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Lebkuchen, Lebzelten, Gewürzkuchen …

… ein Gebäck mit langer Tradition. Der Lebkuchen gehört - wie auch das Kletzenbrot - zu unserem traditionellen Weihnachtsgebäck.

Lebkuchennockerl, ein weihnachtliches Dessert! SN/roland essl
Lebkuchennockerl, ein weihnachtliches Dessert!

Als besonderes Gebildegebäck in den verschiedensten Motiven wird Lebkuchen nicht nur in der Adventzeit, sondern auch unterm Jahr zu besonderen Anlässen gebacken und als Glücksbringer an die Liebsten verschenkt. Die Wurzeln dieser Süßspeise reichen weit bis ins ägyptische Pharaonenreich zurück. Damals hat man den Verstorbenen als Beigabe lebkuchenartiges Gebäck mit ins Grab gelegt. Somit hat das Honiggebäck als Süßspeise die uns am längsten bekannte Entwicklungsgeschichte durchgemacht.

In der belgischen Hansestadt Dinant, welche schon seit dem 12. Jh. durch sein blühendes Messinghandwerk eine europaweite Bedeutung hatte, kreierten die Bäcker erstmals kunstvoll verzierte Honigkekse unter der Bezeichnung "Couque de Dinant". Hierfür wurde ein Teig lediglich aus Honig und Mehl bereitet. Mittels kunstvoll geschnitzter Holzformen wurden dann aus dem Teig Figuren und Motive gestanzt und im Backofen bei hoher Temperatur gebacken, sodass der Honig im Teig karamellisierte. Dadurch wurden die Kekse sehr hart und auch unbegrenzt haltbar, sie wurden zur Erinnerung an besondere Anlässe und ab dem 19. Jh. auch als Christbaumschmuck verwendet.

Das Honiggebäck war außerdem von der Kirche als Fastenspeise anerkannt. Daher waren es in erster Linie die Klöster, welche sich der Weiterentwicklung des Lebkuchens annahmen. Im Laufe der Zeit wurden dem Teig wertvolle orientalische Gewürze hinzugefügt, sodass aus dem Honiggebäck ein Gewürzkuchen wurde. Doch erst mit der Zugabe von Hirschhornsalz als Triebmittel wurde aus dem Gewürzkuchen der uns heute bekannte Lebkuchen.

Über die genaue Herkunft des Wortes "Lebkuchen" sind sich die Gelehrten nicht einig. Möglich ist, dass das Wort "Leb" vom lateinischen "libum" stammt, was "Kuchen" bedeutet. Es könnte aber auch sein, dass "Leb" aus dem Wort "Leben" entsprießt, also ein "Lebenskuchen".

Rezept
Lebkuchennockerl
5 Portionen
Zutaten: 50 g Kochschokolade, 1 Ei, 2 Eidotter, 40 g Kristallzucker, 1 Stk Blattgelatine, 1 cl Mandellikör, 80 g Lebkuchen, 1 g Lebkuchengewürz, 20 cl Schlagobers.
Vorbereitung: Lebkuchen in feine Würfel schneiden, mit Lebkuchengewürz mischen. Schokolade in einer Schüssel im Backrohr bei 60 °C erwärmen. Blattgelatine in kaltem Wasser einweichen. Einen Topf mit zweifingerhohem Wasser zum Kochen bringen.
Zubereitung: Ei, Eidotter und Zucker in einer Schüssel über dem Wasserdampf mit einem Schneebesen cremig warm aufschlagen. Anschließend vom Topf nehmen und kalt schlagen. Die aufgeweichte Gelatine aus dem Wasser nehmen und mit dem Mandellikör erwärmen. Die aufgelöste Gelatine in die Eiermasse einrühren, ebenfalls die flüssige Schokolade. Das Schlagobers fast steif schlagen und unter die Masse heben, ebenso die Lebkuchenwürfel. Im Kühlschrank mindestens 5 Stunden anziehen lassen. Mit einem heißen Löffel Nockerl ausstechen und anrichten.

Aufgerufen am 06.06.2020 um 10:49 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/lebkuchen-lebzelten-gewuerzkuchen-80787307

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