Lifestyle

Immer auf Achse, immer ganz nah an der Natur

Gabriele und Ralf Kuhn tun es immer wieder - und mit großer Leidenschaft. Sie sind bekennende Wintercamper und haben uns verraten, warum das so ist. Und warum das auch so bleibt.

Angefangen hat ihre Begeisterung für das Campieren vor etlichen Jahren. "Wir waren mit dem Kegelclub an der Ostsee", erinnert sich Ralf Kuhn, "das war Spaß ohne Ende, auch wenn wir anfangs sehr skeptisch waren." Als Unterkunft diente damals noch ein Igluzelt. "Aber man wird ja nicht jünger und schon bald sind wir dann auf einen Wohnwagen umgestiegen", schildert der sympathische Bielefelder, den wir - wo sonst? - telefonisch auf dem Campingplatz erreichen, genau gesagt in Hells Ferienresort im Zillertal, von dem hier bereits die Rede war. "Wer es nicht selbst erlebt hat, kann es sich nicht vorstellen - die Berge, die Natur, die frische Luft", kommt der rüstige Pensionist und bekennende Zugvogel ins Schwärmen. Weit über 200 Plätze in ganz Europa hat er gemeinsam mit Gattin Gabriele in den vergangenen Jahren bereist. Zu den beliebtesten Destinationen zählen "natürlich Österreich", aber auch Italien.

Sind die beiden denn auch im Winter unterwegs? "Ja, gerade in der kalten Zeit hat das Campieren seinen besonderen Reiz." Heute seien die Plätze nicht selten mit Sauna, Hallenbad und perfekter Infrastruktur ausgestattet, "die Nächte in unserem Wohnwagen möchte ich um keinen Preis der Welt mit Hotelbetten tauschen", so Ralf Kuhn. Als fahrbarer Untersatz dient ihm ein zugkräftiger Kia, der die Behausung zuverlässig von A nach B zieht. Dass der 7,80 Meter lange und 2,5 Meter breite Wohnwagen zwar ohne Dusche, dafür aber mit Fußbodenheizung, Küchenzeile, Kühlschrank und mit einer robusten Gasheizung ausgestattet ist, versteht sich von selbst. Ginge es denn nicht auch größer? "Um Gottes Willen, nein! Denn dann wird das Fahren ungemütlich", so der ehemalige Marketingchef eines großen Unternehmens.

Selbstverständlich wird sein Wohnwagen nach allen Regeln der Kunst winterfit gemacht. Ein spezieller, doppelter Kontrollmechanismus sowie Eis-Ex verhindern beispielsweise das Einfrieren der Gasanlage bei extremen Temperaturen. Und ist eine Gasflasche leer, wird automatisch auf eine volle zweite Flasche umgeschaltet.

Ist denn Geldsparen ein Motiv für die Leidenschaft der Kuhns? "Sicher nicht! Wer das meint, der kann nicht rechnen." Was viel mehr zähle, "das ist die Naturverbundenheit, im Winter die Nähe zu den Pisten und insgesamt ein Lebensgefühl, das wir nicht missen möchten."

So bleibt Ihr Camper auch im Winter fit

Frostschutz und Eis: Kühler und Scheibenwaschanlage mit den richtigen Frostschutzmitteln füllen. Ein Türschlossenteiser in der Hosentasche ist bisweilen Gold wert.

Reifen und Ketten: Zugfahrzeug mit Winterreifen und Schneeketten ausrüsten! Es ist ratsam, die Ketten zu Hause probeweise anzulegen. Dann sind Sie vor Überraschungen gefeit - und mit klammen Fingern ist es ohnedies schwer genug, die Dinger zu montieren. Nicht vergessen: Auch den Wohnanhänger mit Winterreifen ausrüsten.

Batterien und Wegfahrhilfen: Ein Vorab-Check gehört zum kleinen Einmaleins für Wintercamper, denn Minusgrade fordern mehr Leistung. Starterkabel und Abschleppseil nicht vergessen.

Fahrtechnik: Anfänger im Wintercamping sollten einen Fahrtechnikkurs besuchen oder wenigstens das Fahren bei winterlichen Verhältnissen mit dem Wohnwagen auf gesperrter Strecke üben.

Heizung und Gas: Prüfen Sie die Wärmespender vorab auf ihre Brauchbarkeit und vergessen Sie dabei weder die Kamine noch die Ablüfter. Achten Sie auf die richtige Gasmischung - Butangas ist im Winter unbrauchbar!

Kampf den Vereisungen: Frisch- und Abwassertanks frostsicher machen, Heizstäbe und Frostwächter einbauen. Tür und Fensterdichtungen mit Talkum oder ähnlichen Pflegemitteln einreiben. Eis-Ex-Einrichtung prüfen oder, wenn nicht vorhanden, installieren. Die Handbremse besser nicht anziehen, diese friert leicht ein. Verwenden Sie stattdessen Keile.

Routenplanung: Die Anfahrt gut planen und auf Wintersperren achten. Vor allem Wohnwagengespanne sollten die Steigungen im Winter besonders beachten.

Fahrverhalten: Rechnen Sie mit Schnee, Nebel und Glätte. Will heißen: Runter vom Gas!

Reservierung: Viele Campingplätze sind in den Wintermonaten - vor allem in den Ferienzeiten - ausgebucht, daher am besten schon frühzeitig reservieren!

Frostschutz am Campingplatz: Bei Minustemperaturen nicht geschützte Tanks ablassen und Kübel unter den Ablasshahn stellen. Vertrauen Sie nicht auf Salz als Frostschutz! Auch direkt an der Wand verlaufende Leitungen im Innenraum sind grundsätzlich frostgefährdet.

Der Stellplatz: Stromkabel sicher verlegen und dabei an die Schneeräumung und an Schmelzwasser denken. Dimensionieren Sie Ihren Fußabstreifer großzügig! Halten Sie den Stellplatz, wenn möglich, frei von Schnee und Eis, damit Sie Matsch und Morast vermeiden.

Belüftung von Schnee freihalten: Dächer und damit die Luftzufuhr, Zwangs- und Pilzlüfter sowie Dachluken schneefrei halten, auch an die Be- und Entlüftung von Herd, Kühlschrank und Heizung denken. Nicht vergessen: Den Innenraum öfter lüften - so wird die Kondenswasserbildung vermindert.

Weitere Infos: www.campingfuehrer.at

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.11.2020 um 06:13 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/immer-auf-achse-immer-ganz-nah-an-der-natur-62151640

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