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Kopfüber runter vom Maibaum

Auf einem Baum trainierte Andreas Auer die Technik. Der Abtenauer erzählt, wie er sich auf dem Maibaum umdrehte, und gibt Kraxel-Tipps.

Andreas Auer rutschte den Stiegl-Maibaum runter. SN/wildbild
Andreas Auer rutschte den Stiegl-Maibaum runter.

Die Ausdauer sei beim Maibaumkraxeln wichtiger als die Kraft, erklärt Andreas Auer. Der Landwirt aus Abtenau hat viel Erfahrung. Zum ersten Mal kletterte er im Alter von 15 Jahren einen Maibaum hoch.

"Ich habe anderen zugeschaut und wollte das einfach ausprobieren." Als Auer einmal einen Mann sah, der sich auf dem Stamm umdrehte und somit kopfüber hinunterrutschte, war sein Ehrgeiz geweckt. "Ich habe mir einen astfreien Baum mit ähnlichem Durchmesser gesucht und begonnen, zu trainieren", erzählt der 44-Jährige. Beim Stiegl-Maibaumkraxeln und in Abtenau gelang es sogleich, erstmals vor zwölf Jahren.

Wie kann man sich in 15 Metern Höhe umdrehen? Auer lacht. "Das ist etwas kompliziert zu erklären. Man kann sich allein mit den Füßen oder nur mit den Händen am Baum festhalten und hängen lassen. Dabei gilt es so umzugreifen, dass man sich in die richtige Position bewegt."

Trainiert habe er in Kleidung. "Ohne Leiberl hat man aber eine deutlich bessere Haftung." Dass man sich beim Runterrutschen aufschürfe oder Schiefer einziehe, "gehört eben dazu", sagt Auer. Zudem schwört der Abtenauer auf Gummistiefel. "Einige klettern barfuß hoch, ich finde jedoch, dass es in Gummistiefeln besonders gut geht. Da hat aber jeder seine ganz eigene Technik."

Was er empfehlen kann? "Das Kraxeln ist reine Kopfsache. Der Wille ist das Wichtigste. Kondition und Technik spielen eine Rolle, man sollte im Vorhinein wenn möglich ein wenig trainieren." Im Gegensatz zum Hochklettern bedürfe das Runterrutschen keines großen Kraftaufwands mehr.

Das Maibaumkraxeln sei ein schönes Brauchtum, das nicht verloren gehen solle, sagt der Landwirt. Er führt die Wirtschaft seiner Eltern mit 50 Rindern und Masthühnern weiter. Dass sich viele Junge nicht mehr auf den Baum trauen, findet Auer sehr schade, zeigt aber Verständnis.

Bis zum ersten Kranz sind es oft mehr als 15 Meter, der gesamte Maibaum ist mehr als 30 Meter hoch. In den vergangenen Jahren sei er auf keinen Maibaum mehr geklettert. "Ich habe drei Kinder und eine Frau, die das nicht so toll findet, was ich verstehe", sagt er. Ganz ausschließen möchte er das Kraxeln aber nicht. "Wenn ich zumindest nicht kopfüber runterrutsche, wäre es für meine Frau ok, hat sie gesagt. Zunächst müsste ich aber ohnehin erst wieder richtig trainieren gehen", sagt der 44-Jährige schmunzelnd.

Brauchtum - Das Maibaumaufstellen wird gefeiert

In Stadt und Land Salzburg finden in den kommenden Tagen Dutzende traditionelle Maifeste statt - vielerorts können Mutige und Flinke sich dabei auch im Maibaumkraxeln versuchen und einen kleinen Preis wie Wurst oder Brezel herunterholen. Was auf den Kränzen hängt, variiert von Region zu Region.

Ein kurzer Überblick über ein paar Feste: In der Stadt Salzburg veranstalten die Historischen Prangerstutzenschützen Aigen, die Jung Alpenlandler im Petersbrunnhof oder die Brauchtumsgruppe Die Lustigen Salzburger beim Heimathaus Maxglan Maifeste. Auf der Festwiese der Stiegl-Brauwelt wird am 5. Mai gefeiert.

Auch in den Gemeinden ist einiges los. Im Freilichtmuseum in Großgmain wird am 1. Mai zum Maibaumaufstellen geladen. Ebenso wird in Ebenau, in Anif, in Puch bei Hallein, in Annaberg-Lungötz, in St. Johann, in Hüttschlag, in Mauterndorf, in Leogang, in Rauris und in Unken ein Maifest gefeiert.

Einige Veranstalter lassen das Fest bei schlechtem Wetter ausfallen oder verschieben es.

Zum Veranstaltungskalender

Aufgerufen am 25.10.2020 um 11:13 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/kopfueber-runter-vom-maibaum-69541240

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