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Schlafen lernen mit System!

Die Schlafforscherin und Psychologin Kerstin Hödlmoser von der Universität Salzburg hat zusammen mit der Psychotherapeutin Sigrun Eder das Bilder-Erzählbuch "Ilvy schläft gut. Schlafen lernen mit System" entwickelt.

Bilder-Erzählbuch von Kerstin Hödlmoser. SN/edition riedenburg
Bilder-Erzählbuch von Kerstin Hödlmoser.

Wir stellen bei unseren Studien fest, dass viele Kinder mit Schlafproblemen kämpfen. Daher habe ich - neben meiner Grundlagenforschung - jetzt auch ein praxisorientiertes Projekt aufgegriffen und gemeinsam mit der Psychologin und Psychotherapeutin Sigrun Eder vom Uniklinikum Salzburg das Bilder-Erzählbuch ,Ilvy schläft gut. Schlafen lernen mit System' entwickelt", sagt Hödlmoser. Erschienen ist das 88-seitige Buch in der edition riedenburg in der Reihe "SoWas!". "Das Konzept unseres Buchs ist deshalb sehr besonders, weil es die Kinder zu Experten für sich selbst macht."

Der erste Teil des Buchs ist die Geschichte der Grundschülerin Ilvy, bei der es mit dem Einschlafen und Durchschlafen trotz Kuschelschafs manchmal nicht klappt, etwa weil sie nicht ins Bett gehen mag, weil ein aufregender Ausflug oder eine Schularbeit bevorsteht oder weil sie schlecht träumt. Situationen, in denen sich die von Schlafproblemen geplagten jungen Leserinnen und Leser oft wiederfinden können. Auch wie damit in der Familie umgegangen wird: von einem regelmäßigen Einschlafritual (z. B. Hörspiel, Gutenachtgeschichte) über eine beruhigende "Tierpolonaise" (Rückenmassage) bis zu konsequenten elterlichen Regeln.

Der zweite Teil von "Ilvy schläft gut. Schlafen lernen mit System" ist eine Mischung aus Ausmalbuch und Fragebogen. Auf diesen Mitmachseiten sollen die kleinen Leserinnen und Leser ihr eigenes Schlafverhalten bewusst kennenlernen, um es durch kreative und sinnvolle Lösungen verbessern zu können. Helfen sollen dabei Fragen wie: Bist du ein früher Vogel oder eine Nachteule? Was kann dir beim Einschlafen helfen? Was hast du mit Ilvy gemeinsam? Was machst du in der letzten Stunde vor dem Einschlafen?

Etliche Untersuchungen zeigen, dass Smartphones wahre Schlafräuber sind, nicht nur, weil sie vor dem Einschlafen oft noch emotional aufregen, sondern auch wegen des kurzwelligen "Blaulichts" dieser Geräte. Dieses künstliche Licht unterdrückt das Schlafhormon Melatonin. In einer aktuellen, vom Österreichischen Forschungsfonds (FWF) finanzierten Studie will Hödlmoser mittels elektrophysiologischer Gehirnstrommessungen untersuchen, wie sich bei Kindern die Handynutzung in den letzten zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf deren Schlaf und Gedächtnis und auch auf ihre Emotionsregulation auswirkt.

Publikation
Kerstin Hödlmoser, Sigrun Eder, Nicole Schäufler: "Ilvy schläft gut. Schlafen lernen mit System". edition riedenburg 2019.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.11.2019 um 09:35 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/schlafen-lernen-mit-system-77521702

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