Lifestyle

Schöne neue Beautywelt

Authentizität ist das neue Schön. Individualität wird wichtiger als Perfektion oder das Alter. Parameter, die auch die Hautpflege verändern.

Gutes Aussehen spielt in unserer global vernetzten Gesellschaft eine wichtige Rolle. Und es verändert gerade sein Gesicht. Was wir als schön empfinden, wird nämlich immer individueller, auch älter - "Grau ist das neue Blond" - und somit authentischer. Allzu perfekte Gesichter verlieren an Reiz. Zu diesem Befund kommt die Studie "Das neue Schön", die das Zukunftsinstitut für den deutschen Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. erstellt hat. Kosmetik habe nun die Aufgabe, "individuelle Schönheit ans Licht zu bringen, statt sie auf ein stereotyp junges, dünnes, weißes Idealbild hin zu ,korrigieren'". Wurde aber auch langsam Zeit.

Ebenfalls Trend: Die Jagd nach Jugendlichkeit mit allen, auch chirurgischen Mitteln - Stichwort: Individualität - sowie eine zunehmende Gelassenheit dem Altern gegenüber. Wir werden heute nicht nur immer älter, wir altern später und anders. Deshalb werden Gesundheit, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Achtsamkeit (als Gegentrends zur Digitalisierung) zu Kernelementen der Schönheitspflege. Das erklärt den Boom von pflanzlichen Wirkstoffen im Allgemeinen und Naturkosmetik im Speziellen und das erklärt anspruchsvolle Konzepte, die nicht länger Altersgruppen, sondern aktive Lebensstile und dementsprechende Bedürfnisse bedienen. Es geht um Wohlfühlen und nicht mehr nur um reines Anti-Aging.

Neue Wege für schöne Haut

Gesund soll die Haut sein und - unabhängig vom Alter - auch so aussehen. Das, und nicht das Fehlen von Falten, macht ein Gesicht interessant und attraktiv. Das erfordert Pflegedisziplin und es erfordert vor allem effiziente Produkte. Eine gute Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit ist die Basis. Dann sind, je nach Hautbedürfnis, mehr Energie, mehr Ausstrahlung (Glow!), Verträglichkeit (besonders relevant für empfindliche Haut) und Schutz vor negativen Umwelteinflüssen gefragt. Die Forschung in all diesen Bereichen läuft auf Hochtouren. Nur ein Beispiel: 40 Jahre hat die japanische Kosmetikmarke Sensai geforscht, um sogenannte Micro Bubbles aus Kohlensäure zu entwickeln. 8000 Mal kleiner als normale Kohlensäurebläschen, kleiner als jede Hautpore, transportieren sie zum einen einen Wirkstoff aus Seide besonders tief in die Haut. Dabei verringern sie deren pH-Wert, was die Hauterneuerung ankurbelt. Die Durchblutung verbessert sich, die umliegenden Zellen erhalten mehr Sauerstoff und somit mehr Energie. Davon profitieren letztendlich alle Zellfunktionen. Kohlensäure! Wer hätte das gedacht!

Neue Transportsysteme und neue Wirkstoffe wie Pflanzenstammzellen und Peptide, die Signale für Aktionen in tieferen Hautschichten auslösen, eröffnen der Kosmetik ein weiteres Betätigungsfeld, das der Prävention. Denn: Ist die Haut fit, kann ihr wenig etwas anhaben. Darauf zielen auch Produkte mit Probiotika ab, die das Mikrobiom der Haut (Bakterien, Pilze, Mikroorganismen, die die Haut schützen) gesund erhalten wollen. Ein Anliegen, das auch "Clean Beauty"-Produkte, die sich auf wenige Inhaltsstoffe beschränken und nicht nur in der Naturkosmetik zu finden sind, sowie Nahrungsergänzungsmittel (Drinks und Tabletten) verfolgen. Ebenfalls im Fokus der Kosmetik ist die ästhetische Dermatologie. Pflege mit Fillern ist keine Seltenheit, Pflege mit botoxähnlicher Wirkung auch nicht.

Hightech, Natur, Dermatologie: Gegensätze, aber auch geniale Verbündete, wenn es um die Schönheit der Haut geht. Kosmetikforschung ist und bleibt spannend.

"Winterkleidung" für die Haut

Schön soll die Haut natürlich auch im Winter sein. Eine Jahreszeit, die sie allerdings überhaupt nicht mag. Draußen ist es bitterkalt, windig und feucht. Drinnen herrscht Wüstenklima. Die Haut, unsere ganz persönliche Außengrenze, ist ein sensibles Organ und reagiert auf jedes dieser Extreme. Sie wird trockener und rauer. Wenn es kalt wird und die Temperatur unter sieben Grad Celsius sinkt, stellt die Haut nämlich die Produktion des Sebums (ein Gemisch aus Fett und Wasser, das sie geschmeidig hält) ein. Sie kann nur noch wenig Feuchtigkeit binden und wird trockener. Im Winter kann der Feuchtigkeitsgehalt der obersten Hautschicht durch Kälte und Heizungsluft unter zehn Prozent sinken - normalerweise hat sie einen Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 40 Prozent. Und weil es auch an Hautfetten (Lipiden) mangelt, die eine Art interzelluläre Kittsubstanz bilden und die Haut glatt und geschmeidig halten, wird sie rauer. Besonders betroffen sind Bereiche - Gesicht, Hände, Lippen -, die nicht durch Kleidung geschützt sind. Aber auch Bereiche, die gut geschützt sind, leiden. Hier sorgt Reibung, etwa an Hals und Dekolleté, an Schienbeinen und Ellbogen, dafür, dass die Haut knitterig und rau wird.

Wer seiner Haut Gutes tun will, sollte nun bei der Pflege darauf achten, ihr nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch mehr Fett zu geben. Pflege beginnt mit der Reinigung, die - ob im Gesicht oder am Körper - nun möglichst sanft sein soll, damit die Haut nicht zusätzlich strapaziert wird. Milde Peelings, etwa auf Enzymbasis, entfernen abgestorbene Hautzellen und machen den Weg frei für reichhaltigere Produkte. Die mit pflanzlichen Ölen, Hyaluronsäure, Sheabutter, Urea und Vitaminen versuchen, Fehlendes auszugleichen und der Haut Erholung zu schenken. Sehr einfach geht das bei der Gesichtspflege, wo die Nacht- zur Tagespflege wird. Und, ganz wichtig: Lichtschutz nicht vergessen!

Aufgerufen am 15.12.2019 um 11:39 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/schoene-neue-beautywelt-79446592

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