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Rezepte aus der Wildnisapotheke

Mutter Natur gibt uns alles, was wir brauchen. Mit der Kraft der heimischen Kräuter und alter Hausmittel werden Sie fit für den Winter.

Wacholderbeeren kauen – bei Magenverstimmung und zur Immunsystemstärkung. SN/freya verlag
Wacholderbeeren kauen – bei Magenverstimmung und zur Immunsystemstärkung.

Die Wildnisapotheke* - sie feiert gerade ein fulminantes Comeback - zeichnet sich durch leicht verfügbare Zutaten aus, die quasi direkt vor der Haustür im Wald und auf der Wiese wachsen. Die jahrhundertealten Hausmittel und Tinkturen sind erprobt und werden oft nur mündlich weitergegeben. Meist sind es Frauen - die klassischen "Kräuterhexen", die die Rezepte entwickeln, sammeln, im Idealfall aufschreiben und später an ihre Nachkommen oder interessierte Personen weitergeben. So bleibt das alte Wissen erhalten und dieses wertvolle Kulturgut geht nicht verloren. Die Rezepte der Volkskunde sind einfach in der Herstellung und richten sich danach, was in der Natur gerade verfügbar ist. Die "Schneepulver"-Redaktion hat in Zusammenarbeit mit dem Freya-Verlag und der Kräuterpädagogin Eunike Grahofer ein paar Rezepte zusammengestellt, mit denen Sie fit und gesund durch den Winter kommen.

Rettichsirup bei Erkältung

Rettichsirup - ein bewährtes Hausmittel. SN/freya verlag
Rettichsirup - ein bewährtes Hausmittel.

Rettichsirup kann bei Husten, Bronchitis, Gallensteinen, Keuchhusten, Grippe, Rheuma und Gicht helfen. Man nimmt ihn esslöffelweise pur ein. Für den Sirup kann grundsätzlich jeder Rettich verwendet werden - am besten verwendet man die Sorte, die gerade Saison hat. Im Winter ist dies der schwarze Winterrettich.
Zutaten: 1 Stk. Rettich, Kandiszucker, Glas zum Abfüllen
Anleitung: Den Rettich in der Mitte aushöhlen und mit dem Messer ein kleines Loch durchstechen, danach den Rettich ins Glas stellen und mit Kandiszucker auffüllen. Für 3-4 Stunden stehen lassen, bis sich der Zucker verflüssigt hat und vollständig ins Glas hinuntergetropft ist. Im Glas befindet sich nun der fertige Hustensaft.

Krenkette bei Erkältung und Fieber

Die Krenkette - bei Erkältung und Fieber. SN/freya verlag
Die Krenkette - bei Erkältung und Fieber.

Dieses alte Hausmittel nutzt die kräftige, desinfizierende Wirkung des Krens. Die Krenkette wird auf Höhe der Brust direkt auf der Haut getragen. Beim Tragen entstehen durch Körperbewegungen Mikroverletzungen an der Wurzel, aus denen die Inhaltsstoffe austreten und von der Haut aufgenommen werden. Sie durchdringen die Haut und wirken bis in die Lunge hinein - also dort, wo sie gebraucht werden.
Zutaten: 1 Krenwurzel, Band oder Schnur zum Auffädeln
Anleitung: Je nach Belieben mehrere 0,5-1 cm dicke Scheiben von der Krenwurzel herunterschneiden. In der Mitte ein Loch machen und auf einem Band oder einer Schnur auffädeln. Danach die Kette so um den Hals hängen, dass sich die Krenscheiben auf Lungenhöhe befinden.

Kümmelwasser für die Verdauung

Kümmelwasser - Balsam für den Magen. SN/freya verlag
Kümmelwasser - Balsam für den Magen.

In der Adventszeit wird meist gut und deftig gegessen. Vielen kann das auf den Magen schlagen. Abhilfe bei Magen-Darm-Problemen kann ein einfach zubereitetes Kümmelwasser schaffen, das schluckweise getrunken wird.
Zutaten: 1 TL Kümmelsamen, ¼ Liter Wasser
Anleitung: Kümmelsamen mit einem Löffel oder Mörser leicht andrücken, mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten stehen lassen. Danach den Kümmel abseihen und schon ist das Kümmelwasser fertig.

*Die Rezepte aus der Wildnisapotheke ersetzen keinen Arztbesuch! Deswegen empfehlen wir, bei Erkrankungen und Gebrechen den Arzt und Apotheker Ihres Vertrauens aufzusuchen.

Buchtipp: "Wildnisapotheke"

Buchtipp „Wildnisapotheke“ SN/freya verlag
Buchtipp „Wildnisapotheke“

Die Rezepte stammen aus dem Buch "Wildnisapotheke. Hausmittel aus 400 Jahren" von Eunike Grahofer. Die Kräuterpädagogin stellt darin, nach Monaten geordnet, leicht herzustellende Rezepte und Hintergrundwissen vor. Mit diesem Buch tauchen Sie in die Welt der oft viele Jahrhunderte alten Rezepte ein: Fichtennadelbäder bei Erkältung, Breitwegerich für die Gelenke, Vogelmierensalbe für die Haut, Kirschstängel für die Augen, Königskerzenblüten bei Schmerzen, Hagebuttenkerne für die Venen. Die Gliederung nach dem Rhythmus der Natur lässt die zwölf Monate des Jahres chronologisch ablaufen. Unter jedem Monat finden sich die Hausmittelrezepte jener Pflanzen, die gerade optimal zu verarbeiten sind.
Ob zur Wundversorgung, bei Erkältungskrankheiten, Zahnproblemen, Verspannungen, Gelenksproblemen, Schmerzen, Verschleimung, Husten, Fieber, zur Leberanregung bis zu Konzentrationsproblemen. Kurz gesagt: Die Wildnisapotheke steckt voller Lösungen!

Auf einen Blick:
Herausgeber: Freya-Verlag
Autorin: Grahofer Eunike
Format: 20 x 27 cm
Seiten: 264
Kosten: 24,90 (UVP)
ISBN: 978-3-99025-332-8

Quicktipps von Mutter Natur
Hagebutten kauen zur Immunsystemstärkung:
In den Wintermonaten täglich 2-3 Hagebutten essen. Einfach die weichen, vom Frost geküssten Früchte pflücken, mit dem Mund aussaugen und die Kerne wieder ausspucken.

Baumharz zur Raumdesinfektion:
Ein Stück Nadelholzbaumharz in einer Duftlampe anbrennen. Die ätherischen Öle des Harzes wirken desinfizierend, beruhigend und wärmend und sind perfekt für den Winter.

Wacholderbeeren kauen bei Magenverstimmung und zur Immunsystemstärkung:
Noch vor Beginn der Erkältungszeit täglich eine getrocknete Wacholderbeere langsam zerkauen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 27.11.2020 um 12:51 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/rezepte-aus-der-wildnisapotheke-62766424

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