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Kurios und gefährlich: Radwege enden im Nichts

Salzburg hat in Stadt und Land ein üppiges Radwegenetz. Leider ist es nicht lückenlos. Wo der Radweg endet, kann es gefährlich werden.

Achtung Radfahrer: Wo die Radwegführung missglückt ist, müssen Spiegel und Schilder aushelfen. Und oft gibt es nicht einmal das. SN/robert ratzer
Achtung Radfahrer: Wo die Radwegführung missglückt ist, müssen Spiegel und Schilder aushelfen. Und oft gibt es nicht einmal das.

"Maustodgefährlich" sei die Stelle, bei der ein neuer Radweg im Grödigerweg in Wals plötzlich in einer Thujenhecke endet. Das berichtete uns der fleißige Leserbriefschreiber Helmut Auer. Wir sahen uns die problematische Stelle an und trugen zum Beginn der Radsaison noch andere kuriose und gefährliche Stellen für Radfahrer zusammen. In diesem Sinne: Gute Fahrt und geben Sie acht!

1. Grödigerweg zwischen Wals und Viehhausen

Grödigerweg SN/anton prlic
Grödigerweg

Ein neuer Radweg in Wals-Siezenheim führt von der B1 in Richtung Viehhausen. Dieser endet vor einer hohen Thujenhecke, welche die Sicht auf die Straße erschwert. Hinter der Hecke macht eine scharfe Kurve die Situation auch für die Autofahrer sehr unübersichtlich. Radfahrer und Fußgänger müssen die Straßenseite wechseln, Querungshilfe gibt es keine. Ganz im Gegenteil: Autofahrer haben hier ein neues Tempolimit vor Augen. Statt vorher 40 dürfen sie nun 60 km/h fahren. Manch einer wird versucht sein, genau hier auf das Gaspedal zu steigen. Derzeit sind noch keine Markierungen aufgemalt. Vielleicht lässt sich das doch entschärfen?

2. Leopoldskronstraße beim Eingang Donnenbergpark

Leopoldskronstraße SN/anton prlic
Leopoldskronstraße

Es ist eine von unzähligen Stellen, an denen ein markierter Radweg im Nirwana endet: Die Radfahrer werden hier auf die andere Straßenseite gelotst, ausgerechnet in einer scharfen Kurve. Auf der anderen Seite geht der Radweg nur wenige Meter weiter und endet vor einem Autoheck: Statt eines Radwegs sind plötzlich Parkplätze markiert.

3. Kreisverkehr in der Nissenstraße in Gneis

Nissenstraße SN/anton prlic
Nissenstraße

Diese Stelle steht stellvertretend für viele Kreisverkehre, bei denen man als Radfahrer schauen muss, wo man bleibt: Der Radweg endet vor dem Kreisverkehr, danach ist man Freiwild zwischen Linienbussen und Lieferwagen. Den Radlern bleibt nur: vorsichtig weiterfahren und hoffen, dass man nicht übersehen wird.

4. Morzger Straße vor dem Gwandhaus

Morzger Straße SN/anton prlic
Morzger Straße

In Salzburg-Morzg hat der Radweg eine gefährliche Abmagerungskur gemacht: Wie der Suppenkasper wird er dünner und dünner, bis es plötzlich mit ihm aus ist. Auf der anderen Straßenseite geht der Radweg weiter. Zum Queren gibt es aber keine Hilfe. Bei dem hohen Tempo des Fließverkehrs braucht man dafür jedenfalls starke Nerven.

5. Radweg parallel zur Sterneckstraße

Sterneckstraße SN/anton prlic
Sterneckstraße

Kurios endet der Radweg, der parallel zur Sterneckstraße am Gasthaus Fuxn vorbeiführt. Ohne dass eine Markierung oder ein Schild darauf hinweisen würde, endet der Radweg auf einem Gehsteig mit hoher Kante. Auf der stark befahrenen Vogelweiderstraße geht der Radweg auch nicht weiter. Hier bleibt nur: Das Fahrrad schieben oder es einfach stehen lassen: immerhin hat man ja dort ein Wirtshaus zum Einkehren.

6. Sterneckstraße in Salzburg-Schallmoos

Sterneckstraße SN/anton prlic
Sterneckstraße

Auf rotem Grund verläuft ein besonders heikles Stück Radweg auf der Sterneckstraße stadteinwärts: Im Kreuzungsbereich müssen hier rechts abbiegende Pkw den Radweg queren. Nachdem es zuletzt auch in Salzburg wieder einen tödlichen Verkehrsunfall mit einem rechts abbiegenden Lkw und einem Fahrrad gegeben hat, kommt einem bei solchen Stellen das Gruseln. Es zeigt auch: Abbiegeassistenten sind gut und schön, besser wäre allerdings eine sichere Verkehrsführung für Radfahrer.

7. Die neue Brücke über die Bahn bei der Eichstraße

Eichstraße SN/anton prlic
Eichstraße

Der neueste Schildbürgerstreich in der angeblichen Fahrradhauptstadt: Vor der engen Brücke endet der Radweg einfach. Auch um den Radfahrstreifen auf der Gegenfahrbahn ist es nicht gut bestellt: Da die Straße kaum Platz für zwei Autos bietet, weichen diese auf den Radweg aus. Bald wird neu markiert: Die Radler sollen auf den Gehsteig. Ob das den Fußgängern gefällt?

8. Das neue Quartier in Salzburg-Riedenburg

Riedenburg SN/anton prlic
Riedenburg

Ratlos lässt Radfahrer das neu gebaute Quartier Riedenburg zurück: Überquert man die Moosstraße, ist der Radweg plötzlich weg. An einen breiten Gehsteig wurde gedacht, nicht ans Rad. Wegen einer Baustelle ist die Straße sehr eng: Die Radfahrer flüchten auf den Gehsteig, Konflikte sind programmiert.

Aufgerufen am 03.12.2020 um 05:28 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/kurios-und-gefaehrlich-radwege-enden-im-nichts-68233588

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