USA, Frankreich, Japan und Thailand, führt drei Restaurants mit unterschiedlichen Küchen und erkochte bisher 51 Gault-Millau-Punkte) und Angelo Alletto, dem Chefkoch der Steinbockalm.
www.steinbockalm.at

Gespannt blicken wir auf die Eröffnung des Albergo im Hochzillertal, das am 7. Dezember 2018 als Skihütte und Hotel mit Wellnessbereich seine Pforten öffnen wird. Geplant ist, die Gäste mit mediterranem Genuss zu verwöhnen. Alpiner Charme und italienisches Design gehen in der Bergstation des nagelneuen Wimbach-express auf 2400 Metern Seehöhe Hand in Hand. "Im Albergo treffen Weltoffenheit und Zeitgeist auf Zillertaler Altholz und geschmackvolles, exklusives Ambiente auf ehrliche Gastfreundschaft", beschreibt der erfahrene Gastronom Manfred "Manni" Kleiner das Konzept.
Küchenchef - pardon: Küchendirektor - ist der routinierte Christian Siegele, von dem man sich Köstliches in Sachen hausgemachter Pasta, Teigtaschen und Fisch erwarten darf. Erlesene Weine von Sommelière Julia Fankhauser, die auch glasweise degustiert werden können, sollen die kulinarischen Gaumenfreuden vollenden. Wir sind gespannt auf die Premiere!
www.albergo.at

Zimmer mit Aussicht: das neue „Panorama 2962“ auf der Zugspitze. SN/matthias fend
Zimmer mit Aussicht: das neue „Panorama 2962“ auf der Zugspitze.

Neu seit Juni 2018 ist das Panorama 2962 auf der Zugspitze. Serviert werden auf knapp 3000 Metern Seehöhe typische Spezialitäten aus dem Alpenraum, garniert mit einem schlichtweg atemberaubenden Panoramablick. Spezialitäten und Produkte aus Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz bilden auf den Speisekarten die köstliche Vielfalt der Alpenregion ab. Regional bedeutet in diesem Fall, dass Zutaten und Inspirationen aus einem Umkreis von 250 Kilometern stammen.
"Ein Restaurant auf knapp 3000 Metern zu betreiben ist definitiv mit jeder Menge logistischer Herausforderungen verbunden", schildert Verena Lothes, Kommunikationsmanagerin Bayerische Zugspitzbahn. "Wir bekommen zwei Mal pro Woche eine Lebensmittellieferung per Zahnradbahn. In einem speziellen Kühlwagen werden Lebensmittel wie Fleisch, Pommes, Milch und Getränke auf das Zugspitzplatt transportiert und von dort auf unsere verschiedenen Restaurants verteilt. Das heißt, wir müssen rund zehn Tage im Voraus planen und kalkulieren, welche Lebensmittel wir benötigen. Nur Frischware wie Gemüse und Obst können wir über unsere Seilbahn Zugspitze tagesaktuell anliefern lassen."
www.zugspitze.de

Die neue „Sunbed Area“ vor der Wedelhütte. SN/wedelhütte
Die neue „Sunbed Area“ vor der Wedelhütte.

Nochmal zurück ins Tirolerland, konkret zur legendären Wedelhütte in Kaltenbach. Auf 2350 Metern Höhe gelegen, ist sie das höchstgelegene Wirtshaus im Hochzillertal. Das eingangs erwähnte Power-Duo Kleiner-Siegele empfiehlt ein spezielles "Hüttenfrühstück deluxe" mit Eierspeise, Kaffeespezialitäten und Vitaminshots. Auch nicht von schlechten Eltern ist der hausgemachte Kaiserschmarren. Das Spezielle an dieser Köstlichkeit: 100 Prozent Dinkelmehl und 100 Prozent hausgemachter Zwetschkenröster. Und ganz exklusiv: das Dry-aged-Steak, zubereitet im Holzkohlegrill, serviert in der Gourmetlounge. In der neuen "Sunbed Area" sind all jene Gäste herzlich willkommen, die sich bei House-Tunes entspannen möchten.
www.wedelhuette.at

Wer hat's erfunden? - Mathis Hartly gilt als DER Pionier der gehobenen Berggastronomie. Auf knapp 2500 Metern nimmt seit dem Vorjahr das neue White Marmot in St. Moritz, Bezug auf das Vermächtnis des Restaurantpioniers.

Zurück nach Österreich, auf in die Kristallhütte im Skigebiet Hochzillertal! Sie wurde 2015 vom "Playboy Deutschland" zur "Skihütte des Jahres" ausgezeichnet und gilt als Ikone in der Branche. Stilprägendes Motto dieser urig-relaxten Goldgrube: "Lifestyle am Berg". Highlights: die offene Showküche, das 360-Grad-Panorama und natürlich die "Liegewiese" im Schnee. Stefan Eder ist es vortrefflich gelungen, einen perfekten "Lifestyle- und Kulinarik-Club" zu erschaffen - ähnlich den Beach-Clubs auf St. Barths -, aber eben auf dem Berg. Die in der Tat phänomenale Aussicht ermöglicht auf Neudeutsch gesagt "mountain watching deluxe". Verschiedene DJs heizen die Stimmung in Richtung Siedepunkt auf, namhafte Künstler - unter ihnen Udo Lindenberg - stellen hier seit zwölf Jahren ihre Werke aus.
"Immer mehr Wintersportler bevorzugen den Genuss am Berg und meiden die schnelle Mahlzeit", bringt es Pionier Eder im Gespräch mit dem "Schneepulver" auf den Punkt. "Wir von der Kristallhütte setzen bei den Speisen auf Nachhaltigkeit und österreichische Qualität", sagt der Inhaber mit Nachdruck. Das servierte Wildfleisch stammt beispielsweise aus seiner eigenen Jagd und den Grillschinken bezieht Kristall-Stefan vom regionalen Metzger, ebenso das Gemüse.
"Aktuell ist Superfood ein großes Thema - und damit verbunden vegetarische Gerichte", erläutert der Vordenker und verweist auf seine Bestseller: die Megaportion Karfiol oder die hausgemachten Chilispaghetti mit Wolfsbarsch.
Die dahinterstehende Logistik ist eine ewige Herausforderung: "Im Herbst werden die Grundausstattung an Lebensmitteln, die nicht leicht verderblich sind, sowie die Getränke per Gondel aus dem Skigebiet in die Hütte transportiert", schildert Stefan Eder. Da keine großen Lager vorhanden sind, liefern die Produzenten aus der Region zwischendurch immer wieder nach. Größere Fuhren erfolgen erst nach Betriebsschluss, wenn keine Gäste im Haus sind. Wenn es gut geht und der Chef den Durst seiner Gäste richtig berechnet hat, reicht das eigens für die Kristallhütte gebraute Bier bis zum Februar. "Dann wird nachgeliefert", gibt Eder Entwarnung und hofft auf eine lange Saison.
www.kristallhuette.at

Last but not least landen wir in der hendl fischerei in Leogang, einem Ableger des Hotels mama thresl vis-à-vis der Asitz-Bergstation. Betreiber ist die Legende Huwi Oberlader. Seine Grillhendln sind, und das ist jetzt eine echte Untertreibung, weltberühmt, die Steckerlfische ebenfalls vom Feinsten und der DJ-Sound ist (insbesondere an Dienstagabenden) besser als auf Ibiza. Gondelauffahrt ist um 18 Uhr, nach dem Willkommensgetränk kommt ein 250-Gramm-Rib-Eye-Steak auf den Teller, nach dem Eisdessert wird abgetanzt. Weitere Highlights dieser Adresse: das Schweizer Raclette, serviert in der Zermatter Gondel, oder die beheizte, überdachte Champagner Box. Dort fließt der Sprudel aus Frankreich in Strömen - man gönnt sich ja sonst nichts ...
www.mama-thresl.com/hendl-fischerei

Quelle: SN

Aufgerufen am 01.12.2020 um 12:19 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/huettenzauber-2-0-laessig-relaxt-62149537

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