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Pures Erlebnis für die Haut: Naturkosmetik aus Salzburg

Immer mehr Menschen setzen sich bewusst mit den Inhaltsstoffen in ihren Körperpflegeprodukten auseinander. Die Nachfrage nach Naturkosmetik nimmt stetig zu und Salzburg hat in puncto Hersteller einiges zu bieten - wir stellen drei vor.

 SN/shutterstock/syda productions

Viele Kosmetikprodukte beinhalten Stoffe, die schädlich für Körper und Umwelt sind. Kein Wunder also, dass ein klarer Trend zurück zur einfachen, natürlichen Pflege zu erkennen ist.

Zurück zum Ursprünglichen und zu naturbelassenen Produkten aus der Region, zu plastikfreien und recycelbaren Verpackungen und zurück zu Kosmetik, die mit Liebe von Hand hergestellt wird.

Evelia Kosmetik

Evelin Rettenbacher und Andreas Gansch stehen hinter den Naturkosmetik-<br>produkten von Evelia Kosmetik.  SN/alex bareiner foto creator
Evelin Rettenbacher und Andreas Gansch stehen hinter den Naturkosmetik-produkten von Evelia Kosmetik.

In Salzburg stößt man auf zahlreiche kleine Produzenten, die sich der schonenden Körperpflege verschrieben haben.

Hierzu gehört seit 2014 das Tennengauer Unternehmen Evelia Kosmetik. Das Sortiment von Evelia Kosmetik umfasst beinahe 80 verschiedene Produkte zur Reinigung und Pflege von Kopf bis Fuß. Die handgemachten Unikate werden von Evelin Rettenbacher und Andreas Gansch hergestellt.

Andreas - ein gelernter Chemielaborant und studierter Biologe - hat viel Erfahrung in einer Kosmetikfirma gesammelt sowie sein Studium "Ökotoxikologie und Umweltmanagement" abgeschlossen. Evelin ist begeisterte Anwenderin jeglicher Kosmetikprodukte und liebt es, natürliche Kosmetik auch selbst herzustellen. Während Andreas für die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Produktion, die Entwicklung und das Qualitätsmanagement zuständig ist, ist Evelin für das Design der Etiketten, die Homepage, den Social-Media-Auftritt sowie für Einkauf, Verkauf, Marketing und Buchhaltung verantwortlich.

Im schönen Annaberg im Lammertal haben sich die beiden in ihrem Haus eine "Kosmetikwerkstatt" eingerichtet. Diese erinnert an eine Gastro-Küche und ist ausgestattet wie ein Labor - eben ein Naturkosmetik-Labor. Besonderes Augenmerk wird auf die Hygiene gelegt: Betritt man den Raum, sind das Desinfizieren der Hände, das Tragen eines Arbeitsmantels und ein Haarnetz obligatorisch. Für die Produkte werden hauptsächlich heimische Kräuter, ätherische Öle, Bienenwachs und Naturöle verarbeitet. Denn: "Es braucht nur wenig, aber das Beste davon", so Evelin Rettenbacher.

Hergestellt werden unter anderem Deos, Naturölseifen, Shampoos, Gesichtspflegeserien für unterschiedliche Hauttypen, Körperpflegeprodukte, Duschgel und Salben. Die Naturkosmetikprodukte entsprechen dem Österreichischen Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 33, in dem die Standards für Natur- und Biokosmetik gesetzlich geregelt sind. Auch das umweltbewusste Handeln ist Evelin und Andreas ein großes Anliegen. Daher haben die beiden seit 2018 auf nachhaltige Verpackungen umgestellt und versuchen, unnötiges Plastik zu vermeiden. Die Glastiegel, in welche einige Produkte abgefüllt werden, kann man wiederverwenden oder gut recyceln und festes Shampoo, also in Stückform, sowie Seife werden im Karton verpackt. Denn gerade im Bad kann viel Plastik gespart werden. Und so ist die Naturkosmetik von Evelia Kosmetik nicht nur gut für die Haut, sondern auch für die Umwelt.

Seifenkontor

Sandra Wieser vom Seifenkontor stellt all ihre Produkte selbst her.  SN/sandra wieser
Sandra Wieser vom Seifenkontor stellt all ihre Produkte selbst her.

Auch der Manufaktur Seifenkontor sind hochwertige, wirksame Rezepturen und Transparenz bei den Inhaltsstoffen besonders wichtig. So werden Rohstoffe, die aus Mineralöl gewonnen werden, Palmöl sowie haut- und umweltschädliche Stoffe wie Parabene, Silikone, hormonell wirksame Stoffe etc. vermieden. Ausgewogene Mischungen verschiedener hochwertiger natürlicher Zutaten (größtenteils aus kontrolliert biologischem Anbau) und Düfte aus naturreinen ätherischen Ölen machen diese Körperpflege aus. Hinter der Manufaktur Seifenkontor steht die gebürtige Salzburgerin Sandra Wieser. Angefangen hat alles vor einigen Jahren, als sie wahrscheinlich berufsbedingt durch die langjährige Arbeit als Flugbegleiterin erstmals Probleme mit ihrer Haut bekam. Daher beschäftigte sie sich zunehmend mit den Inhaltsstoffen in ihren Kosmetikprodukten und begann, Seifen und Pflegeprodukte selbst herzustellen.

2013 hat sie die Ausbildung zur Kosmetikherstellerin absolviert und anschließend ihr Unternehmen angemeldet. Nicht weit entfernt von der Stadt, in Plainfeld, hat Sandra Wieser ihre kleine Werkstatt eingerichtet und macht dort seit sechs Jahren ihre naturbelassene und duftende Naturkosmetik.

Von der Rezeptentwicklung über die Produktion bis hin zur Verpackung stellt Sandra Wieser in reiner Handarbeit und mit viel Liebe und Engagement ihre Produkte ganz allein her. Besonders wichtig ist ihr die Qualität der Rohstoffe, um eine ausgewogene und hochwertige Pflege zu garantieren. So entsprechen auch ihre Produkte den Richtlinien des Naturkosmetik-Codex im Österreichischen Lebensmittelbuch. Da das Seifenkontor ein sehr kleines Unternehmen ist, hat es zwar kein Naturkosmetik-Siegel, könnte bei Bedarf aber jederzeit ein Siegel bekommen.

Interessant für zahlreiche Kunden ist auch die große Auswahl an veganer Kosmetik, welche einen Großteil der Produkte ausmacht. Sandra Wieser verwendet grundsätzlich keine Tierfette - bei den nicht veganen Produkten werden Milchpulver, Honig oder Bienenwachs verarbeitet.

Pieper Biokosmetik

Maria Pieper gilt als Vorreiterin bei Naturkosmetik in Österreich. SN/pieper biokosmetik/jan steindl
Maria Pieper gilt als Vorreiterin bei Naturkosmetik in Österreich.

Ein außerordentlich reiches Angebot an unterschiedlichsten biozertifizierten Kosmetikprodukten gibt es bei Pieper Biokosmetik in der Stadt Salzburg. Die Produktpalette umfasst Gesichts- und Körperpflege, Dusch- und Badesalze, Baby- und Schwangerenprodukte, eine speziell nachhaltige Hotelzimmerkosmetik, Haarprodukte, z. B. biologische Pflanzenfarben, sowie biozertifizierte Duftstoffe wie etwa die Farbenergiesprays.

In der Manufaktur werden laufend Produkte entwickelt und weiterentwickelt und mit den verschiedensten Komponenten aus der Natur verfeinert. Zu den außergewöhnlichsten zählen Fango aus dem Burgenland, Fichtensprossen aus den Hohen Tauern, mineralstoffreiche Tonerde und Salzburger Stiegl-Bier. Besonderer Wert wird auf die Rohstoffe gelegt, die zu 100 Prozent biologisch sind. Denn für Maria Pieper ist klar: "Ein Produkt ist nur so gut wie seine einzelnen Bestandteile." So setzt die Geschäftsführerin seit dem Entstehen der Manufaktur auf Kosmetik aus hochwertigen und zunehmend regionalen Rohstoffen, welche sie unter der Marke "MARíAS®" vertreibt. Aber nicht nur für die eigene Marke wird entwickelt und produziert, sondern unter anderem auch für Labels wie Mani Olivenöl, Grüne Erde, EZA Entwicklungszusammenarbeit und Hanf & Natur.

Angefangen hat alles auf einer biologischen Kräuterfarm in der Südsteiermark, die Maria und Helmut Pieper vor über 30 Jahren übernahmen und anschließend für 13 Jahre ihr Zuhause nannten. Die gebürtige Salzburgerin hat dort neben ihrem Beruf als Lehrerin erst für den Eigenbedarf Kosmetik hergestellt und sich bis heute mit dem Thema beschäftigt, um so ihr Wissen auszubauen. Auf die Frage, wie sie dieses Wissen erlangt hat, hat Maria Pieper eine klare Antwort: "Es gab keine Ausbildung, keine Seminare, kein Internet. Es gab die wunderbare Natur um mich herum und eine Gruppe von Gleichgesinnten - Aussteiger, die ersten Grünen, wenn man so will."

Zunehmend begann Maria Pieper ihr Know-how auch weiterzuvermitteln und Seminare sowie Workshops abzuhalten. Produktion und Vertrieb wuchsen kontinuierlich und 1998 kehrte die Familie mit nunmehr drei Kindern, viel Elan und guten Ideen zurück in ihre Heimatstadt Salzburg. Mit der Rückkehr nach Salzburg und dem Ziel, das Familieneinkommen aus der Firma zu erwirtschaften, war für Maria Pieper klar, ihren Beruf als Lehrerin aufzugeben.

14 Jahre lang entwickelte sich die Manufaktur am rechten Salzachufer zu einer kreativen Werkstatt für biologische Pflegeprodukte. Ein Erfolgskonzept, mit dem die Firma 2012 nochmals in eine größere Produktionsstätte nach Salzburg-Sam umzog.

Mit ihrem selbst erlernten Wissen über Natur- und Biokosmetik hat Maria Pieper außerdem bei der Überarbeitung der Naturkosmetikrichtlinien und der Erarbeitung der Biokosmetikrichtlinien des schon erwähnten Österreichischen Lebensmittelbuchs mitgewirkt. Denn Begriffe wie "Bio" oder "natürlich" im Zusammenhang mit Kosmetika sind nicht durch eine EU-Verordnung geregelt, wie es etwa bei Biolebensmitteln der Fall ist: Sie können frei gewählt werden, sobald sich ein Kosmetikhersteller auf einen privatrechtlichen Standard beruft. Privatrechtliche Biokosmetikstandards gibt es mittlerweile viele - NGOs, Industrieverbände und sogar einzelne Hersteller erarbeiten stets neue Siegel und Standards.

Gesetzliche Mindestanforderungen für diese Standards existieren hingegen keine. Daher wurde in Österreich in den letzten Jahren intensiv an einer Verbesserung dieser Situation gearbeitet, um den Konsumenten vor Irreführung bei Bio- und Naturkosmetika zu schützen. Im Zuge dessen wurden klare und sehr strenge Anforderungen an Bio- und Naturkosmetika definiert und in das Österreichische Lebensmittelbuch übernommen. Die Bezeichnung "hergestellt nach ÖLMB" garantiert die Konformität des Produkts mit den strengen Anforderungen des Österreichischen Lebensmittelbuchs.

Dem mittlerweile 15 Personen starken Unternehmen von Maria Pieper ist neben den hohen Qualitätsansprüchen an Naturkosmetikprodukte aber auch die Wissensvermittlung sehr wichtig. Daher geben die Biokosmetikpionierin und ihre engagierten Mitarbeiter - Sohn Johannes und Tochter Anna sind mittlerweile ebenfalls in der Firma tätig - laufend Workshops zum Thema.

Im Rahmen der "MARíAS® Akademie" werden Seminare für Kosmetiker, Wellness-Fachpersonal, interessierte Händler und Friseure angeboten. Ziel ist nicht nur, diese Personengruppen mit den Produkten und Behandlungen von Pieper Biokosmetik vertraut zu machen, sondern auch, das Wissen und die Erfahrungen aus 30 Jahren in der Branche zu teilen.

Besonders in der Hotellerie, wo sich meist viel Abfall anhäuft, ist Maria Pieper das Thema der umweltfreundlichen Verpackung ein großes Anliegen. Beispielsweise werden die Flaschen für ihre Hotelzimmerkosmetik aus pflanzlichem Abfall hergestellt, sind nachfüllbar und zu 100 Prozent recycelbar.

Außerdem: Die Salzburger Festspielgäste desinfizierten sich ihre Hände dieses Jahr mit einem nach Lavendel duftenden, hautschonenden Desinfektionsmittel von Pieper Biokosmetik. 450 Liter wurden dafür geliefert und auch fleißig verwendet.

Zu Salzburg passend ist auch ihr nächstes Projekt: eine Männerserie mit dem Namen "Jedermann".

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.11.2020 um 05:29 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/pures-erlebnis-fuer-die-haut-naturkosmetik-aus-salzburg-95157178

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