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Traditionelle chinesische Medizin - Was sind die Shiatsu und Tuina?

Die Shiatsu- sowie Tuina Massage zählen zu der chinischen Gesundheitslehre. Doch was bewirken diese Massagetechniken und worin besteht der Unterschied?

Was ist Shiatsu?

Shiatsu bedeutet wörtlich übersetzt Finger- oder auch Daumendruck und beschreibt eine Methode der ganzheitlichen Körperarbeit in Form von aufmerksamer Berührung. Die Ursprünge liegen in den chinesischen und japanischen Gesundheitslehren. Shiatsu ist prinzipiell für jeden geeignet und richtet sich nach den individuellen Themen des Klienten. Nicht nur körperliche, sondern auch tiefer liegende seelische Herausforderungen lassen sich dadurch meistern.

Shiatsu ist mehr als eine Massagetechnik

Shiatsu lebt von Einflüssen der Traditionellen Chinesischen Medizin und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Schmerzen oder Krankheiten sind demnach keine rein körperlichen Probleme - sie weisen oft auf tiefer liegende Ursachen hin, die mittels Shiatsu unterstützend behandelt werden können. Shiatsu ist dabei viel mehr als nur eine Massagetechnik: Durch den Druck auf Meridiane, Leitbahnen durch den Körper, kommen Energien in Fluss. Es geht darum, sich selbst wieder besser zu spüren. Das hat auch mit dem Nervensystem zu tun: Oft wird in unserer Gesellschaft nur der Sympathikus getriggert, also das Aktive, Schnelllebige, vielfach auch Stressvolle. Der Parasympathikus mit Entspannung, Ruhe, Regeneration bleibt dadurch oft auf der Strecke. Ziel des Shiatsu ist es, dem Menschen Mittel und Wege zu mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit im Alltag aufzuzeigen.

Die Energie fließen lassen

"Der Energieausgleich ist unser Hauptthema", beschreibt Anna Hable-Mayer, Regionalgruppenleiterin der Salzburger Shiatsupraktikerinnen und -praktiker. Kann die Energie richtig fließen, spricht man im Shiatsu von Gesundheit. Besonderes Augenmerk liegt auf der Lebensführung. "Unsere Aufgabe ist es auch, die Menschen dazu zu bringen, gut zu sich selbst zu sein. Dazu gehören ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung und wie man mit seinen Emotionen umgeht", schildert Hable-Mayer. Shiatsupraktiker arbeiten also immer mit "dem ganzen Menschen". Die tiefe Entspannung beim Shiatsu diene auch der Burn-out-Prävention.

Nicht jeder braucht im Shiatsu die gleiche Behandlung - es geht darum, dem Einzelnen die bestmögliche Unterstützung für seine ganz persönliche Situation zu geben. Shiatsu richtet sich an ein sehr breites Publikum und kann in jedem Alter in Anspruch genommen werden.

Durchführung der Massageform

Normalerweise wird die Technik am bekleideten Klienten ausgeübt - auf einer Matte am Boden, auf einer Massageliege oder einem Behandlungssessel. Letzterer kommt beispielsweise bei älteren Menschen, die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben, zum Einsatz - und auch bei mobilem Shiatsu in Betrieben.

Was ist Tuina?

Tuina ist eine jahrtausendealte chinesische Massageform. Sie bildet eine der fünf Hauptsäulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Mit Tuina können Blockaden der Energiebahnen im Körper gelöst und auf diese Weise der Energiefluss gefördert werden.

Hände, Arme, Ellbogen im Einsatz

Der Therapeut stimuliert mit der Tuina-Massage Muskulatur, Organe, Blutgefäße und Akupunkturpunkte. Er setzt dabei Finger, Handballen, Unterarme und auch seine Ellbogen ein. Auf diese Weise kann der Druck je nach Körperzone individuell variiert werden.

Mithilfe von Ayurveda (siehe Beitrag auf den zwei folgenden Seiten) und Tuina kann die Lebensenergie Prana oder Ki in unserem Körper wieder frei fließen - und nur dann fühlen wir uns gesund, lebensfroh und leistungsfähig. Durch die fernöstlichen Therapien kann Schmerzen jeder Art einerseits vorgebeugt werden, andererseits helfen die Methoden, unterschiedlichste Leiden zu lindern oder im besten Fall überhaupt zu lösen.

Tuina hilft gegen Antriebslosigkeit

Zudem werden die Therapieformen in den westlichen Ländern zusehends für neue Einsatzgebiete entdeckt, wie zur Anti- Aging-Vorsorge, zum Abnehmen oder bei Burn-out. Das chinesische Tuina kann auch bei Stress, Antriebslosigkeit oder bei diversen Arten von Muskelverspannungen eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Ayurveda und der Panca-Karma-Kur können Körper und Geist mit Tuina allein nicht entgiftet werden. Im fünfsäuligen Gesamtkonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin, bei dem Kräutermedizin die Basis darstellt, gilt die Massageform Tuina als kleiner, jedoch wertvoller und unterstützender Teil für jede Form der Entgiftung, so die Expertin Gerda Kainar.

Kräuter, Ernährung, Haut im Fokus der Massageform

Mit Tuina können Yin und Yang wieder in Einklang gebracht werden. Durch die Massageform werden Blockaden in den Energiebahnen des Körpers gelöst. Die Reinigung und Umstimmung findet über ausgewählte Kräutermischungen, die Ernährung und über die Haut statt.

Beim Schröpfen werden auf ein begrenztes Hautareal - zumeist den Rücken - sogenannte Schröpfgläser aufgesetzt und es wird ein Unterdruck erzeugt. Je nach Lage der Schröpfstellen soll ein inneres Organ beeinflusst werden.
Bei der Schabetechnik Gua Sha wird mit einer abgerundeten Kante eines Porzellanlöffels oder einer Münze mehrmals über den Rücken geschabt, bis eine Verfärbung und Blutungen unter der Haut auftreten. Mit spitzen Nägeln besetzte Hämmerchen dienen bei der Therapie der Pflaumenblütenhämmerchen einer Art der Akupunktur. Diese Form sowie blutiges Schröpfen sind in Österreich nicht erlaubt.

Schröpfen beseitigt Gifte

Bewilligt sind Schröpfen mit leichter Rötung oder der Bildung einer Blase sowie Schaben bis zur Rötung. Je mehr Gifte sich im Körper befinden, umso schmerzhafter wird die jeweilige Massage ausfallen. Gleichzeitig ist die Entgiftung umso erfolgversprechender.

Schröpfen kann Rötungen und Blasen hervorrufen. SN/pixabay
Schröpfen kann Rötungen und Blasen hervorrufen.
Quelle: SN

Aufgerufen am 10.08.2020 um 06:47 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/traditionelle-chinesische-medizin-was-sind-die-shiatsu-und-tuina-83670853

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