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Nicht auf die k.u.k.-Wurzeln der heimischen Küche vergessen

Österreich kann mehr als nur Wiener Schnitzel und Apfelstrudel. Das betont das Netzwerk "Kulinarisches Erbe Österreich." Regionalität und Innovation seien gefragt.

Österreich kann mehr als nur Wiener Schnitzel und Apfelstrudel, ist sich Ferdinand Maier, Präsident des Netzwerkes "Kulinarisches Erbe Österreich", sicher. Gemeinsam mit Minister Andrä Rupprechter (ÖVP) präsentierte er am Montag im Wiener Schloss Schönbrunn das Netzwerk Kulinarik, das Österreichs Weg zur Weltspitze ebnen soll. Regionalität und Innovation seien gefragt.

k.u.k.-Zeit wirkt in der heimischen Küche nach

Die österreichische Küche ist stark beeinflusst von den Kronländern während der Habsburgermonarchie. Diese Einflüsse sind bis heute vorhanden und können laut Historikerin Ingrid Haslinger "neuen Schwung in die Küche bringen". Als Beispiele nennt sie das Gulasch und den Erdäpfelschmarren. Köstlichkeiten abseits vom bekannten Kaiserschmarren sollen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Minister Rupprechter sagt: "Ich glaube, gerade das kleine, von der Monarchie übrig gebliebene Österreich ist charakterisiert durch die starken Wurzeln zu den Regionen. Sie geben uns Identität und Authentizität." Weg von den nationalen Grenzen, hin zur Besinnung auf (Genuss-)Regionen, darin sehe er die Zukunft.

Kulinarik-Fachmann Dominik Flammer ergänzt, eine solche Region sei etwa der Alpenraum, der mit 2000 Käsesorten mehr als ganz Frankreich habe.

Kulinarik und Tourismus gehen Hand in Hand

Wichtig für die Kulinarik sei auch der Tourismus, entfallen doch rund 30 Prozent aller Urlaubsausgaben in Österreich auf Essen und Trinken. Das betonte Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung. Derzeit sei die Küche Österreichs noch nicht entscheidend für die Wahl des Urlaubszieles, im Gegensatz zu Ländern wie Italien und Frankreich, die sehr wohl wegen der kulinarischen Gaumenfreuden besucht werden. Das müsse sich ändern, befand Stolba, Innovation sei gefragt.

Wie das Netzwerk Kulinarik arbeiten soll

Das Netzwerk Kulinarik soll bestehende Initiativen und Aktivitäten in Landwirtschaft, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Tourismus bündeln und verbessern. Die Leistung von Produzenten, Verarbeitern und Gastronomie in den Regionen soll für Gäste und Konsumenten stärker sichtbar gemacht werden. Als Beispiel für qualitative heimische Produkte wurde das Unternehmen "Wildkultur Fisch" der Österreichischen Bundesforste genannt. Hier werden hochwertige Forellen und Saiblinge gezüchtet. Aufgrund des kalten Beckenwassers wachsen die Fische im Winter sehr langsam und brauchen etwa drei Mal so lang, Schlachtgröße zu erreichen als gewöhnliche Zuchtfische.

Launige Bemerkung von Moderator Karl Hohenlohe: "Ich wäre gern ein Fisch im Grundlsee, würde im Winter viel essen und nicht zunehmen."

Quelle: APA

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